Eine hebräische Lektion und was grünes Gras manchmal so besonders macht

von David Shishkoff

Eine Wanderung in den ruhigen nördlichen Regionen Israels erinnert uns daran, diese Momente des erfrischenden Friedens zu genießen, den Gott uns schenkt

| Themen: Israel, Hebräisch
Der Norden Israels ist zu dieser Jahreszeit üppig grün. In der linken Ecke ist der See Genezareth zu sehen. Foto: David Shishkoff

Das heutige hebräische Wort ist “Ra’anan”. Es bedeutet frisch/grün/verdünnt/üppig. Es kommt in der Bibel in Psalm 52,8 vor. Übrigens ist es auch der Name der trendigen, wohlhabenden Stadt, in der Premierminister Bennett lebt – der Tel Aviver Vorort “Ra’anana”.

Einige von Ihnen, die in Ländern leben, in denen es das ganze Jahr über reichlich regnet, werden vielleicht nicht ganz nachvollziehen können, wie besonders die einfache Farbe Grün für diejenigen von uns ist, die in trockeneren Gefilden leben…

Jeder, der schon einmal im Sommer in Israel war, weiß, dass das Heilige Land die meiste Zeit des Jahres sehr trocken, gelb und staubig ist. Es braucht den “Frühregen” und mehrere Zugaben im Spätherbst nach dem Laubhüttenfest, bevor die Saat überzeugt ist und irgendwann im Dezember zaghafte grüne Sprösslinge treibt. Dann haben wir ein paar kostbare Monate, in denen unsere Augen in grünen israelischen Landschaften baden können.

Jedes Jahr nehme ich mir vor, dass ich DIESES Jahr die Familie an den Wochenenden bewusst und absichtlich aus dem Haus hole, um die grüne Frühlingszeit zu genießen. Wir stellen uns das wie kleine Ausflüge auf die Smaragdinsel oder in die grünen schottischen Highlands vor.

Als Purim uns einen freien Tag bescherte und unser dritter Sohn nur wenige Tage vor seiner Einberufung in die Armee stand, machten wir uns in unserem in die Jahre gekommenen Jeep auf den Weg und staunten nicht schlecht, als wir das nördliche Ende des Sees Genezareth umrundeten und auf halber Höhe den Aufstieg zu den Golanhöhen erklommen. Der Verkehr war erfreulich spärlich. Nach zwei falschen Abzweigungen fanden wir schließlich die unbefestigte Straße, die uns zu einem Zusammenfluss von zwei Flüssen (El-Al und Semech) führen würde. Im trockenen Israel ist schon ein einziger fließender Bach ein Anlass zum Staunen. Zwei Bäche auf einen Schlag sind also fast schon etwas Ungewöhnliches.

Ein schnell fließender Bach ist in diesem Land eine Seltenheit. Zwei an einem Ort? Fast unmöglich. Foto: David Shishkoff

Wie Israel Heute berichtete, war dieser Winter mit reichlich Regen gesegnet. So entpuppte sich die unbefestigte Straße, die auf der Karte so kurz und gerade aussah, auf halber Strecke zum H2O-Treffpunkt mehrerer schlammiger Tümpel. Wir ließen das Fahrzeug kurz vor den epischen Schlammabschnitten stehen und gingen zu Fuß weiter. Schließlich ist Bewegung eine gute Sache. Wieder erwiesen sich die unschuldig aussehenden Höhenlinien auf der topografischen Karte als widerspenstig. Der Weg wurde steiler, bis wir plötzlich das für unsere Ohren so ungewohnte und seltene Geräusch von Wildwasser-Stromschnellen hörten. Alle paar Minuten hielt ich an und versuchte, die saftig grünen Hügel mit meiner Kamera einzufangen, beflügelt von dem Gedanken, dass ich ein paar davon zu Ihrem Vergnügen, liebe Leser, veröffentlichen könnte.

Das Grün zu dieser Jahreszeit ist atemberaubend, aber es wird nicht lange bleiben. Foto: David Shishkoff

Während wir uns in seliger Ruhe die Westseite der Golanhöhen hinaufschlängelten, vergaßen wir völlig, dass nur 12 km entfernt, auf der Ostseite der Golanhöhen, gefräßige “Löwen” kauern, die darauf hoffen, zuzuschlagen – die Hisbollah und der Iran, um nur einige zu nennen. In den letzten Tagen haben wir auch erfahren, dass die russische Militärpräsenz an der syrisch-israelischen Grenze immer offensichtlicher wird. All dies kann leicht die biblische Sprache einer Konstellation von Feinden heraufbeschwören, die die “Berge Israels” von Norden her angreifen wollen.

Mehrere Stunden lang konnten wir das grüne, grüne Gras auf “unserer” Seite des Zauns genießen. Und in der Tat sind der relative Friede und der Wohlstand im Land Israel nicht als selbstverständlich anzusehen. Das erinnert mich an einen anderen Vers aus den Psalmen. “Er lässt mich lagern auf grünen Auen. Er führt mich an stilles Wasser. Er erquickt meine Seele.”

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