Die weit verbreitete historische Irrlehre der Ersatztheologie (auch bekannt als Supersessionismus) wird oft weniger ausdrücklich als vielmehr unterschwellig gelehrt; sie verbreitet sich eher durch das, was nicht gesagt wird, als durch das, was gesagt wird.
In meiner Kindheit besuchte ich zum Beispiel ein Sammelsurium protestantischer Kirchen, darunter Methodisten, Baptisten, Anglikaner, Assemblies of God und einige so genannte freie oder nicht-konfessionelle Gemeinden.
Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass jemand von einer dieser Kanzeln aus gepredigt hätte, dass die Christen an die Stelle des auserwähltes Volkes Gottes getreten seien, weil das jüdische Volk Jesus abgelehnt habe.
Und obwohl ich das nie in einer Predigt gehört habe, prägte sich das doch in mein Bewusstsein. Denn in der Tat waren die Juden von allem „Christlichen“, dem ich ausgesetzt war, völlig ausgeschlossen. Und das Christentum war von allem Jüdischen völlig abgeschnitten.
Die Feste des Herrn, die die Übersetzer des Neuen Testaments als „die Feste der Juden“ bezeichneten, waren für uns nicht relevant. Wir brauchten Pessach, Schawuot und Sukkot nicht. Wir hatten Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Und bei diesen Festen hatten die Juden keine Rolle zu spielen.
Vor allem nicht an Weihnachten. (siehe dazu Nachtrag*)
Wir Christen kennen die „Weihnachtsgeschichte“ in und auswendig! Gabriel verkündet „die unbefleckte Empfängnis“. Eine schwangere Jungfrau auf einem Esel; keine freien Zimmer in der Herberge, folglich die Geburt in einem Stall, während Engelchöre „Frieden auf Erden“ verkünden; „Krippen“ in unseren Wohnzimmern mit Heiligenscheinen um die Köpfe der Heiligen Familie; Kirchenumzüge mit weiß gekleideten Kindern, die Hühnerdraht-Flügel und oder auch ausgestopfte Schafe tragen, während drei glitzernde Heilige Drei Könige in den Kulissen schweben.
Wie sehr wir die Weihnachtslieder lieben. Ich kann sie immer noch auswendig: Stille Nacht Heilige Nacht; Nun freut euch, ihr Christen; Oh, Little Town of Bethlehem ….
Rote und grüne Dekoration und glitzernde Lichter, gefüllte Strümpfe, mit Rentieren geschmückte Karten und Geschenke unter den Bäumen. All das und noch mehr – so „weihnachtlich“, oder ist es „Xmassy“? So sehr „christlich“. So ganz und gar unjüdisch!
Aber was ist das für ein Ereignis – ein Geburtstag für ein Baby, das vor 2000 Jahren geboren wurde? *
Was lesen wir darüber in der Bibel? In der Frage selbst liegt die Antwort. Wenn wir unsere Gedanken von dem Rummel, den Feierlichkeiten, den Geschenken, den Karten und den Weihnachtsliedern – ja, sogar von den Weihnachtsliedern – abwenden und uns auf die eigentlichen biblischen Texte über „Weihnachten“ konzentrieren, sehen wir etwas ganz, ganz anderes als das Fest, das so viele als Höhepunkt des christlichen Jahres betrachten.
Es handelt sich kaum um ein christliches Ereignis; es geht kaum um uns! Es handelt sich um ein Ereignis, das sich auf Israel konzentrierte, das fast ausschließlich Israel betraf.
Schauen wir uns das einmal genauer an. Sie werden sich vielleicht wundern, welche Worte ich in Großbuchstaben hervorheben werde; was sie tatsächlich aussagen, denn Teile von ihnen sind nach und nach verblasst.
Die „Weihnachtsgeschichte“ wird uns von Matthäus und Lukas erzählt. Im Markusevangelium wird sie nicht erwähnt. Das Johannesevangelium enthält nur ein paar Verse.
Zunächst betrachten wir Jesaja 9,5 – Der Prophet spricht zu seinem eigenen Volk Israel:
Denn ein Kind ist UNS geboren, ein Sohn ist UNS gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter“.
