Naher Osten

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Saudi-Arabien und Israel: Die Verhandlungen sind komplex, aber…

Hinter verschlossenen Türen, wollen die Saudis Israels Wissen und technologische Entwicklungen für ihre Wende im Land nutzen.

Jedda in Saudi-Arabien. Foto von Unsplash
Jedda in Saudi Arabien. Foto von Unsplash

Hinter verschlossenen Türen verlaufen Verhandlungen über ein Abkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien weiter. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Außenminister Eli Cohen führen seit vergangenem Montag etliche Telefongespräche mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Bahrains Außenminister Abdullatif bin Rashid Al Zayani ist gemäß israelischen Quellen der Vermittler. Und die israelischen Quellen fundieren auf saudische Quellen. Die Verhandlungen sind komplex. US-Präsident Joe Biden übt Druck auf beide Seiten aus und von Netanjahu wird erwartet, dass er seine Vision vorstellt. Israels Regierungsbüro will darüber keinen Kommentar abgeben.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman ist in Manama in Bahrain eingetroffen und leitete von dort aus unter Vermittlung des bahrainischen Außenministers Abdullatif bin Rashid Al Zayani die Gespräche mit Jerusalem. Die Saudis wählten Bahrain als Vermittler für das Abkommen mit Israel. Gemäß israelischen Quellen wie N12 stellt der saudische Palast seinerseits klare Bedingungen für ein Abkommen mit Israel, unter anderem Zugeständnisse an die Palästinenser.

Der palästinensische
Der palästinensische „Sicherheitsapparat“ soll ausgebaut werden. Foto von Nasser Ishtayeh/Flash90

Die Saudis bestehen auf israelischen Zugeständnissen an Palästinensergebiete, einschließlich des Verzichts auf Israels Sicherheitsautorität in Judäa und Samaria, zugunsten einer Stärkung des palästinensischen Sicherheitsapparats. Auch fordern die Saudis die Gewährung von mehr Sicherheitsbefugnissen an Mahmoud Abbas und der Palästinensischen Autonomiebehörde in der Jerusalemer Grabeskirche und der Al-Aksa-Moschee. Die jüdische Klagemauer soll weiter unter israelischer Kontrolle bleiben. Seit Jahren hat Riad versucht die Kontrolle der Heiligen Stätte in Jerusalem zu übernehmen. Zuerst haben sie vorgeschlagen, diese unter ihre Kontrolle zu bekommen, aber dagegen legte das haschemitische Königreich ein Veto ein.

In Jerusalem äußerte sich bisher nur eine Stimme und genehmigte die Gespräche mit dem saudischen Kronprinzen. „Wir werden in den kommenden Wochen wissen, wohin es geht. Wir brauchen Bahrain nicht als Vermittler, wie die Saudis dies fordern, wir kommen mit den Amerikanern gut zurecht.“ Das bahrainische Außenministerium gab am Montag bekannt, dass Außenminister Al Zayani telefonisch mit Israels Minister Cohen gesprochen habe. „Während des Gesprächs überprüften beiden die bilateralen Beziehungen zwischen den Ländern, um gemeinsame Interessen zu verwirklichen“, hieß es. Bahrain fügte außerdem hinzu, dass die beiden die politische Situation im Nahen Osten besprochen hätten und betonten, wie wichtig es sei, Sicherheit, Frieden und Stabilität in der Region zu schaffen. Saudische Quellen haben Jerusalem auch mitgeteilt, dass die neuen Beziehungen mit dem Iran keinen Einfluss auf eine Normalisierung haben werden.

In Riad warten große wirtschaftliche Möglichkeiten auf Israel. Foto von Unsplash
In Riad warten große wirtschaftliche Möglichkeiten auf Israel. Foto von Unsplash

Auch wenn die Normalisierungsverhandlungen mit den Saudis komplex sind, so werden die Bemühungen Früchte tragen. Dies wird in Jerusalem so erwartet. Damit soll eine offizielle Brücke für der israelischen Wirtschaft zum Persischen Golf geöffnet werden. Wie Direktfluglinien, technologische Zusammenarbeit und Tourismus im reichen Land. In der Zwischenzeit sollen bis zum nächsten Hadsch, der islamischen Pilgerfahrt nach Mekka, Direktflüge von Tel Aviv nach Mekka zugelassen werden. Dies aber nur für arabische Bürger Israels.

