Wer in Israel ständig anklagt, ignoriert gern, dass dieselben Regierungen von Israels Gas profitieren oder bald profitieren wollen. Mit dem Leviathan- und dem Tamar-Feld hat Israel nicht nur seine Energieunabhängigkeit gesichert, sondern auch ein unsichtbares Netz von Abhängigkeiten geknüpft – nach Ägypten, nach Jordanien, perspektivisch sogar nach Europa. Dort, wo man Israel auf Konferenzen moralisch geißelt, verhandelt man zugleich über die nächste Pipeline. Das verändert den Nahen Osten grundlegend. Frieden entsteht nicht aus idealistischen Appellen, sondern aus nüchterner Berechnung: Wer an Israels Gasleitungen hängt, überlegt sich zweimal, ob er Krieg gegen den Lieferanten führen will. Ägypten und Jordanien wissen längst, dass jeder Raketenangriff auf Israel auch ihre Klimaanlagen verdunkeln würde. So paradox es klingt: Öl und Gas haben im Nahen Osten unzählige Konflikte befeuert. Doch das israelische Gas könnte der erste Rohstoff sein, der Kriege verhindert.
Israel wird bis 2040 Gas an Ägypten und Jordanien liefern, ein Geschäft von 35 Milliarden Dollar, das Tel Aviv einen strategischen Hebel gegenüber gleich zwei Nachbarn verschafft. Zum Leidwesen...
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