Zu früh gefreut. Der Ethikausschuss des Israelischen Parlaments, der Knesset, hat gestern überraschend gegen die Aufhebung des Verbots für die Abgeordneten, den Tempelberg zu besuchen, gestimmt. Auch äußerte er sich sich kritisch gegenüber dem Vorsitzenden der Knesset, Juli Edelstein, nachdem dieser ihm die Entscheidung über das Besuchsverbot des Tempelbergs überlassen hatte. Der Ausschuss wird zu einem späteren Zeitpunkt erneut über eine Aufhebung des Besuchsverbot beraten.
Tempelberg
Seit acht Monaten ist es den Abgeordneten der Knesset, Arabern wie Juden, verboten, den Tempelberg zu betreten. Heute wird sich die Ethikkommission erneut treffen, um über eine Aufhebung des Verbots zu beraten, nachdem sich arabische Knesset-Abgeordnete an den Vorsitzenden der Knesset, Juli Edelstein, gewandt hatten mit der Bitte, das Besuchsverbot aufzuheben.
Die Jerusalemer Stadtverwaltung hat am vergangenen Dienstag von der jordanischen Stiftung, der Waqf, die für den Tempelberg verantwortlich ist, einen sofortigen Baustopp auf dem Tempelberg verlangt. Die Aktivitäten des Waqf würden dem Tempelberg und den dort vergrabenen Artefakten erhebliche Schäden zuführen.
Eigentlich war es bereits beschlossene Sache: Nachdem auf dem Tempelberg in Jerusalem keine Ruhe eingekehrt ist, hat US-Außenminister John Kerry vorgeschlagen, dort Sicherheitskameras anzubringen. Nun hat sich aber der hochrangige palästinensisch-arabische Kleriker Najah Bakhirat zu Wort gemeldet. Er kritisierte die Vereinbarung und drohte damit, dass die Muslime jede israelische Sicherheitskamera innerhalb weniger Stunden zerstören würden.
Die Google Suchmaschine führte bei der Eingabe von „Tod den Juden“ auf Hebräisch direkt zum jüdischen Tempelberg in Jerusalem und zur Al-Aksa-Moschee.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat am Mittwochabend angeordnet, dass Mitglieder seiner Regierung und israelische Parlamentsabgeordnete den Jerusalemer Tempelberg vorerst nicht mehr betreten dürfen. Netanjahu will damit ein Zeichen setzen, damit die Gewalt zwischen Juden und Palästinensern im Heiligen Land nicht weiter eskaliert. Allein am Mittwoch gab es fünf Terrorangriffe, bei denen sieben Israelis zum Teil schwer verletzt wurden (Israel Heute berichtete). Ein Armeesprecher versicherte, die Lage in den Palästinensergebieten sei „unter Kontrolle“.
Knessetabgeordnete des rechten und linken Lagers haben den arabischen Abgeordneten Jamal Zahalka (60, Foto) scharf kritisiert, weil er die Spannungen auf dem Tempelberg noch weiter anheize und Öl ins Feuer gieße. Für einige seiner Äußerungen könnte er sogar strafrechtlich belangt werden. Am Dienstagabend besuchte er die Heilige Stätte. Dort traf er auf eine Gruppe religiöser Juden. Zahalka soll sie angeschrien haben, sie seien „verrückte Verbrecher“, „Faschisten und Rassisten“. Der Abgeordnete forderte sie auf zu verschwinden. Die Polizei stoppte den aufgebrachten Politiker.
Kurz vor Beginn des jüdischen Neujahrsfestes haben sich Palästinenser am Sonntagmorgen in der Al Aksa-Moschee auf dem Jerusalemer Tempelberg verbarrikadiert. Polizeikräfte haben das Gebäude gestürmt und dabei Teile der Kampf-Ausrüstungen der Palästinenser beschlagnahmt. Die Randalierer warfen Feuerwerkskörper und Steine auf die Polizisten, als diese versuchten, die Aufrührer in die Moschee zu drängen.
Ein christlicher Tourist aus Frankreich wurde am Dienstag von einem moslemischen Mob auf Tempelberg angegriffen, als er eine israelische Flagge auf dem heiligsten Ort der Juden schwenkte.
Arabische Jugendliche haben am Sonntag auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee randaliert und israelische Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern beschossen. Mehrere Beamte wurden verletzt. Nach Polizeiangaben hatten sich die Jugendlichen in der Moschee verbarrikadiert, um jüdische Besucher angreifen zu können. In Israel wurde am Sonntag der Fastentag Tisha B’Av begangen, an dem die Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels betrauert wird.



