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Israel führt Laserabwehrsystem „Or Eitan“ ein

Nach erfolgreichen Feldtests soll das neue Laserabwehrsystem noch in diesem Jahr die israelische Luftverteidigung verstärken.

Iron Beam. Foto: Israelisches Verteidigungsministerium

Das israelische Verteidigungsministerium hat die Fertigstellung der Entwicklung des Hochleistungs-Laserabwehrsystems bekanntgegeben. In einer gemeinsamen Mitteilung von Mafat (Forschungs- und Entwicklungs-Einheit des Verteidigungsministeriums), der Luftwaffe und dem Rüstungsunternehmen Rafael hieß es, in einem Versuchsfeld im Süden des Landes sei in den vergangenen Wochen eine umfassende Serie operativer Tests in voll einsatzfähiger Konfiguration erfolgreich abgeschlossen worden. Die Anlage zeigte dabei zuverlässige Treffer gegen ein Spektrum an Bedrohungen – von Raketen und Mörsergranaten bis zu Drohnen – und soll noch vor Jahresende in die Nutzung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte übergehen.

Symbolisch erhielt das System den hebräischen Namen Or Eitan (starkes Licht). Gewidmet ist er dem gefallenen Offizier Eitan Oster, dessen Vater zu den Mitinitiatoren des Projekts gehörte.

Doch für viele Israelis weckt der Name auch eine andere Assoziation: das beliebte Chanukka-Lied Banu choshech legaresh („Wir sind gekommen, die Dunkelheit zu vertreiben“). Darin heißt es: „Kol echad hu or katan, v’kulanu or eitan“„Jeder von uns ist ein kleines Licht, doch gemeinsam sind wir ein starkes Licht.“ Dieses Lied gehört zum festen Repertoire der Chanukka-Feiern in Schulen, Kindergärten und Familien in Israel. Seine Worte erinnern daran, dass einzelne Taten klein wirken mögen, in der Gemeinschaft aber eine unüberwindbare Stärke entsteht. Damit knüpft die Namensgebung eine symbolische Brücke: „Or Eitan“ steht nicht nur für militärische Technologie, sondern auch für die Idee nationaler Zusammengehörigkeit.

Technisch handelt es sich bei „Or Eitan“ um ein bodengestütztes, hochenergetisches Laserabwehrsystem, das vornehmlich gegen kurze bis mittlere Luftbedrohungen vorgesehen ist: Raketen, Mörser, kleine Flugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge. Der Vorteil liegt in der schnellen Reaktionszeit und den sehr geringen direkten Kosten pro Abschuss – im Gegensatz zu raketenbasierten Abfangsystemen, deren Einzeltreffer mit deutlich höheren Summen verbunden sind. Rafael betont zudem den Einsatz adaptiver Optik, um den Laserstrahl stabil und präzise auf bewegliche Ziele zu konzentrieren.

An dem Projekt waren neben Rafael auch Elbit (als Hersteller der Laserquelle) sowie weitere israelische Rüstungsfirmen und Zulieferer beteiligt. Die Entwicklung führte die Mafat-Einheit innerhalb des Verteidigungsministeriums. Diese Kooperation von staatlicher Forschung, großen Verteidigungsunternehmen und High-Tech-Zulieferern wird als Schlüssel für den Vorsprung Israels angesehen.

Nach Angaben des Verteidigungsministers markiert die Einsatzreife eine „historische Wegmarke“ für die nationale Verteidigungsarchitektur. Israel Katz erklärte:

„Die vollendete Fähigkeit zum Laser-Abfang stellt Israel an die Spitze der globalen Militärtechnologie und macht uns zum ersten Land mit dieser Fähigkeit. Es ist nicht nur ein Moment nationalen Stolzes, sondern eine historische Zäsur für unsere Verteidigung – und zugleich eine klare Botschaft an unsere Feinde von Gaza über Iran und Libanon bis Jemen: Wir sind stark in der Verteidigung und ebenso in der Offensive.“

Auch Amir Baram, Generaldirektor des Verteidigungsministeriums, sprach von einem weltweiten Novum:

„Zum ersten Mal erreicht ein Hochleistungs-Lasersystem den operativen Reifegrad und hat zahlreiche Abfänge in realitätsnahen Szenarien durchgeführt.“

Der Leiter von Mafat, Dr. Dani Gold, ordnete die Tests als technologischen Durchbruch ein und hob die Innovationskraft hervor:

„‚Or Eitan‘ ist ein weiteres Zeugnis für die Professionalität unserer Verteidigungsindustrie, für Kreativität, Innovationsgeist und Umsetzungsfähigkeit. Wir haben weltweite Überlegenheit erreicht – technologisch wie auch im Einsatz.“

Das Laser-System soll als weitere Schicht in die mehrstufige Abwehr Israels integriert werden – neben „Iron Dome“, „David’s Sling“ und dem „Arrow“-System. Ziel ist eine Arbeitsteilung nach Bedrohungsart, Reichweite und Kosten-Nutzen-Erwägungen: Wo sich der Laser eignet, liefert er schnelle, präzise und wirtschaftliche Neutralisierung kleinerer Luftziele.

„Banu choshech legaresh“ („Wir sind gekommen, die Dunkelheit zu vertreiben“). Foto: Israelisches Verteidigungsministerium.

Von Seiten der Industrie erklärte der Vorsitzende von Rafael, Yuval Steinitz:

„Rafael ist die erste und einzige Firma weltweit, die einen Hochleistungslaser zu einem einsatzbereiten Abfangsystem entwickelt hat. Nach dem Iron Dome bringen wir nun den Laser Dome, der das Schlachtfeld grundlegend verändern wird.“

Israel ist damit das erste Land weltweit, das ein solches System einsatzbereit stellt. Internationale Beobachter werten die Entwicklung als Meilenstein, der die künftige Luftverteidigung prägen dürfte. Die kommenden Monate werden zeigen, wie rasch und in welchem Umfang die Systeme in die verschiedenen Gefechtsverbände integriert werden.

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Patrick Callahan

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