Normalerweise werden die Namen der gefallenen Soldaten in den Morgenstunden in den Medien veröffentlicht. Dies geschieht, nachdem zuerst die Familien persönlich zu Hause über den Tod des Familienangehörigen informiert worden sind. Es ist furchtbar, wenn es an der Tür klopft und zwei Offiziere in Uniform vor dem Haus stehen und eine Hiobsbotschaft überbringen. Am letzten Donnerstag musste der ehemalige Generalstabschef und Minister im Kriegskabinett, Gadi Eisenkot, inmitten einer Kabinettssitzung genau diese Erfahrung machen. Die Offiziere baten Gadi persönlich um ein Gespräch außerhalb der Sitzung. „Jeder wusste sofort Bescheid, worum es sich handelt“, sagte später sein Freund und Parteikollege Benny Gantz, der mit Gadi in diesem Moment zusammen war. Egal wer dein Vater im Land ist, alle Söhne sind im Einsatz, auch der Sohn des israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog. Ebenso haben sich israelische Berühmtheiten, Sänger und Schauspieler gemeldet und sind im Einsatz.

Gal Meir Eisenkot, Bild: IDF
Am Freitag sprach Gadi Eisenkot mit einer Mischung aus untröstlichem Schmerz und militärischer Entschlossenheit bei der Beerdigung seines Sohnes, Oberfeldwebel Gal Meir Eisenkot (25), der bei Kämpfen im Gazastreifen getötet wurde. Gal Eisenkot starb, nachdem eine Bombe in einem Tunnelschacht in Jabaliya im nördlichen Gazastreifen in der Nähe der Soldaten explodiert war. Er wurde schwer verletzt in ein israelisches Krankenhaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag.
In seiner Abschiedsrede am Grab erinnerte sich Gadi an ein Gespräch mit seinem Sohn vor einigen Jahren. Gal hatte damals geäußert, dass er seinen Vater während seiner Kindheit vermisst habe. Gadi Eisenkot war aufgrund seiner Rolle in der Armee oft nicht zu Hause. „Ich habe dir gesagt, dass Mama in all diesen Jahren für dich da war und dass ich sehr stolz auf die engen Beziehungen bin, die du zu deiner Mutter und deinen Geschwistern aufgebaut hast“, sagte Eisenkot. „Als du aufgewachsen bist, habe ich über deinen immensen Ernst und deinen Sinn für Humor gestaunt. Für dich war Exzellenz eine Lebenseinstellung“, sagte Vater Gadi. „Gal, ich verspreche dir, dass wir den Kampf im Gazastreifen fortsetzen und den Staat stärken, den du so geliebt hast.“

Mit brüchiger Stimme und versteckten Tränen hinter der Sonnenbrille fuhr er fort: „Galush. Liebe unseres Herzens, ich verspreche dir, dass wir weiterhin eine vereinte und glückliche Familie sein werden, damit das große Opfer, das du und die anderen Gefallenen gebracht haben, nicht umsonst war und wir es verdient haben.“ Zum Abschluss sagte Eisenkot: „Ich grüße dich, mein geliebter Sohn. Wir lieben dich für immer – dein Vater, deine Mutter und die ganze Familie.“

Maor Cohen, Bild: IDF
Nur ein Tag später ist auch Gadis Neffe Maor Cohen (19) im Gazastreifen gefallen, der Sohn seiner Schwester Scharon Eisenkot.
In den letzten zwei Monaten haben wir an mehreren Beerdigungen und Trauerwochen von gefallenen Soldaten teilgenommen. Das ist nicht leicht und immer wieder eine neue seelische Last. Bisher wurden die Namen von 413 gefallenen Soldaten zur Veröffentlichung freigegeben, vom Rang eines Rekruten bis zum Oberstleutnant. Jedes Mal hören wir die Geschichten, wie sie gefallen sind und wie sehr sie das Land Israel geliebt haben. Alle haben die Stunde der Zeit in Israels Geschichte verstanden. Es geht um unsere Existenz, um jene oder uns – die Finsternis oder das Licht. Junge Menschen beizusetzen, ist schlimm, besonders junge Soldaten. Das Salz der Erde. Das sind unsere Kinder – so einfach sehen wir das. In der Weltöffentlichkeit werden unsere Kinder oft als Monster dargestellt, aber wir kennen unsere Kinder, das sind keine Monster. Diese Kinder verteidigen unser Land.
Unsere Söhne und Töchter sind jetzt an den Grenzen stationiert, entweder im Gazastreifen oder im Norden Israels. Als Väter sind unsere Gedanken neben der Arbeit zuerst bei unseren Kindern. Das höre ich von allen Vätern in meinem Umkreis, und das ist bei mir auch so. Unsere drei Söhne sind seit dem 7. Oktober im Reservedienst, zwei davon in der letzten Woche in Khan Yunis im südlichen Streifen. Auch unser Schwiegersohn. Das machen wir seit zwei Wochen mit, Tag für Tag und Nacht für Nacht. Wir sehen die Notwendigkeit, das Hamasregime zu vertilgen. Ohne Sicherheit macht es keinen Sinn im Land zu leben. Das verstehen alle so, aber der Punkt ist, dass unsere Kinder im Krieg sind. Ein Freund von mir, dessen Sohn ebenso im Gazastreifen kämpft, sagte mir neulich, dass die gesamte Ankündigung der täglich gefallenen Soldaten wie „Russisch Roulette“ für ihn sei, ein potenziell tödliches Glücksspiel, aber auf dem Kriegsfeld an Israels Grenzen. Ich kenne keinen Vater, der Söhne im Krieg hat und sich keine Sorgen macht. Oft wird das „Klopfen an der Haustür“ in den Medien erwähnt, wovor alle Angst haben.

