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Natürlich hat Bibi Feinde im Volk

Frühere Ministerpräsidenten und Stabschefs arbeiten daran, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu stürzen.

Ehud Barak
Wollen Netanjahu stürzen: die ehemaligen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und Ehud Barak. Archivbild: Yonatan Sindel/Flash90

Der rechtsorientierte Fernsehsender Channel 14 enthüllte eine geheime WhatsApp-Gruppe, deren Mitglieder die Gründer und Anführer der Proteste gegen Benjamin Netanjahu sind. In der Gruppe suchen hochrangige Politiker, Stabschefs und ehemalige Ministerpräsidenten nach neuen Wegen, die Proteste gegen die Gesetzesreform wiederzubeleben. Unter anderem planen sie eine Blockade des internationalen Flughafens Ben Gurion. Ziel ist es einzig und allein, die rechtsnationale Regierungskoalition unter Benjamin Netanjahu zu stürzen. Im Grunde war das schon vorher bekannt, aber jetzt ist alles auf einem Screenshot der WhatsApp-Gruppe zu sehen. Nicht der Chat ist das Problem, sondern das Ignorieren der Person mit einer anderen Meinung ist das Problem. Zu der exklusiven WhatsApp-Gruppe ehemaliger Ministerpräsidenten gehören auch Ehud Barak und Ehud Olmert.

Barak rief kürzlich in den Medien zum Bürgerkrieg auf, sollte die Justizreform nicht gestoppt werden. Die ehemaligen Stabschefs der israelischen Armee in dieser Chatgruppe sind Dan Halutz und Moshe „Bugi“ Yaalon. Zusammen mit anderen führenden Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft überlegen sie, wie sie die Proteste wiederbeleben können und planen den nächsten Schritt. Diese Leute haben wirklich kein einziges gutes Wort über Benjamin Netanjahu zu sagen. Sie haben nur ein Ziel: ihn aus dem Amt zu jagen. Aber das ist nicht nur ihr Problem, das ist ein nationales Problem in der Bevölkerung. Keiner von uns hat die Geduld, dem anderen zuzuhören und ihn zu verstehen. Jeder ist auf seine Seite fixiert. Die Linken sehen in jeder rechten und religiösen Idee, Politik und Behauptung nichts als Unrecht. Umgekehrt zeigen die Rechten aber auch keinen Respekt vor den Linken. Sie hocken alle in ihren Bunkern und wollen nichts von ihren Brüdern und Schwestern mit anderen Meinungen hören. Nur wenige schaffen es, aus ihrer Blase auszubrechen.

Ruft zum Volksaufstand auf: Ehud Barak bei einer Protestdemonstration in Tel Aviv. Foto: Avshalom Sassoni‎‏/Flash90

Der ehemalige Ministerpräsident und freigelassene Häftling Ehud Olmert bezieht sich in dem Chat direkt auf das, was er in der Vergangenheit gesagt hat: „Zu Beginn des Protests habe ich gesagt, dass der Kampf nicht in Seminaren und akademischen Reden stattfindet. Wir müssen direkt kämpfen, Hand in Hand. Es wurde mir gesagt, dass ich mich zu aggressiv geäußert habe. Aber es scheint, dass diese Worte ihre Gültigkeit nicht verloren haben, ganz im Gegenteil. Ohne Gewalt und Gesetzesbruch, aber wie im Krieg“.

Nachdem Ehud Barak in den Medien zu Unruhen und Blockaden aufgerufen hatte, schrieb er in dem Chat auch, dass es dringend notwendig sei, mit voller Kraft weiterzumachen. „Alle Anfänge sind schwierig, und wir stehen am Anfang einer neuen Phase. Es ist schwierig, aber notwendig. Wir dürfen jetzt keine Pause machen, unter keinen Umständen. Der ehemalige Generalstabschef Dan Halutz erklärte: „Freunde, wenn wir nicht Tausende von Teilnehmern mobilisieren, um eine echte Wirkung zu erzielen, dann können wir auch gleich schluss machen. Wir müssen uns mit aller Kraft darum bemühen, eine schlagkräftige Truppe aufzubauen. Ich spende drei Fahrzeuge für diesen Zweck“. In dem Chat wurde die Idee geäußert, den Flughafen Ben Gurion zu blockieren. „Wenn es nicht 500 Fahrzeuge gibt, wird es ein Fiasko geben“, sagte Halutz.

Der Bericht von Channel 14 über den Chat der WhatsApp-Gruppe (hebräisch):

Ishai Hadas, eine Schlüsselfigur in der WhatsApp-Gruppe, enthüllte die Wahrheit über die Anzahl der Teilnehmer an den Protesten, als er sich 35.000 Demonstranten wünschte. „Wir brauchen 35.000 Menschen. Wenn das Mediensystem des Einsatzzentrums nicht in der Lage ist, ein Drama zu inszenieren, wird es nicht die benötigte Menge bringen. Wir müssen das Risiko eingehen, ein Ultimatum und einen dramatischen Count-down zu stellen.“

Fernsehinterviews zeigen, wie engagiert Barak ist, aber er erweckt den falschen Eindruck, dass er sozusagen mit dem Herzen dabei ist, aber selbst nicht involviert. In dem Chat wird der genaue Plan vorgestellt. Die Organisatoren fangen an, praktisch zu reden und stellen die Schwierigkeiten dar, indem sie eine nach der anderen die Strafen aufzählen, die den Demonstranten in Israel drohen. Barak schlägt dafür einen Fonds vor, der im Notfall die Bußgelder übernehmen soll, Hauptsache, die Leute kommen. Die Organisatoren befürchten ein Scheitern und schlussfolgern: “ Wenn Israels Verteidigungsminister Yoav Galant nicht ein zweites Mal rausgeschmissen wird, werden keine Tausende kommen.“

Menschen blockieren die Ayalon-Schnellstraße in Tel Aviv bei einem Protest gegen die geplante Justizreform. Ist das erst der Anfang? Foto: Omer Fichman/Flash90

Ein mächtiges Staatsoberhaupt hat und wird immer mächtige Feinde im Volk haben. So war es in der Geschichte und so ist es auch heute mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Das Volk muss unbedingt lernen, einander zuzuhören, auch wenn man mit der Meinung des anderen nicht einverstanden ist. Blinder Hass in der Bevölkerung, wie er in der WhatsApp-Gruppe deutlich wurde, ist am Ende immer ein Eigentor.

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Patrick Callahan

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2 Kommentare zu “Natürlich hat Bibi Feinde im Volk”

  1. Serubabel Zadok sagt:

    Die Volksverhetzer Ehud Olmert und Ehud Barak gehören eingesperrt. Was sie tun, gleicht einem Putschversuch.

  2. hdfuerst sagt:

    Die Feinde der Justizreform sind keine gläubigen Juden, sonst würden sie vor ihrem Vorhaben, diese zu verhindern, Gottes Strafe für ihre Haltung fürchten. Es geht darum, dass die Richter in Israel keine Urteile fällen dürfen, die Gottes Gesetzen widersprechen. Sie müssen – angepasst an die jetzigen Verhältnisse – mit Gottes Gesetzen konform sein.
    Im Tanach wird von dem „REST des Volkes“ geschrieben; das bedeutet, dass nicht alle, die sich Juden nennen, auch als solche von Gott anerkannt werden.

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