Die Berliner Jüdischen Kulturtage hatten in diesem Jahr einen besonders bewegenden Moment: Agam Berger, eine ehemalige israelische Geisel, spielte am Freitag die israelische Nationalhymne „Hatikva“ auf der Violine. Der Auftritt fand im Rahmen der 38. Jüdischen Kulturtage in der deutschen Hauptstadt statt.
Die 21-jährige Berger, Feldbeobachterin der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, war am 7. Oktober 2023 aus dem Stützpunkt Nahal Oz entführt worden. Insgesamt verbrachte sie 482 Tage in der Gefangenschaft der Hamas, bevor sie im Januar im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens freikam.
Während der Veranstaltung in Berlin stand sie erstmals seit ihrer Freilassung auf einer deutschen Bühne. Die Organisatoren beschrieben ihren Auftritt als „stillen Moment der Hoffnung und der Verbundenheit“, der im mit mehreren hundert Gästen gefüllten Saal lange nachwirkte.
Former hostage Agam Berger played “Hatikvah” in Berlin.
Jews gathered to sing Hatikvah after the Nazis‘ Bergen-Belsen camp was liberated in 1945. Today, Agam played it after surviving 482 days in Hamas captivity.
Our hope is not yet lost. This is the sound of Jewish resilience. pic.twitter.com/zybX3x4NTv
— Hen Mazzig (@HenMazzig) November 15, 2025
Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte Berger beim „March of the Living“ in Polen musikalische Stücke aus dem Film Schindlers Liste aufgeführt – auf einer rund 130 Jahre alten Violine, die den Holocaust überstanden hatte. Der Auftritt in Berlin knüpfte daran an und wurde von einem ausführlichen Gespräch begleitet, in dem Berger über ihren Glauben, ihre Resilienz und die Monate der Ungewissheit berichtete.
Sie war gemeinsam mit mehreren jungen Soldatinnen am 7. Oktober aus Nahal Oz verschleppt worden. Seit ihrer Freilassung spricht Berger offen darüber, wie sie während ihrer fast 500 Tage in Gefangenschaft Kraft schöpfte und welche Bedeutung Musik für ihr Durchhalten hatte.

Die Jüdischen Kulturtage in Berlin, eine der größten jährlichen jüdischen Kulturveranstaltungen in Deutschland, widmeten ihr diesjähriges Programm verstärkt Themen wie Erinnerung, Identität und dem Wiederaufbau jüdischen Lebens nach den Ereignissen des 7. Oktober.




