(JNS) Das U-Bahn-Projekt in Tel Aviv hat diese Woche mit dem Beginn der Vorqualifikationsphase für Unternehmen, die sich um den Bau des größten Infrastrukturprojekts Israels bewerben, einen großen Schritt nach vorne gemacht.
NTA Metropolitan Mass Transit System – die Regierungsbehörde, die das 41 Milliarden Dollar (ca. 35 Milliarden Euro) teure Projekt überwacht – und das israelische Verkehrsministerium gaben am Sonntag den Start der ersten Phase bekannt, in der israelische und internationale Unternehmen um Bauaufträge konkurrieren können.
Die erste Phase, deren Kosten auf etwa 20 Milliarden Dollar (ca. 17 Milliarden Euro) geschätzt werden, umfasst den Bau von 77 Kilometern Doppelröhren und 59 U-Bahn-Stationen. Das Projekt besteht aus drei Linien – M1, M2 und M3 – mit einer Gesamtlänge von etwa 145 bis 150 Kilometern und mehr als 100 Stationen, die Israels kulturelles und wirtschaftliches Zentrum am Mittelmeer mit den nahe gelegenen städtischen Zentren im Norden, Süden und Osten verbinden.
„Es handelt sich um eines der größten und komplexesten Projekte, die seit der Gründung Israels durchgeführt wurden“, erklärte Itamar Ben Meir, CEO von NTA. „Für das Projekt werden rund 20 Tunnelbohrmaschinen benötigt, die etwa 40 Millionen Kubikmeter Erde abtragen werden, und mehr als 16.000 Facharbeiter – viele davon aus dem Ausland – werden daran beteiligt sein.“
Die israelische Verkehrsministerin Miri Regev bezeichnete den Start der ersten Phase am Montag als „großartige Nachricht für den Großraum Tel Aviv und ganz Israel“.
„Wir werden Staus durch Konnektivität, Zugänglichkeit und intelligenten Verkehr reduzieren, der den Menschen mehr Möglichkeiten bietet“, sagte sie.
NTA plant die Veröffentlichung von elf groß angelegten internationalen Ausschreibungen für den Bau weiterer Projektabschnitte. Die Behörde erklärte, dieser Prozess werde voraussichtlich fortschrittliche Technologien, internationales Fachwissen und erstklassige Ingenieurskompetenzen nach Israel bringen.
In Vorbereitung auf die Ausschreibungsphase kehrte eine israelische Delegation unter der Leitung von Ben Meir von einem Besuch in Südkorea zurück, wo sie sich mit Führungskräften großer Unternehmen wie Hyundai und Samsung getroffen hatte. Ziel der Gespräche war es, das israelische U-Bahn-Projekt vorzustellen und das Interesse Koreas an einer Beteiligung an der milliardenschweren Initiative zu wecken.

Zu den Interessenten gehörte auch der globale Präsident von Hyundai, der sich persönlich mit der Delegation traf. Die NTA-Vertreter rechnen mit einer starken globalen Beteiligung an dem Projekt sowie einer bedeutenden Beteiligung israelischer Infrastruktur- und Bauunternehmen.
„Der Umfang der Arbeiten ist immens“, so die Behörde. „Zehntausende von Arbeitern und Dutzende von Tunnelbohrmaschinen werden zum Einsatz kommen. Die Metro wird die Zukunft des Verkehrs in Israel neu definieren.“
Die Fertigstellung des Projekts ist für den Zeitraum zwischen 2037 und 2040 vorgesehen.
Die rund 85 Kilometer lange Nord-Süd-Linie M1 wird 62 Stationen umfassen und täglich eine Million Fahrgäste nach Ra’anana, Herzliya, Holon, Rishon LeZion und zu vielen anderen Zielen befördern.
Die fast 26 Kilometer lange M2-Linie, die die östlichen Regionen mit Tel Aviv verbindet, wird 22 Stationen umfassen und täglich 540.000 Fahrgäste nach Givatayim, Ramat Gan, Bnei Brak und Petah Tikva befördern. Sie wird auch eine Haltestelle am Wolfson-Krankenhaus in Holon haben.
Die Linie M3 wird über 38 Kilometer lang sein und die Beschäftigungszentren entlang der inneren Ringgrenze des Großraums Tel Aviv von Herzliya bis Bat Yam verbinden, mit einer Nebenstrecke zum Flughafen Ben Gurion. Der Umstieg erfolgt an der Station Bikat Ono in Or Yehuda. Die M3 wird täglich 480.000 Fahrgäste zu 25 Stationen befördern.
Das U-Bahn-System wird an das Stadtbahnnetz von Tel Aviv angebunden, dessen rote Linie seit 2023 in Betrieb ist. Die Arbeiten an der grünen und der violetten Linie werden fortgesetzt, die Eröffnung ist für 2028 geplant. Außerdem wird weiter an einem Bus-Rapid-Transit-System gebaut, das Tel Aviv, Rishon LeZion, Nes Ziona und Rehovot verbinden wird.




