(JNS) Bislang scheint es, als gäbe es einen Gegensatz zwischen der amerikanischen und der israelischen Haltung gegenüber der Islamischen Republik Iran.
Im Guten wie im Schlechten hält Washington an dem fest, was vom Memorandum of Understanding (MoU) übrig geblieben ist. Die Vereinigten Staaten wollen „den Rasen mähen“ und die Straße von Hormus öffnen. Israel hingegen ist der Ansicht, dass die Islamische Republik und all ihre Terror-Stellvertreter ausgelöscht werden müssen, damit der jüdische Staat überleben kann.
Irgendwann wird es darauf hinauslaufen, dass entweder die Islamische Republik überlebt oder Israel. Es wird zu einem Nullsummenspiel werden.
Nach dem Tod von zwei US-Soldaten in Jordanien und eines weiteren im Irak in den vergangenen Tagen schlagen die Vereinigten Staaten nun mit voller Härte zurück. Durch diese Todesfälle ist die Gesamtzahl der seit Beginn des Konflikts mit dem Iran am 28. Februar getöteten amerikanischen Soldaten auf 17 gestiegen. Das stärkt den amerikanischen Entschluss nur noch weiter, während zusätzliche Kampfflugzeuge in die Region verlegt werden.
Solange der Iran sich für eine Eskalation entscheidet, können die Vereinigten Staaten nicht deeskalieren. Das MoU war für die Islamische Republik ein Ausweg, doch offenbar haben ihre Führer beschlossen, ihn nicht zu nutzen. Die Iraner haben Schiffe angegriffen, die die Straße von Hormus passieren, auf Schiffe geschossen, die iranischen Anweisungen nicht Folge leisteten, und Raketen auf Golfstaaten abgefeuert.
Wie soll man mit den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) verhandeln – einer maßgeblichen Macht, die unbeirrbar daran festhält, dass die westliche Zivilisation von der Landkarte verschwinden muss? Ihre Angehörigen, die die Freiheiten des Westens verachten, bevorzugen stattdessen eine schiitische Vorherrschaft.
Seit der Islamischen Revolution von 1979 hat keine Regierung den Willen aufgebracht, sich den herrschenden Mullahs entgegenzustellen – trotz massiver Drohungen amerikanischer Präsidenten. Während iranische Wissenschaftler am Bau von Atomwaffen arbeiten, die letztlich gegen Israel, andere Akteure in der Region und den Westen eingesetzt werden sollen, bleibt Amerika keine andere Wahl, als zurückzuschlagen.
Was den Libanon betrifft, so haben Israel und Beirut am 26. Juni in Washington ein von den Vereinigten Staaten vermitteltes Rahmenabkommen mit 14 Punkten unterzeichnet. Das Abkommen soll die Feindseligkeiten beenden und einen schrittweisen israelischen Rückzug aus dem Südlibanon ermöglichen. Die vom Iran kontrollierte Stellvertreterorganisation Hisbollah hat die Vereinbarung jedoch kategorisch zurückgewiesen.
Die Hisbollah hat stets wie ein „Staat im Staate“ agiert. Die libanesischen Streitkräfte sind der Terrororganisation, die ihr Geld und ihre militärische Stärke aus dem Iran bezieht, bei Weitem unterlegen.
Gleichzeitig hat sich die Hamas, die inzwischen 40 Prozent des Gazastreifens kontrolliert, nicht bereit erklärt, ihre Waffen niederzulegen. Die Vereinten Nationen haben inzwischen bestätigt, dass die Hamas die Verteilung von Lebensmitteln und Hilfsgütern kontrolliert und in den von der Terrororganisation beherrschten Gebieten des Gazastreifens ihre Macht ausübt.
Die Huthis haben Vergeltungsangriffe gegen Saudi-Arabien gestartet. Die IRGC haben Angriffe auf Jordanien, Kuwait und Bahrain durchgeführt. Der gesamte Nahe Osten scheint in Flammen aufzugehen.
Dennoch wollen die Vereinigten Staaten aus eigenen Gründen nicht, dass Israel in diese aktuelle Eskalationsrunde hineingezogen wird. Sollte Jerusalem jedoch erneut ins Visier Teherans geraten, hat Verteidigungsminister Israel Katz zugesichert, dass der jüdische Staat auf jeden iranischen Angriff „mit voller Härte“ reagieren werde.
Schnallen Sie sich an – und rechnen Sie mit heftigen Turbulenzen auf dem weiteren Weg.




