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Ran Gvili ist beigesetzt worden

Die Bestattung des jungen Polizisten markiert erstmals seit Jahren das Ende der Zeit, in der israelische Geiseln – lebend oder tot – im Gazastreifen festgehalten wurden.

Ran Gvili
Beisetzung von Ran Gvili in Meitar im Süden Israels. Der Leichnam des jungen Polizisten war seit dem 7. Oktober 2023 von der Hamas im Gazastreifen festgehalten worden und wurde wenige Tage zuvor nach Israel zurückgeführt. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Mit der Beerdigung von Ran Gvili schließt sich ein Kapitel, das Israel seit dem 7. Oktober 2023 begleitet hat.

Ran Gvili war 24 Jahre alt und diente als Freiwilliger in der Spezialeinheit Yasam der israelischen Polizei. Am Morgen des 7. Oktober 2023 befand er sich zuhause, da er sich von einer Verletzung erholte. Als der Terrorangriff aus dem Gazastreifen begann, zog er dennoch seine Uniform an und verließ das Haus, um sich dem Einsatz anzuschließen. In der Nähe des Kibbuz Alumim stellte er sich den Angreifern entgegen und kämpfte weiter, bis er schwer verwundet wurde und fiel. In Israel wurde Ran Gvili nach seinem Tod in Reaktionen aus Politik, Sicherheitskreisen und Medien als Held gewürdigt.

Nach seinem Tod wurde sein Leichnam nach Gaza verschleppt.

Polizeieskorte beim Trauerzug für Ran Gvili. Motorradeinheiten und Einsatzfahrzeuge begleiten den Sarg des jungen Polizisten auf dem Weg zur Beisetzung. Entlang der Strecke stehen Menschen mit israelischen Fahnen. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90.

Gestern wurde Ran in seinem Heimatort Meitar beigesetzt. Zuvor fand ein offizielles Ehrengeleit im Shura-Militärlager bei Ramle statt, dem zentralen Identifikationszentrum der israelischen Sicherheitskräfte. Von dort wurde der Sarg in einem von der Polizei begleiteten Konvoi nach Südisrael überführt. Entlang der Strecke versammelten sich zahlreiche Menschen; viele hielten israelische Flaggen, einige salutierten, andere standen schweigend am Straßenrand.

Trauerzug für Ran Gvili in Meitar im Süden Israels. Der Sarg des jungen Polizisten wird von Sicherheitskräften begleitet, entlang der Strecke stehen Menschen mit israelischen Fahnen Spalier. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90.

An der Zeremonie nahmen neben Familienangehörigen auch hochrangige Vertreter des Staates teil. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte in seiner Ansprache, Ran Gvili habe „im Moment der Wahrheit gehandelt“ und sei im Einsatz für andere geblieben. Zugleich bekräftigte Netanjahu, Israel lasse „keinen seiner Bürger zurück – weder die Lebenden noch die Toten“.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Beisetzung von Ran Gvili in Meitar. Foto: Chaim Goldberg/Flash90.

Auch Staatspräsident Isaac Herzog sprach bei der Beisetzung. Er wandte sich an die Familie und sagte, Ran kehre nun „in den Boden seiner Heimat zurück“. Das Land begleite diesen Moment gemeinsam mit den Angehörigen.

Rans Mutter Talik wandte sich während der Zeremonie an die Anwesenden. Sie sprach über die lange Zeit des Wartens und dankte jenen, die an der Suche und Rückführung ihres Sohnes beteiligt waren. Ihr Dank galt den Sicherheitskräften ebenso wie den Menschen, die das Thema der Geiseln über Monate hinweg präsent gehalten hatten.

Talik Gvili, die Mutter von Ran Gvili, spricht bei der Beisetzung ihres Sohnes in Meitar im Süden Israels. Foto: Tsafrir Abayov/Flash90.

Unter den Trauernden befanden sich zahlreiche Angehörige der israelischen Polizei, Kameraden aus der Yasam-Einheit sowie Vertreter der Sicherheitskräfte. Auch viele Zivilisten nahmen an der Beisetzung teil, darunter Menschen, die Gvili nicht persönlich kannten.

Beisetzung von Ran Gvili in Meitar im Süden Israels. Polizeikräfte tragen den mit der israelischen Flagge bedeckten Sarg durch die Menge. Die Zeremonie wurde von vielen als nationales Gedenken wahrgenommen. Foto: Chaim Goldberg/Flash90.

Am Ende der Zeremonie trug der Sänger und Reservist Idan Amedi ein Lied vor.

Mit der Beerdigung von Ran Gvili gibt es erstmals seit Jahren keine israelischen Geiseln mehr im Gazastreifen. Damit endet ein Zustand, der das Land über lange Zeit begleitet hat.

Rans Schwester nimmt Abschied. Foto: Chaim Goldberg/Flash90.

Die Familie von Ran kann nun Abschied nehmen und trauern. Nun gibt es Gewissheit. Es gibt einen Ort zum Trauern. Ran ist zuhause.

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Patrick Callahan

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