Assad al-Zubi, Experte für Militärstrategie, gab in einem umfassenden Interview mit dem saudischen Fernsehsender Al-Hadath Einblicke in die Strategie der israelischen Armee und erklärte: „Das Hauptprinzip der israelischen Kriegsführung besteht darin, die Kämpfe in das Territorium des Feindes zu verlagern.“ Stärker als der Wind: Die Taktik der israelischen Luftwaffe beeindruckt die Welt.
Während Israel über ein fortschrittliches Raketenarsenal verfügt, das Entfernungen von Tausenden von Kilometern erreichen kann, investiert es weiterhin enorme Ressourcen in die Entwicklung und Wartung einer fortschrittlichen Flotte von Kampfflugzeugen. Warum beharrt ein kleines Land wie Israel auf dieser Strategie? Assad al-Zubi gibt in einem ausführlichen Interview mit Al-Hadath tiefe Einblicke in diese Frage. Seiner Meinung nach ist die israelische Vorliebe für Kampfflugzeuge das Ergebnis eines tief verwurzelten strategischen Denkens und eines tiefen Verständnisses der geopolitischen Situation im Nahen Osten. „Das Hauptprinzip der israelischen Kriegsführung besteht darin, die Kämpfe in das Territorium des Feindes zu verlagern“, sagt al-Zubi. „Kampfflugzeuge ermöglichen es Israel, Luftüberlegenheit zu erlangen und tief im Feindesland zu operieren, was Raketen nicht können.
Wer ist Assad al Zubi? Al Zubi ist ein sunnitischer General der Freien Syrischen Armee („FSA“), der von der syrischen Armee zur FSA übergelaufen ist. Er trat 1974 in die syrische Luftwaffenakademie ein, die er 1977 im Rang eines Leutnants abschloss, und stieg dann bis zum Brigadegeneral auf. Er war mehr als zwei Jahre als Militärberater im Jemen tätig und hat derzeit eine Führungsposition an der Südfront inne. Vor seinem Überlaufen diente er in der syrischen Luftwaffe und war Leiter der Luftwaffenabteilung der Obersten Syrischen Militärakademie. Im Januar 2016 wurde al-Zubi zum Leiter der oppositionellen Delegation bei der dritten Genfer Konferenz über die Zukunft Syriens ernannt.
Aus seiner Sicht ist die militärische Geschichte Israels voll von Beispielen, die die Wirksamkeit dieses Ansatzes belegen. Al-Zubi verweist auf herausragende Operationen wie die Bombardierung des PLO-Hauptquartiers in Tunis 1985, die Verhinderung einer Flugzeugentführung 1972 und den Angriff auf den irakischen Atomreaktor 1981. In den letzten Jahren unterstreichen Aktionen gegen iranische Einrichtungen wie die in Natanz die anhaltende Relevanz dieser Strategie. „Kampfflugzeuge bieten eine operative Flexibilität, die Raketen nicht haben,“ betont al-Zubi. „Ein Pilot kann in Echtzeit Entscheidungen treffen, den Kurs ändern oder eine Mission abbrechen, wenn sich die Umstände ändern. Diese Fähigkeit ist in der komplexen Umgebung des Nahen Ostens entscheidend.“
Ein weiterer wichtiger technischer Aspekt ist die aerodynamische Effizienz der Kampfflugzeuge. „Flugzeuge starten und landen gegen den Wind“, erläutert al-Zubi. „Dadurch können sie ihre Leistung maximieren und ihre Reichweite vergrößern. Zum Beispiel beträgt die Entfernung zwischen Israel und dem Iran etwa 1.300 Kilometer, aber fortschrittliche Kampfflugzeuge wie die F-35 können eine taktische Reichweite von bis zu 2.000 Kilometern erreichen.“

Ein weiterer wichtiger Vorteil der Kampfflugzeuge ist ihre Fähigkeit, eine breite Palette von Waffen zu tragen, einschließlich bunkerbrechender Bomben, ohne ihre Reichweite oder Leistung wesentlich zu beeinträchtigen. „Die Bomben sind aerodynamisch im Bauch des Flugzeugs untergebracht“, betonte al-Zubi an. „Dadurch können die Flugzeuge auch mit schweren Waffen optimale Leistungen erbringen.“
Trotz der offensichtlichen Vorteile der Kampfflugzeuge betont al-Zubi, dass Israel den Ausbau seiner Raketenkapazitäten nicht vernachlässige. „Die israelische Strategie kombiniert beide Fähigkeiten“, erklärt er. „Raketen dienen der Abschreckung und spezifischen Missionen, während Kampfflugzeuge die Flexibilität und Präzision bieten, die für komplexe Operationen erforderlich sind.“
Letztendlich ermöglicht die Kombination aus fortschrittlicher Technologie und strategischem Denken Israel, seine Luftüberlegenheit zu bewahren. „In einer Welt, in der sich die Bedrohungen ändern und die Entfernungen größer werden“, schließt al-Zubi, „bieten fortschrittliche Kampfflugzeuge Israel die notwendigen Werkzeuge, um seine Sicherheit und Abschreckungsfähigkeit zu gewährleisten.“