Zu den Aufzeichnungen des Matthäus:
In Kapitel 1 verankert die Genealogie Jesu ihn fest in Abraham, dem ersten Patriarchen des Volkes Israel, und verwebt ihn mit der Geschichte der leiblichen Nachkommenschaft dieses Mannes, insbesondere mit der von Juda – den Juden. Der Stammbaum ist in drei Teile von je 14 Generationen aufgeteilt: Von Abraham bis David, der Aufstieg Israels; von David bis Babylon, das Haus Juda; von Babylon bis Jesus, die Rückkehr Judas in ihr Land, in dessen Stamm Jesus geboren wird.
1,21 – Der Engel sagt Josef, dass das Kind, das in Marias Schoß empfangen wird, „SEIN VOLK von seinen Sünden erlösen wird“. „Sein Volk“ ist das Volk der Nation, in die er geboren wurde. Es sind nicht die Chinesen, Amerikaner oder Australier.
1,23 – Zitiert wird aus Jesaja 7,14 – „Sein Name soll Immanuel heißen, Gott mit UNS“. Jesaja spricht über Israel: Gott mit Israel.
2,2 – Die Weisen aus dem Morgenland sehen „seinen Stern„, der sie auf die Suche nach „dem König der Juden“ führt.
2,6 – Auf die Frage des Herodes, wo der MESSIAS (eine ausschließlich jüdische Vorstellung und Erwartung) geboren werden sollte, zitieren die Schriftgelehrten den hebräischen Propheten Micha, der sagte, dass aus Bethlehem ein Herrscher kommen würde, „der MEIN VOLK ISRAEL weiden wird“.
2,15 – Jesus wird mit Israel „gleichgesetzt“ (parallelisiert), denn Gott sagt: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen“ (Hosea 11,1).
2,20-21 – Bitte beachten Sie die doppelte Betonung des Namens des Landes, in das Josef und Maria mit ihrem Sohn zurückkehrten; das Land seiner Geburt: „…das Land Israel„.
Und weiter zu Lukas:
1,16+17 – Bei der Ankündigung der Empfängnis von Johannes dem Täufer sagt Gabriel zu Zacharias, dass sein bald geborener Sohn „viele der KINDER ISRAELS zum Herrn, ihrem Gott, bekehren“ würde. Und dass er „ein Volk zubereiten wird, das für den Herrn bereit ist“, der, in Jesu eigenen Worten, nicht kommen würde, um den Heiden zu dienen, sondern „den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Matthäus 10,5-6).
1,31-33 – Gabriels Botschaft an Maria lautet, dass sie schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen wird, den sie Jesus nennen soll. Gott, der Herr, werde Jesus „den Thron seines Vaters David geben. Und er wird für immer über das HAUS JAKOB regieren…“ Jakob – umbenannt in Israel. Nicht einmal die Ersatztheologen sagen, dass die „Kirche“ Jakob ersetzt habe.
1,54+55 – Nachdem das Baby in ihrem Bauch hüpft, singt Maria darüber, wie Gott, indem er die Empfängnis des noch ungeborenen Jesus herbeiführte, „SEINEM DIENER ISRAEL geholfen hat… wie er zu UNSEREN VÄTERN gesprochen hat, zu ABRAHAM UND SEINEN NACHKOMMEN für immer.“
1,68,69,72-75 – Zacharias prophezeit nach der Geburt von Johannes dem Täufer, der geboren wurde, um das Kommen Jesu anzukündigen: „Gelobt sei der Herr, der GOTT ISRAELS, denn er hat SEIN VOLK heimgesucht und erlöst und ein Horn des Heils FÜR UNS aufgerichtet IM HAUSE SEINES KNECHTES DAVID … um die Barmherzigkeit zu erweisen, die UNSEREN VÄTERN verheißen ist, und um seines heiligen Bundes zu gedenken, des Eides, den er UNSEREM VATER ABRAHAM geschworen hat. Uns zu gewähren, dass WIR, aus der Hand UNSERER Feinde befreit, ihm ohne Furcht dienen können, in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm alle Tage UNSERES Lebens.“
1,76-79 – Zacharias sagt desweiteren, dass Johannes „vor dem Angesicht des Herrn gehen wird, um seine Wege zu bereiten, um SEINEM VOLK das Heil zu verkünden durch den Erlass IHRER Sünden, um der herzlichen Barmherzigkeit UNSERES Gottes willen, durch die UNS besucht hat der Aufgang aus der Höhe; um denen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, Licht zu geben, um UNSERE Füße auf den Weg des Friedens zu führen.“
2,11 – Der Engel verkündet den jüdischen Hirten auf den Feldern von Bethlehem: „Denn EUCH ist heute IN DER STADT DAVIDS ein Retter geboren, der der Herr, der MESSIAS, ist.