Noch etwas, ihr müsst wissen, dass es seit Kriegsbeginn mehr als 2.000 neue IDF-Invaliden gibt. „So etwas haben wir noch nicht erlebt“. Die Leiterin der Rehabilitationsabteilung im Verteidigungsministerium, Limor Luria, sagte, dass die Krankenhäuser es eilig hätten, die Verwundeten freizulassen, um neue verletzte Soldaten aufnehmen zu können: „Wer hilft ihnen beim Duschen oder beim Bewegen im Krankenhaus?“ Jeden Tag nimmt die Rehabilitationsabteilung etwa 60 neue Verwundete auf. Und der Tsunami an Traumata liegt noch vor uns. „Die meisten Opfer haben schwere Verletzungen erlitten. Der Staat muss verstehen, dass es hier einen Bereich gibt, der eine Neuverteilung der Ressourcen erfordert.“ Wir werden im Laufe der nächsten Woche mehr darüber berichten, denn auch wir wollen mithelfen. In den letzten Tagen wurden wir deswegen mehrmals angesprochen.
The IDF has launched a new webpage where the number of wounded troops during the ongoing war against Hamas in the Gaza Strip is updated, providing a breakdown of their conditions.
Since October 7, the IDF says 1,593 soldiers have been wounded, including 255 seriously, 446… pic.twitter.com/Da9FdzBYq6
— Emanuel (Mannie) Fabian (@manniefabian) December 10, 2023
Bergung von verwundeten Soldaten aus dem Gazastreifen
Unsere Kinder und Soldaten sind für uns heilig. Und daran erinnerte mich kürzlich ein Arzt. „Die Soldaten sind heilig“, sagte mir Dr. Leon Kaplan kurz vor Mitternacht am Telefon. Mein jüngster Sohn hatte sich an Dr. Kaplan erinnert, als der Bruder seines Kameraden im Reservedienst von mehreren Schüssen in den Rücken getroffen wurde. Eine Kugel war nur wenige Millimeter von Wirbelsäule entfernt stecken geblieben. Die Ärzte im Barzilai Krankenhaus in Aschkelon wagten nicht, die äußert riskante Operation vorzunehmen. Dr. Kaplan ist Leiter der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie im Jerusalemer Hadassah Krankenhaus und hatte meinen Sohn vor 16 Jahren operiert. Ich leitete meinem Sohn Kaplans private Nummer weiter. Noch in derselben Nacht war die Familie des verletzten Soldaten mit den Röntgenbildern auf dem Weg nach Jerusalem, zu Kaplans Privatwohnung. Nach zwei Tagen war die Kugel draußen, in der Hand. Was für eine Hingabe an die Soldaten!
Siehe dazu: Routine und ihre Unterbrechung
Schon in der Bibel sagte Gott zu Mose: „Denn du bist deinem Gott ein heiliges Volk und dich hat der HERR erwählt, dass du ihm ein Volk des Eigentums seiest unter allen Völkern, die auf Erden sind.“ Ja, wir sind ein heiliges Volk, aber nicht immer sind wir heilige Menschen. Zu oft wird von dem auserwählten Volk zu viel verlangt und das führt oft zu noch tieferen Enttäuschungen.
Ja, wir kämpfen für das biblische Existenzrecht, für das Recht, in diesem Land leben zu dürfen. Wir kämpfen für die Wahrheit und verdrängen die Finsternis mit Licht. Für Gott ist Israel ein heiliges Volk, und das können andere Völker nicht verkraften oder einsehen. Die Soldaten, unsere Kinder, verteidigen ihre Familien und das biblische Heimatland, das Gelobte Land. Ja, diese Soldaten verteidigen aktiv die biblischen Verheißungen für das Land. Aus diesem Grund hat auch Dr. Kaplan ohne zu zögern alles in Bewegung gesetzt, um dem jungen Soldaten zu helfen. Israel durchlebt eine ganz neue Zeit, keine leichte Zeit, und lebt von Moment zu Moment. Im Hintergrund schwebt immer die Angst. Aber die Hoffnung zu leben ist mächtiger. Dafür kämpft das Volk und dafür opfern Soldaten ihr Leben. Und das ist nicht leicht und schmerzt.





Beim Lesen dieses Artikels kommen mir die Tränen und ich kann ein kleines bisschen nachvollziehen, was ihr durchmacht Tag für Tag. ich wünsche euch weiterhin die nötige Kraft und göttlichen Schutz für eure Söhne und Töchter.