Israels Tourismusexperte Yossi Fisher, der einzige Israeli, der im Dezember an der großen Tourismuskonferenz in Saudi-Arabien teilnahm, verwies auf die Möglichkeit einer Normalisierung mit Saudi-Arabien. „Die Vision des Kronprinzen, Prinz bin Salman, basiert auf der Entwicklung der Tourismusbranche im Königreich.“ Laut Fisher geht es darum, eine alternative Einkommensquelle zum Öl zu entwickeln, wenn die Welt auf grüne Energie umsteigt. Darüber hinaus wird der Tourismus Millionen von Arbeitsplätzen für saudische Frauen und junge Männer schaffen. Die Mehrheit der saudischen Bevölkerung ist jung , etwa 70 % sind unter 35 Jahre alt. „Zu diesem Zweck investiert das Königreich einen gewaltigen Betrag von sechs Billionen Dollar in die Realisierung des Aufbaus der Tourismusinfrastruktur bis zum Zieldatum 2030“, fügte Fisher hinzu. „Eine halbe Million Hotelzimmer, 5 Giga-Projekte im Umfang von jeweils mehreren Hundert Milliarden Dollar, dutzende kleinere Projekte von mehreren Milliarden Dollar und 27 neue Flughäfen.“ In diesem Bereich wie auch im technologischen Bereich spielt Israel eine wichtige Rolle.

Moslemische Touristen besuchen den Tempelberg, Foto von Jamal Awad/Flash90
Moslemische Touristen besuchen den Tempelberg, Foto von Jamal Awad/Flash90

Das saudische Königreich fühlt wegen Mekka in seinem Land eine Verantwortung für die islamische Welt und damit auch gegenüber dem Palästinenserproblem. Aber auf der anderen Seite profitiert Saudi-Arabien viel mehr von einer engen Beziehung mit Israel. Aus diesem Grund besteht Riad in lauter Stimme auf seinen Forderungen für die Palästinenser. Aber hinter verschlossenen Türen, wollen die Saudis Israels Wissen und technologische Entwicklungen für ihre Wende im Land nutzen. Dies ist eine geistliche und politische Spannung, die Riad und Jerusalem lösen müssen. Eins ist sicher und darüber haben wir in den letzten Jahren schon öfters geschrieben, das Palästinenserproblem interessiert die arabischen Regierungen immer weniger und das drängt die Palästinenser dazu, mit Angriffen auf Israel in die Schlagzeilen zu geraten.

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Patrick Callahan

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2 Kommentare zu “Saudi-Arabien und Israel: Die Verhandlungen sind komplex, aber…”

  1. Serubabel Zadok sagt:

    Israel darf auf keinen Fall, Judäa an die Palästinenser abgeben, nur wegen Frieden mit den Saudis. Der Frieden muss anders verhandelt werden, ohne weitere Landabgabe an die Araber. Das hat noch nie auf Dauer funktioniert und wird in Zukunft auch nicht funktionieren. Wenn der Sicherheitsapparat der PA weiter ausgebaut wird, werden somit Feinde gestärkt. Das ist keine gute Idee, seine Feinde zu stärken. Dann lieber auf den Frieden mit Saudi Arabien verzichten, zumindest solange, bis sie akzeptablere Forderungen stellen.

  2. Andrew Manner sagt:

    Sehe Ich genauso. Seit wann verhandeln Schafe mit ihren Metzgern?
    Die israelische Regierung ist dabei, hier einen großen Fehler zu machen. Der Kronprinz ist ein Wolf im Schafspelz. Die Saudis und andere erdölexportierende Staaten sehen ihre Felle schwimmen, wenn bald die Verbrenner-Motoren verschwinden. Israel ist in der Position zu fordern und nicht KSA oder USA!

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