Netanjahu: Wen kümmert es, was Kanye West sagt?

Der ehemalige Premierminister ist der Meinung, der Staat Israel existiere, um dem jüdischen Volk einen Zufluchtsort vor solchen “Dummheiten” zu bieten, die manchmal von Gewalt begleitet werden.

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Benjamin Netanjahu, Antisemitismus
Kanye West bei einem Besuch in Jerusalem im Jahr 2015 mit seiner Frau Kim Kardashian, die armenischer Abstammung ist. Foto: Hadas Parush/Flash90

Kanye Wests jüngste Ausbrüche gegen die Juden scheinen das einzige Gesprächsthema zu sein. Daher war es keine Überraschung, dass der ehemalige israelische Premierminister Benjamin Netanjahu letzte Woche in einer Late-Night-Talkshow darauf angesprochen wurde.

Bibi versuchte, die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, und zwar nicht, indem er West verteidigte, wie es einige konservative Kommentatoren taten, sondern indem er die Vorwürfe des Rappers als die Art von “Dummheiten” bezeichnete, die Israels Wiedergeburt erforderlich machten.

“Wir hatten schon größere Probleme als diese Dummheiten”, sagte Netanjahu auf die Frage des Moderators Bill Maher. “Aber, wissen Sie, die Kommunisten beschuldigen die Juden, Kapitalisten zu sein, die Kapitalisten beschuldigen die Juden, Kommunisten zu sein.“

Kanye West, so Netanjahu, habe uralte antisemitische Sprüche wiedergekäut, und die Tatsache, dass kulturelle Ikonen immer noch solches Gift versprühen, sei genau der Grund, warum der Staat Israel so wichtig sei:

“Du hast ein Problem, gib den Juden die Schuld. Das ist altes Zeug und sollte keinen Platz in einem zivilisierten Diskurs haben. Das ist der Grund, warum wir den jüdischen Staat gegründet haben – damit das jüdische Volk sich gegen diese Absurditäten verteidigen kann, die manchmal mit Gewalt einhergehen. Wir lassen nicht zu, dass das wieder passiert.”

In einer Reihe von bizarren Beiträgen in sozialen Medien und in Medieninterviews hat West verworrene Versionen verschiedener Verschwörungstheorien geäußert, die von den meisten als antisemitisch angesehen werden. Wests Abstieg in diese Art von Rhetorik scheint durch seine Verbannung von Instagramm ausgelöst worden zu sein, das zum Meta-Netzwerk von Social-Media-Apps im Besitz von Mark Zuckerberg gehört.

Netanjahu vertrat die Ansicht, man solle den Worten des Rappers nicht viel Glauben schenken.

Als er zu den wirklich wichtigen Themen überging, fragte Maher Netanjahu: “Massakrieren Sie die Palästinenser? Führen Sie ethnische Säuberungen durch? Und sind Sie ein Apartheidstaat?”

Bibis Antwort war nachdrücklich:

“Nein, nein, und nein. Ich meine, das sind lächerliche Anschuldigungen gegen die einzige Demokratie im Nahen Osten, die einzige Demokratie, die die Menschenrechte achtet, die die Freiheit verteidigt und Amerikas bester Verbündeter ist.”

Netanjahu erklärte weiter, der palästinensische Staat, den alle so sehr wollen, habe bewiesen, dass er ein Unterdrückungs- und Apartheidstaat sein würde, der dem von den Ayatollahs regierten Iran gleichkomme.

Das wahre Hindernis für eine Einigung, so der Israeli, sei jedoch, dass “die Palästinenser keinen Frieden wollen”.

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