2,21 – Jesus wird am 8. Tag seines Lebens beschnitten und getauft. Dieses Zeichen des Bundes, den Gott mit Abraham geschlossen und allen seinen Nachkommen aufgetragen hatte, wurde zu einem nationalen Zeichen, als Gott in 1. Mose 17,14 sagte, dass ein männliches Kind, das nicht beschnitten ist, „von seinem VOLK ausgerottet“ wird, weil es Gottes Bund gebrochen hat. Bis heute geben fromme Juden ihrem Sohn erst am Tag seiner Beschneidung einen Namen.
2,22-24 – Nach dem „Gesetz des Mose“ – das ausschließlich dem nationalen Israel gegeben wurde – stellten seine Eltern Jesus als das erste männliche Wesen, das Marias Mutterschoß öffnete, im Tempel vor. (2.Mose 13:2 „was immer den Mutterschoß öffnet unter den KINDERN ISRAELS“)
2,25+26; 32+34 – In Jerusalem wartete ein Mann namens Simeon „auf den Trost ISRAELS“ – der Heilige Geist war auf ihm (das war Jahre vor Pfingsten) und führte ihn in den Tempel, um den „Messias des Herrn“ zu segnen. Er beschrieb das Baby, Jesus, als „die Herrlichkeit DEINES VOLKES ISRAEL“. Und er sagte Maria, dass ihr Sohn „für den Fall und die Auferstehung (was für eine interessante Reihenfolge, wenn man Israels spätere nationale Geschichte bedenkt) von vielen IN ISRAEL bestimmt ist“.
2,38 – Eine außerordentlich fromme jüdische Frau, Anna, sprach, als sie das Kind im Tempel sah, von ihm zu ALLEN, die in JERUSALEM nach ERLÖSUNG suchten“.
Im Johannesevangelium lesen wir:
„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns…“ (1,14). Wer ist das „wir“?
18 (Vers 37) Pilatus fragt Jesus: „Bist du der KÖNIG DER JUDEN?“ Und Jesus antwortet: „Du sagst mit Recht, dass ich ein König bin. Dazu bin ich geboren und dazu bin ich in die Welt gekommen…“
Und dann ist da noch dies:
Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter dem Gesetz, um DIE zu erlösen, DIE UNTER DEM GESETZ WAREN … (Galater 4,4-5)
Ihr lieben Christen! Wenn sich die Evangelien so sehr auf die Abstammung und die Nationalität Jesu als Israelit und Jude konzentrieren, wie ist es dann möglich, dass wir ihn fast vollständig in etwas anderes verwandelt haben, indem wir diese „unbequemen“ Teile herausgestrichen haben?
„Weihnachten“ ist in der Tat kein heidnisches, sondern ein rein jüdisches Ereignis.
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*NACHTRAG: Ich werde mich hier nicht mit dem heidnischen Fest befassen, dem abgewandelten Weihnachten, wie wir es heute kennen. Ebensowenig werde ich erörtern, ob das tatsächliche Geburtsdatum Jesu am 24. Dezember ist oder nicht. Diese Fragen würden nur von dem ablenken, was hier gesagt werden soll.





Sehr gut beschrieben. .dem ist nichts mehr hinzuzufügen….Shalom nach Israel. Israel ist und bleibt das auserwählte Volk und wir dürfen daran teilhaben !!!
Frage: Wieso >HEIDNISCHES< Fest….Nach der Bibel gibt es Juden und Griechen.. und somit jüdische und griechische "Christen".
Das erste echte Zeugnis, das die Feier von Weihnachten belegt, geht auf eine christliche Weihnachtsfeier am 25. Dezember in Rom im Jahre 336 nach Christus zurück. Dass HEUTE Konsum und co immer mehr das Sagen haben, steht aber auf einem anderen "Blatt"..Freue Dich oh Christenheit..das ist der tiefere Sinn.
