Israel Heute Morgen – Die wichtigste Nebensache der Welt

Eine sensationelle Meldung stellte heute früh im Radio alle anderen Ereignisse in den Hintergrund. Ob Raketen und Feuerdrachen im Süden, Prinz William in Tel Aviv oder die Anklageschrift gegen Sara Netanjahu. Friedensprozess? Iran? Alles unwichtig.

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Guten Morgen liebe Leser!

Die morgendlichen Nachrichten im Radio wurden heute früh mit der Meldung einer Sensation eröffnet! Diese Meldung stellte alle anderen Ereignisse in den Hintergrund. Ob Raketen und Feuerdrachen im Süden, Prinz William in Tel Aviv oder die Anklageschrift gegen Sara Netanjahu. Friedensprozess? Iran? Alles unwichtig. Auch in den Zeitungen wurde von dieser Sensation auf der Titelseite berichtet. Sie wissen sicher schon, von was ich spreche, oder?

Doch bevor ich Ihnen erzähle, um was es geht, gibt es erst einmal den Wetterbericht für heute in Israel, es ist wieder etwas „kühler“ geworden:

Heiter bis wolkig mit einem Rückgang der Temperaturen, die heute der Jahreszeit entsprechend sein werden. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 34 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um anderthalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.625 m unter dem Meeresspiegel.

Aber nun zurück zu der dramatischen Meldung, mit der schon seit gestern Abend alle Nachrichten eröffnet wurden. Hier die Titelseiten der heutigen Zeitungen:

Die heutigen Titelseiten von “Israel Hayom”, “Jediot Achronot” und “Maariv” (von links nach rechts)

Es geht um die wichtigste Nebensache der Welt, Fußball. Deutschland ist aus der WM geflogen. Darum geht es. Und auch diejenigen, die sich nun überhaupt nicht für Fußball interessieren, konnten sich davor verstecken. “Die Elenden”, in Anlehnung an den berühmten Roman “Les Miserables” von Victor Hugo, schreibt die Zeitung “Israel Hayom”, “Deutschland gedemütigt” lautet die Schlagzeile bei “Jediot Achronot” und “Das andere Deutschland” schreibt die Zeitung “Maariv”.

Jeden Morgen, wenn ich nach Jerusalem fahre, sei es im Bus oder wie heute it dem Auto, höre ich mir das Morgenmagazin im Radio an, um mir Themen für unsere Internetseite zu suchen. Heute war das quasi unmöglich, denn es gab nur ein Thema. Eine halbe Stunde lang wurde im Radio nur über das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft gesprochen. Es wurden sogar zwei Experten interviewt. Jeden Tag gibt es das Interview mit zwei Experten. Sie reden über die wichtigen Ereignisse des Tages. Heute ging es nur über Fußball und Deutschland. Immer wenn von der deutschen Mannschaft die Rede ist, wenden sich die Medien an einen Professor von der Hebräischen Universität Jerusalem, Professor Moshe Zimmermann, ein Historiker, dessen Eltern aus Hamburg stammten. Er war über mehrere Jahre Gastprofessor in Deutschland und ist ein absoluter Fan der deutschen Nationalmannschaft. In dem Gespräch heute früh ging es neben dem blamablen Spiel von gestern um die Frage, warum es ausgerechnet hier in Israel nicht wenige Israelis gibt, die Fans der deutschen Mannschaft sind. Deutschland sei heute ein Land, das Flüchtlinge aufnimmt, es sei ein anderes Deutschland als damals. Allerdings gibt es auch heute noch Israelis, besonders Nachkommen von Opfern und Überlebenden des Holocaust, die nichts mit Deutschland zu tun haben wollen. Das muss man einfach hinnehmen. Aber die Mehrheit der Israelis denkt heute ganz anders über Deutschland.

Dann wurde darüber gesprochen, warum es auch nicht wenige Menschen gibt, die erfreut über das Ausscheiden der Deutschen sind. Der Professor sprach über den Begriff „Schadenfreude“. Man freue sich eben, wenn ein starkes Team, das kurz vor Beginn der WM noch als Favorit für den Sieg angesehen wurde, fällt. Man habe immer ein Herz für die vermeintlich Schwächeren. David gegen Goliath eben. Das mag wohl auch der Grund dafür sein, dass die Welt Israel immer wieder kritisiert. Das starke Israel gegen die schwachen und armen Palästinenser.

Nun sind wir also wieder zu „unserem“ Thema zurückgekehrt. Auch im Radio beschäftigte man sich nach dem Gespräch mit dem Professor wieder den alltäglichen Nachrichten, eine weiterer Versuch von Arabern aus dem Gazastreifen den Grenzzaun zu durchbrechen und die Raketen der Hamas.

Fußball ist eben keine schlechte Sache, es lässt den Alltag etwas vergessen und kann auch Menschen miteinander verbinden wie wir es gestern im Video des Tages sehen konnten. Übrigens kann es durchaus sein, dass sich Palästinenserchef Mahmud Abbas und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am 15. Juli im Fußballstadion von Moskau treffen werden, denn beide wurden vom russischen Präsidenten Putin zum WM-Finale eingeladen. Ich sagte ja, Fußball verbindet.

Und nun noch ein paar worte zum heutigen Titelbild: Es stammt vom „Tel Aviv White Dinner“, das gestern in Tel Aviv stattgefunden hatte. Dieses weiße gemeinsame DInner fand im Rahmen der „Weißen Nacht“, der „Laila Lavan“ statt, die es heute in Tel Aviv geben wird. Die Stadt wird in der kommenden Nacht nicht ruhen, Geschäfte und Museen werden offen bleiben und auf den Straßen wird es Vorführungen, Konzerte und Partys geben. Mit dieser wei0en Nacht feiert die Stadt Tel Aviv seit 2003, dem Jahr, wo die UNESCO der Stadt Tel Aviv den Status des Weltkulturerbes verliehen hatte, wegen der zahlreichen Häuser im Bauhaus-Stil. Solltem einige unserer Leser gerade in Israel sein, lohnt sich heute Abend ein Abstecjer nach Tel Aviv, die Stadt, die „niemals schläft“.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und wunderbaren Donnerstag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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