Unter uns: Was taugt ein Abkommen, wenn es nur zu einer weiteren Runde führt? Wovon spreche ich? Ihr denkt vielleicht an den jüngsten Waffenstillstand im Norden. Doch nein, ich erinnere mich an eine Geschichte aus der Bibel – ein Drama zwischen Isaak und Abimelech, zufällig aus der Wochenlesung Toldot, über die auch meine Frau Anat geschrieben hat. Wer diesen Abschnitt liest, fragt sich sofort: Was ist hier eigentlich los? Es scheint, als ob sich das Geschehen wiederholt.
Eine Hungersnot herrscht im Land, und Isaak zieht zu Abimelech, dem König der Philister. Um sich zu schützen, gibt er seine Frau als seine Schwester aus. Die Geschichte endet mit einem Bund zwischen Isaak und Abimelech, und in Anlehnung an diesen Schwur, der nahe einem Brunnen geleistet wurde, erhält der Ort den Namen Beer Scheva – „Brunnen des Schwurs“ oder „Sieben Brunnen“.
Warum habe ich ein Déjà-vu? Natürlich, weil sich all das schon einmal bei Abraham ereignete – nahezu identisch. Sogar der Name Beerscheva wurde damals bereits vergeben. Also, was ist hier los? Warum wiederholt sich die Geschichte?
Sprechen wir kurz über die Stärke Isaaks. Wenn Abraham der Revolutionär, der Wegbereiter ist, dann ist Isaak unser unscheinbarer Vater, der mit Beharrlichkeit und Entschlossenheit, ohne den Glanz des Gründers Abraham, die Grundlagen eines neuen Volkes festigen muss. Und es ist nicht so, dass ihm alles leicht fällt. Die Brunnen, die Abraham gegraben hatte, wurden von den Philistern zugeschüttet. Wörtlich heißt es in der Bibel:
„Und Isaak säte in dem Lande und erntete in demselben Jahr hundertfältig, denn der HERR segnete ihn. Und Isaak ward reich und immer reicher, bis er sehr reich war, und er hatte Schaf- und Rinderherden und eine große Dienerschaft. Darum beneideten ihn die Philister. Und die Philister verstopften alle Brunnen, die Abrahams Knechte gegraben hatten, und füllten sie mit Erde“ (1. Mose 26).
Mit anderen Worten, die Philister sagten damals: „Geh weg, verschwinde! Das ist unser Land! Hier war nie ein Brunnen, und es gehört weder dir noch deinem Vater! – Vom Fluss bis zum Meer soll das Land der Philister frei sein!“ Aber wie bitte? Wir haben einen Vertrag! „Welches Abkommen? Wovon redest du?“, bluffen die Philister.
Doch erst Isaaks unnachgiebige Beharrlichkeit, genau zu den Brunnen zurückzukehren, die die Philister verstopft hatten, und sie bei den Namen zu nennen, die Abraham ihnen gegeben hatte, sendet eine klare Botschaft an die Nachbarn und Feinde: „Ihr könnt mich nicht aufhalten. Ich führe das Werk meines Vaters fort“. Und wo spielt sich diese biblische Szene ab, im Tal von Gerar, nicht weit von Beescheva, dort, wo mein Freund und Landwirt Amnon lebt und wohnt? „Und Isaak ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zur Zeit Abrahams, seines Vaters, gegraben hatten, und nannte sie mit denselben Namen, mit denen sein Vater sie genannt hatte. Auch gruben Isaaks Knechte im Tal Gerar und fanden dort einen Brunnen lebendigen Wassers“.
Es ist genau diese Haltung, die Abimelech dazu bringt, sich erneut mit Isaak zu einigen, diesmal nicht aus einer Position der Stärke heraus, sondern aus der Einsicht heraus, dass die andere Seite nicht nachgeben wird und von himmlischem Segen begleitet ist.
Es ist erstaunlich, wie aktuell diese biblische Geschichte heute ist. Ich bewundere die Bewohner unserer Grenzgemeinden im Süden Israels rund um den Gazastreifen, die voller Leben waren und dann über Nacht von denen zerstört wurden, die sich selbst die modernen Philister nennen. Diese Bewohner sagen: „Wir werden nach Hause zurückkehren. Wir werden die Brunnen wieder ausheben, die die Palästinenser zugeschüttet haben. Wir werden an dieselben Orte zurückkehren, und dort wird wieder lebendiges Wasser fließen“. Diese Menschen, die so viel verloren haben, sagen im Namen Israels zu den modernen Philistern: „Ihr könnt uns nichts anhaben. Glaubt ihr wirklich, dass ihr mich besiegen und vertreiben könnt? Natürlich nicht! Wisst ihr, wer mein Vater ist? Mein Vater ist Isaak.“ Jede Generation im Land und Volk Israel muss mit der Beharrlichkeit und Entschlossenheit Isaaks eine klare Botschaft an die Feinde in der Nachbarschaft senden: „Ihr könnt uns nicht aufhalten. Wir setzen das Werk Gottes und unserer biblischen Erzväter fort“.
Schabbat Schalom!