Die Ausführungen von Stan Goodenough sind genauso heidnisch wie das ganze sog. „NT“ !!!
Obwohl die frühen Kirchenväter einige Fehler in die christlichen Schriften des NT eingebaut haben, ist Jesus (Jeschua) klar ein Nachkomme der in Mat. 1 aufgeführten Nachkommen Abrahams und ein Jude. Die Fehler sind nicht entscheidend, wenn auch widersprüchlich zu den Prophezeiungen, z.B. dass Lukas, der seine Kenntnisse durch
Hörensagen hatte, in seinem Bericht über die Geburt Jesu nicht Jesus selbst, sondern
sein jüngster Bruder 15 Jahre nach der Geburt Jesu im Jahre 7 v.u.Z. geboren wurde.
Hier hat einer „Tacheles“ geredet, der erwas vom Judentum, der jüdischen
Seele und Gottes Auserwählung versteht. Und die Botschaft einordnet,wie sie
gemeint ist – von dem, der sie sandte.
Die Christenheit hat viel Grund Buße zu tun, denn unter ihr hat Gottes Volk
am meisten gelitten.
Lieber Stan, Ihre Artikel lese ich schon lange sehr gern.
So hin und wieder, auch diesmal, ist ein Leser/in dabei, der mit dem NT nichts zu tun haben will oder diverse Einwände dagegen äußert…All jenen möchte ich gerne ein persönliches Zeugnis geben: Seit 24 Jahren sind mir der Tanach UND das NT Lebensbegleiter, Lebens-Richtung-Geber geworden, ich mache regelmäßige ERFAHRUNGEN mit der WAHRHEIT, die auch einen Namen hat: Jeshua, Jesus, Wort Gottes ua…und ERLEBE die VERÄNDERNDE WIRKUNG und die Tatsache, dass gerade in Zeiten wie diesen..Krieg-e, Korruption und co>>> der FRIEDE IN MEINER SEELE sich gewaltig s t a b i l i s i e r t….Hallelujah.
Die Heiden dürfen durch Jesus ANTEIL am Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs haben.
Lukas 2 Verse 29 bis 32
Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren,
wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden
und zum Preis deines Volkes Israel.
Danke für den Artikel bzgl. der biblischen Stellen, die auf das Kommen des jüdischen Messias Jeshua hinweisen. Wenn Gott dieses Ereignis allerdings als Fest im biblisch-jüdischen Festkalender hätte verankern wollen, hätte er bestimmt eine Kalenderangabe gemacht, wie bei allen anderen Festen, da ist die Schrift sonst sehr exakt. Und er hätte dem Fest auch einen hebräischen Namen gegeben. In Jerusalem wurde es erst im 6. Jahrhundert unter Justinian gefeiert. Es mischt sich viel heidnisches mit biblischem in diesem Fest… alleine das Wort „Weihnachten“ als „jüdisch“ zu bezeichnen, das passt nicht. Dann nennt es doch „Fest der Geburt des Messias Israels“
Genau so ist es!
Liebes Israel Heute-Team, jetzt wäre doch auch mal ein Bericht über die kirchengeschichtliche Entstehung von Weihnachten dran. Mit all seinen heidinischen Gebräuchen sowie deren in Relation zur Bibel.
zu Tobias Bühler: genau so ist es!
Liebes Israel Heute-Team, jetzt wäre doch auch mal ein Bericht über die kirchengeschichtliche Entstehung von Weihnachten dran. Mit all seinen heidinischen Gebräuchen sowie deren in Relation zur Bibel.
Stellt euch nur mal vor:
JESUS ist nicht der kommende MESSIAS.
(was auch historisch korrekt ist)
Und das christlich sog. „NT“ ist tatsächlich ein heidnisches Machwerk.
(was ebenfalls historisch korrekt ist)
Dann gucken die 0,05% messianischen Juden in ISRAEL wahrlich in die Röhre!
Also dann mal los mit 1.Thess. 5,21 …
» PRÜFET ALLES !!! … und das „RICHTIGE“ behaltet !