Israel Heute Morgen – Ein netter Prinz

Prinz William ist ein netter Typ. Aber ist sein Besuch hier bei uns in Israel wirklich unpolitisch, wenn das britische Königshaus den Besuch der Klagemauer als Besuch der „palästinensischen besetzten Gebiete“ bezeichnet?

von | | Themen: Guten Morgen

Guten Morgen liebe Leser!

Heute wird es heiß. Das haben ich schon heute früh bei meinem allmorgendlichen Gang durch die Straßen Jerusalems gespürt. Ich bin immer wieder froh darüber, dass ich in Jerusalem und nicht in Tel Aviv bin. Denn mit der Hitze kommt man hier ganz gut klar, was einen an den heißen Sommertagen in Tel Aviv und überhaupt an der Küste so richtig fertig macht, ist die relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Da hilft es auch nicht, dass es in Tel Aviv etwas „kühler“ als hier in Jerusalem ist. Und wer es gerne noch etwas heißer haben will, kann sich heute am See Genezareth, dem Toten Meer oder am Strand von Eilat über Temperaturen von über 40 Grad freuen.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen. Überdurchschnittlich heiß, Sharav, in den Bergen und im Landesinneren. An der Küste schwül und heiß. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 34 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 41 Grad, am Toten Meer 41 Grad, Beersheva 38 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -213.625 m unter dem Meeresspiegel.

Auch Prinz William, oder genauer der Herzog von Cambridge, lernt in diesen Tagen den israelischen Sommer kennen. Nach Empfängen bei Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem Staatspräsidenten Reuven Rivlin, begann ein etwas lockererer Teil seines Besuchsprogramms. Er fuhr nach Tel Aviv an den Frischmann-Strand, wo er sich mit Beachvolleyballspielerin unterhielt (siehe Titelbild) und mit einigen Passanten ein paar Smalltalks führte. Dabei schien er sich kaum um die Sicherheitsvorkehrungen zu kümmern und ging auf die Menschen zu und reichte ihnen die Hand. Eigentlich hätte ich gestern doch auch schnell nach Tel Aviv fahren können, dachte ich mir beim Anblick der Bilder. Dabei bin ich gar nicht der Typ, der den “Celebs” nachläuft. Aber Prinz William ist mir irgendwie sympathisch. Es ist so, als würde ich ihn seit seiner Geburt kennen. Durch die Medien habe ich seinen ganzen Werdegang verfolgen können. Das begann schon mit der Hochzeit seiner Eltern. Dann die Geburt von ihm und danach seines Bruders Harry. Im Fernsehen gab es damals immer wieder Berichte von der Königsfamilie. Ich erinnere mich an Bilder, die zeigten, wie der kleine William und sein Bruder Harry im Garten des Palastes herumtobten.

Ein netter Typ, Prinz William gestern am Strand von Tel Aviv (Foto: Niv Aharonson/GPO)

Die Zeit ist wirklich schnell vergangen. William macht einen sehr guten Eindruck, er ist höflich und nett, da muss man ihn einfach mögen und vergisst dabei die weniger angenehmen Dinge. So hatte der Königspalast erklärt, dass es sich bei dem Besuch des Prinzen um einen unpolitischen Besuch handle. Anderseits bezeichnet es den Besuch der Altstadt von Jerusalem als Besuch “der palästinensischen besetzten Gebiete”. Wenn das nicht politisch ist. Das ist nicht nur politisch, es ist sogar recht dreist. Wie kann der Besuch der Klagemauer denn als Teil des Besuchs der Palästinensischen Autonomiebehörde angesehen werden, der heute auf dem Programm des Prinzen steht. Er wird in Ramallah Palästinenserchef Mahmud Abbas besuchen und danach dann in die jerusalemer Altstadt gehen, den angeblich “besetzten palästinensischen Gebieten”. Aber man möchte mit Politik ja nichts zu tun haben. Komisch irgendwie. Aber trotzdem ist Prinz William einfach ein netter Typ. Ich hätte doch nach Tel Aviv fahren sollen.

Übrigens bin ich auch heute Nacht wieder durch die Red Alert App aus dem Schlaf gerissen worden. Ja, im Süden ertönten heute Nacht wieder die Sirenen, aber darüber später mehr. Ich werde die App jetzt erst einmal deaktivieren, schade, dass es so ist.

Und nun wünsche ich Ihnen eine angenehmen und friedlichen Mittwoch, das Wochenende ist fast schon wieder da. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

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