Chen Gross diente in der Eliteeinheit Maglan. Zu seinem Gedenken hat sein Freund und Kamerad Michael Silem heute an seinem Grab bewegende Worte gesprochen. Hier findet ihr die deutsche Übersetzung dieser Rede – sie wurde von einem Kameraden eines gefallenen Reservisten verfasst und bringt die aktuelle Stimmung vieler israelischer Kämpfer zum Ausdruck. Wenn ihr wirklich verstehen wollt, was Israel ausmacht, wer die junge TikTok-Generation ist und warum wir unsere Kämpfer so sehr lieben, dann: Lest diese Rede. Bitte!
Als wir losgingen, sah ich in den oberflächlichen Schlagzeilen – wie bei jedem Gefallenen (als gäbe es in diesem Land etwas Wichtigeres) –, dass über dich stand: Mitglied der Bereitschaftseinheit in Hinanit. Und ehrlich gesagt, das hat mich wütend gemacht. Nichts gegen die Bereitschaftseinheit in Hinanit, aber mal im Ernst – man hätte noch ein paar andere Titel über Chen Gross schreiben können. Man hätte schreiben können: „Ein wilder Mensch.“ Drei Worte. Kurz und treffend. Man hätte schreiben können: „Der Mann mit den besten Händen der Welt. Einer, der alles reparieren und alles bauen konnte. Autos, Motorräder, Traktoren – bring’s einfach her.“ Nichts hat dich je abgeschreckt. Man hätte schreiben können: „Der beste Soldat im besten Team der Armee.“ Ja, ganz genau. Kein leeres Gerede, sondern echte Realität an der Kampffront. Man hätte auch sagen können: „Hinterlässt rund 70 Frauen und unzählige Verehrerinnen. Scheinbar hat sogar deine Glatze funktioniert.“ Man hätte sagen können: „Der beste Freund, den man sich wünschen kann.“ Nichts hat dich je abgeschreckt. Wenn man fragte: „Kommst du mit zum Ausflug?“ – Na klar. „Fallschirmspringen?“ – Klar. „Training?“ – Klar. „Bäume pflanzen?“ – Klar.
Wenn jemand in der Gruppe fragte: „Wer will vor dem Reservedienst früh joggen?“, dann rannte man um fünf Uhr früh keuchend hinter dir her – du in der Weste, in deinem unmenschlichen Tempo. Dein Spruch war immer: „Droh mir nicht.“ Und wir wussten: Du meinst es ernst. Du warst das größte Herz, das wir kannten. Der größte Schnurrbart. Der Mann der Männer. Was für ein Mann du warst. Wenn die Mütter Israels wüssten, was für ein Mann du warst, jeder dritte Sohn würde Chen Gross heißen – in der Hoffnung, dass der Name einen Funken Männlichkeit auf das Neugeborene überträgt.
Nur vor zwei Wochen, als alle zur Erholung aus Gaza zurückkamen, bliebst du. Du fuhrst einen riesigen Bagger, den du noch nie zuvor gefahren bist, nur um noch einen Tag bei der Mission zu helfen. Zohar aus der Einheit sagte zu mir: „Ich schäme mich für meinen Schnurrbart. Schau dir Chen Gross an, der verdient seinen Schnurrbart!“ Und Dani vom Team sagte: „Wie viel Alpha kann ein Mensch überhaupt sein?!“ Du hast Gerede gehasst; sinnloses Geschwätz war dir ein Gräuel.
In den letzten Wochen haben uns viele Kommandeure besucht – sie wollten wohl wissen, wer diese Truppe komischer Typen ist, über die alle reden. Und wie immer hast du dich freiwillig gemeldet, nicht zu erscheinen. Es hätte dich nur genervt. „Lasst mich einfach arbeiten“, hättest du bestimmt gesagt. Und wie wütend du warst – wow. Noch ein Titel: Der hitzköpfigste Mensch überhaupt. Es gab nichts, was der Truppe mehr Freude bereitete, als dich explodieren zu sehen, jemanden fast zu zerreißen – egal, ob es ein hoher Offizier oder ein einfacher Soldat war – und dann dein legendärer Satz: „Wütend? Ich? Ich bin doch überhaupt nicht wütend. Du hast keine Ahnung, wie ich bin, wenn ich WIRKLICH wütend bin.“ Und wir alle hatten ein bisschen Angst, dass du recht hattest.
Aber ehrlich gesagt: Wir haben dich nie wirklich wütend gesehen. Du hast mich immer gefragt: „Ich werde doch besser, oder?“ Und ich antwortete „ja“ – aus Angst. Aber ernsthaft, Chen, besser? Ach komm.
Du hast alles mit vollem Herzen gemacht. Kein Halbgas, nicht mal 90 %. Und genau das machte dich so besonders: Du hast Exzellenz und Perfektion gefordert – von dir selbst und von allen um dich herum. Ich denke, genau deshalb haben wir uns verbunden. Du warst 100 %, ich war vielleicht 60 oder 70. Hätten wir diskutiert, hättest du mir am Ende aus Höflichkeit die 70 gegeben – und dann hinter meinem Rücken zu den Jungs gesagt: „Er ist höchstens 40.“
Vor etwa zwei Jahren sagte ich im Team: „Es wird irgendwann einen Krieg im Libanon geben. Und wir – die mit den regulären Truppen manövrieren – werden bei den steilen Anstiegen mit dem schweren Gepäck zusammenbrechen.“ Ich schickte allen einen Trainingsplan mit einem Test, den der Fitnessoffizier des Generalstabs entwickelt hatte. Du MUSSTEST diesen Test machen. Du hast mich wahnsinnig gemacht.
