(JNS) Schon vor dem Krieg waren die Israelis mit einer ausgeprägten Protestkultur vertraut. Demonstrationen gegen die Justizreform, Auseinandersetzungen über öffentliches Gebet in Tel Aviv und anti-haredische Märsche in Bnei Brak hielten das Land in einem dauerhaften Zustand politischer Spannung. Heftige Debatten in der Knesset waren Routine, ja kaum der Rede wert.
Dann kam der 7. Oktober 2023.
In den Tagen unmittelbar nach den Angriffen der Hamas schienen die Gräben zu verschwinden. Über Nacht entstanden massive Freiwilligeninitiativen, und aus einer zerstrittenen Gesellschaft wurde eine, die mit ungewohnter Geschlossenheit und Mitgefühl handelte.
Am 8. Oktober versammelten sich im Keller von Shelly Shem Tov, der Mutter des entführten Omer Shem Tov, Familien der Verschleppten, unterstützt von Vertretern von rund 1.400 weiteren Familien.
Aus diesem Treffen ging das Forum der Geiseln und Vermissten (Hostages and Missing Persons Forum, HMFF) hervor – eine basisnahe, ehrenamtlich getragene Initiative, die sich rasch von Israel auf mehr als 70 Länder ausweitete. Die Führung des Forums betonte, die Organisation sei unpolitisch. Doch war sie...
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