Eine sensationelle Meldung stellte heute früh im Radio alle anderen Ereignisse in den Hintergrund. Ob Raketen und Feuerdrachen im Süden, Prinz William in Tel Aviv oder die Anklageschrift gegen Sara Netanjahu. Friedensprozess? Iran? Alles unwichtig.
Guten Morgen
Prinz William ist ein netter Typ. Aber ist sein Besuch hier bei uns in Israel wirklich unpolitisch, wenn das britische Königshaus den Besuch der Klagemauer als Besuch der „palästinensischen besetzten Gebiete“ bezeichnet?
Tel Aviv gilt als eine sehr tolerante Stadt für jede Lebensart. Die Stadt, in der jeder so leben kann, wie er es möchte. Aber ist das wirklich so? Eine Veranstaltung auf dem Rabin-Platz stellte die Toleranz von Tel Aviv auf den Prüfstand.
Dass die EU Israelis und israelische Firmen, die in Judäa und Samaria leben und tätig sind, benachteiligt, sind wir leider gewohnt. Doch dass auch israelische Firmen sich oft weigern, dort lebenden Israelis ihre Dienste anzubieten oder gekaufte Waren zu liefern, das darf einfach nicht sein. Eine neue Bestimmung soll damit jetzt schluss machen.
Haben wir das ruhige Wochenende hier bei uns der in Russland stattfindenden Fußball-WM zu verdanken? Am Grenzzaun kam es diesmal nicht zu Ausschreitungen und wie durch ein Wunder ist dort niemand zu Schaden gekommen. So einfach ist das.
Trotz Beginn der Sommerferien haben die Schüler noch einige Abiturprüfungen vor sich, erst dann können sie so richtig Ferien machen. Gestern wurde auch bei uns der internationale Yoga-Tag begangen. In Israel fragen sich viele, ob die gestrige Niederlage Argentiniens bei der Fußball-WM etwas mit der Spielabsage in Jerusalem zu tun habe.
Was im Frühling noch grün und mit wunderschönen roten Anemonen, der „Kalaniot“, geschmückt war, ist heute fast nur noch schwarz. Im Süden brennt es jeden Tag. Warum fordert uns die Hamas schon wieder ausgerechnet zur Fußball-WM heraus?
Für rund 700.000 Schüler der Oberstufe beginnen heute die Sommerferien. Viele nutzen die Zeit, um etwas Geld zu verdienen. Heute Nacht wurde ich wieder von der „Red Alert“-App geweckt. Während ich die App abschalten und weiterschlafen konnte, verbrachten die Bewohner rund um den Gazastreifen die Nacht in den Sicherheitsräumen.
Den richtigen Handwerker zu bestellen, ist bei uns keine einfache Sache. Immer ist da diese Angst, übers Ohr gehauen zu werden. Warum das bei uns in Israel so ist? Gute Frage. Im Süden brennt es noch immer und bei uns in der Redaktion gab es Pizza, die neue Juli-Ausgabe von Israel Heute ist im Druck.
Israel ist kein billiges Land, bis auf einige Ausnahmen ist hier alles viel teurer als woanders. Telefonieren ist billig, der tägliche Einkauf leider nicht. Einige Politiker versprechen, etwas gegen die hohen Lebenskosten zu unternehmen, mit mehr oder weniger Erfolg.