Da ich leider ein Laufband im Studio habe, hast du den Test bei mir gemacht – und mich gleich gezwungen, mitzumachen. Ich bekam „unterdurchschnittlich“, du „gut“, aber nicht das Maximum – und das hat dich in den Wahnsinn getrieben. Natürlich hast du bald die volle Punktzahl erreicht – und mich weiterhin zum Training geschleppt. Nachdem du den Test bestanden hattest, hast du ein riesiges Trainingsgerät gebaut, um den Test mit noch mehr Gewicht auf dem Rücken zu machen.
Wenn Leute im Studio mich fragten: „Was ist das? Wer ist das?“ sagte ich: „Keine Ahnung – hab den Typ noch nie gesehen.“ Und innerlich platzte ich vor Stolz. Unser Witz war: „Wenn ich mich verletze, wirft mich Chen einfach auf seinen Rücken und trägt mich durch ganz Libanon.“ Locker.
Und genau so war es dann auch – als wir bei der Libanonübung unsere Einheit anführten – und du unser Team angeführt hast, als wäre es ein Klassenausflug. Wir kraxelten brutale Steigungen hoch, schnauften, um nicht zu kollabieren – und du knietest seelenruhig mit deinem Gewehr im Anschlag – in perfekter Haltung.
Ein Wort noch über unser Team – dieses besondere Team mit diesem besonderen Kommandeur, dem wir von hier aus gute Genesung wünschen. Er ließ sagen: „Ich liebe dich. Ich habe alles getan, um dich zu beschützen. Wir sehen uns nächstes Jahr wieder.“
Unser Team – zusammengesetzt aus Männern aus Moshavim, Siedlungen und Städten, Juden und Nichtjuden, Neueinwanderern und Sabras, wie Abraham, der nicht fragt, wenn man ihm sagt: „Komm!“, sondern einfach antwortet: „Hineni – Hier bin ich.“
Hört auf, uns zu fragen, warum wir noch immer im Reservedienst sind. Fragt uns nicht, ob wir wieder reingehen. Sagt uns nicht, wir hätten „unseren Teil getan“ und sollten jetzt anderen das Feld überlassen. Und vor allem: Sprecht in unserer Gegenwart nicht über ausländische Pässe oder Auswanderung – zeigt Respekt.
Dieses Land wurde mit viel Blut bezahlt. Wer nicht die Lunge voller Gaza-Staub hat, wer nicht vom nächtelangen Tragen von Helm und Nachtsichtgerät Nackenschmerzen hat – der soll schweigen. Wenn das, was ihr sagen wollt, den Kämpfern an der Front keinen Rückenwind gibt, dann ist es besser, ihr bleibt einfach still. Seid ein bisschen wie Chen Gross. Chen Gross hat nicht viel geredet. Er hat einfach getan, was getan werden musste. Er hat die einfache und klare Wahrheit verstanden – die Wahrheit aus tausenden Jahren jüdischer Erfahrung: „Wenn jemand kommt, dich zu töten – steh früh auf und töte ihn zuerst.“ Diese Wahrheit blickt dir in Gaza aus jedem Sprengfallen-Haus, aus jedem Schacht und jeder Kampfröhre entgegen: Sie wollen uns töten.
Viel zu viele Jahre haben wir Juden diesen Satz verdrängt. Ob wegen der langen Diaspora oder aus Angst, was die sogenannte „zivilisierte Welt“ wohl sagen würde. Unsere Generation sagt jetzt: Es reicht. Wir lassen das nicht mehr zu. Wer sagt, er wolle uns töten – der muss sterben. Nicht „vielleicht“. Nicht „ungefähr“. Wenn wir das verschieben, verleugnen, die Augen verschließen – dann werden wir es büßen. Also fragt uns nicht „warum“. Wenn ein Rad gebraucht wird, dann bin ich das Rad.
Und an euch Politiker – von rechts und links, an euch Journalisten, Meinungsführer: Haltet den Mund. Kommt und hört Irit und Adi (seine Eltern) zu. Sagt kein Wort. Hört einfach zu. Denn die Erziehung und die Werte, die sie ihren Kindern mitgegeben haben, sind wertvoller als alles, was ihr je vertreten habt.
Und an alle, die sich drücken – an alle, die am Rand sitzen und sich in moralischen Überlegungen verlieren, an unsere ultraorthodoxen Brüder, die beschlossen haben, nicht zu dienen: Die Geschichte wird euch richten. Wir haben so viel durchgemacht als Volk. Ihr werdet – im besten Fall – eine Fußnote sein. Und Chen Gross wird erinnert werden – als mutiger Kämpfer, als Salz der Erde, der durch seine Einsätze und das Risiko, das er auf sich nahm, tatsächlich viele Soldaten und Zivilisten gerettet hat.
Wir werden dich nie vergessen.
Team Spector.
Wir rennen weiter voran.





Wahrlich ein seeeeehr großer Verlust…..
Ein Mann nach dem Herzen Gottes!
Ja, die Politiker sollten einfach den Mund halten und zuhören und die Orthodoxen sollten diese Rede 7 mal hören! und Gott gehorsam sein und nicht dem Gesetz: Der Buchstabe tötet! Aber der Geist macht lebendig!
„…