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Überlebende des Nova-Massakers verklagen den Staat

„Bei der Klage geht es um Gerechtigkeit und darum, Menschen zur Verantwortung zu ziehen – es sind viele Dinge passiert, die nicht hätten passieren dürfen. Jemand muss die Verantwortung dafür übernehmen.“

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Menschen besuchen den Ort des Massakers beim Supernova-Musikfestival in der Nähe des Kibbuz Re'im, 30. November 2023. Foto von Avshalom Sassoni/Flash90.

Zweiundvierzig Überlebende des Hamas-Massakers vom 7. Oktober auf dem Nova-Musikfestival im Kibbutz Re’im verklagen die israelischen Verteidigungskräfte, die israelische Sicherheitsbehörde und die israelische Polizei wegen Fahrlässigkeit und fordern 200 Millionen Schekel (50,6 Millionen Euro) als Schadenersatz.

Die Klage wurde von den Rechtsanwälten Anat und Gilad Ginzburg eingereicht, die darauf hinweisen, dass in der Nacht vor dem Einmarsch der Hamas hochrangige Sicherheitskräfte Sitzungen abhielten, bei denen Informationen über ungewöhnliche Aktivitäten im Gazastreifen vorlagen.

„Ein einziger Anruf hätte 364 Menschen davor bewahrt, ermordet, vergewaltigt zu werden, und weitere 40 davor, nach Gaza entführt zu werden“, sagte Gilad Ginzburg gegenüber JNS. „Wir machen die Polizei und die Armee dafür verantwortlich, dass die Produzenten das Festival [an der Grenze] abhalten durften, obwohl wir wissen, dass die Überwachungsbeamten der IDF Warnungen aussprachen und der Meinung waren, dass es unsicher wäre“, fügte er hinzu.

Am 7. Oktober starteten Hamas-Terroristen einen mehrstufigen, grenzüberschreitenden Angriff auf den Südwesten Israels und töteten insgesamt 1.200 Menschen.

Michael Levy, dessen Bruder Or Levy von der Hamas in Gaza gefangen gehalten wird, spricht bei einer Gedenkfeier auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals in der Nähe des Kibbutz Re’im am 5. Januar 2024. Foto: Mit freundlicher Genehmigung des Hostages and Missing Families Forum HQ.

Ilya, 34, ein Software-Ingenieur aus Tel Aviv, nahm an dem Festival teil und entkam zumindest körperlich unversehrt. Er ist einer der Kläger in dem Fall und betonte die Schwierigkeiten, mit denen die Überlebenden in ihrem täglichen Leben konfrontiert sind.

„Ich wurde zwar nicht körperlich verletzt, aber ich werde mich psychologisch behandeln lassen müssen, wahrscheinlich für den Rest meines Lebens. Es fällt mir schwer zu funktionieren, daher werde ich finanzielle Hilfe benötigen, um mich in jeder Hinsicht um mich selbst kümmern zu können“, so Ilja. Als Folge seines Traumas leidet er unter Angstzuständen, depressiven Gedanken, Schlafstörungen und hat Schwierigkeiten, mit anderen zu interagieren, fügte er hinzu.

Siehe auch: Zahl der Opfer des Massakers beim Musikfestival am 7. Oktober auf 350 gestiegen

Bei der Klage gehe es jedoch in erster Linie um Gerechtigkeit und darum, Menschen zur Verantwortung zu ziehen, betonte er. „Es sind viele Dinge passiert, die nicht hätten passieren dürfen. Jemand muss die Verantwortung dafür übernehmen“, sagte er. „Wir haben das Gefühl, dass wir im Stich gelassen wurden. Wir hätten beschützt werden müssen.“

Alle 42 Kläger haben sich medizinisch-psychologischen Gutachten unterzogen, aus denen hervorgeht, dass sie an einem physischen oder psychischen Trauma als direkte Folge des Massakers leiden.

Laut Ginzburg könnte es Jahre dauern, bis die Klage den Weg durch die Gerichte findet. Er erwartet auch, dass weitere Überlebende des 7. Oktobers rechtliche Schritte einleiten werden. „Nachdem wir uns an die Presse gewandt hatten und die Öffentlichkeit auf die Klage aufmerksam wurde, erhielten wir Hunderte von Anrufen von Opfern des Nova-Festivals, die sich anschließen wollten“, sagte er.

Persönliche Gegenstände auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals im Süden Israels, das am 7. Oktober 2023 von der Hamas angegriffen wurde. Foto von Rina Castelnuovo.

Maurice Hirsch, Direktor der Initiative zur Rechenschaftspflicht der Palästinensischen Autonomiebehörde am Jerusalem Center for Public Affairs, erklärte jedoch, dass die Kläger einen schweren Stand haben.

„Das Massaker der Hamas am 7. Oktober war leider ein gut geplanter und ausgeführter Kriegsakt. Selbst die allgemeine Annahme, dass es irgendeine Art von Vorwarnung gab, reicht nicht aus, um eine Klage zu begründen“, sagte er.

„Es ist unmöglich, den Staat für jeden Angriff verantwortlich zu machen, es sei denn, es liegt ein klarer Akt krimineller Fahrlässigkeit vor“, fügte er hinzu.

Hirsch warnte davor, dass eine erfolgreiche Klage dieser Art die Tür für Haftungsansprüche gegen die israelische Politik und die Sicherheitsbehörden für jeden Terroranschlag öffnen könnte, den das Land jemals erlitten hat.

Ein Sprecher des israelischen Justizministeriums erklärte, dass die Antwort des Staates auf die Klage direkt beim Amtsgericht Tel Aviv eingereicht werde und der Öffentlichkeit nicht zugänglich sei.

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Patrick Callahan

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4 Kommentare zu “Überlebende des Nova-Massakers verklagen den Staat”

  1. Rita Ahnefeld sagt:

    Den Staat verantwortlich machen gut und schön. Den Veranstalter trifft auch ein gewisses Teil an Verantwortung. Die sollten mit der Hamas vor den Kadi gehen und diese wegen der Kriegsverbrechen anklagen. Passt gerade wegen Den Haag.
    Aber vielleicht kann Shurat HaDin und die Anwältin Nitsana Darshan Leitner noch am ehesten helfen.
    Die hat Erfahrung mit solchen Klagen.

  2. Roland Kunz sagt:

    Geld für Hinterbliebene von Todesopfern finde ich generell sehr problematisch. Dadurch wird niemand wieder lebendig. Zudem stören solche juristischen Auseinandersetzungen die notwendige persönliche wie nationale Trauerarbeit und die Verarbeitung des Geschehenen. Der Staat wird sowieso Wiederaufbau leisten und auch medizinische Langzeit-Hilfe in physischer und psychischer Hinsicht leisten müssen. Auch die Schuldfrage wird auf die politische Agenda kommen und es werden wahrscheinlich Köpfe rollen.
    Aber die israelische Nation muss nun alles zu verhindern versuchen, das wieder zu Spaltungen im Volk führen könnte. Diskurs ja, aber konstruktiv.

  3. Michael Hauser sagt:

    Das haben sich schon so viele gefragt – wie konnte Israel so überrascht werden?
    Eine Nation mit einem Geheimdienst der zu den besten gehört. Eine Nation mit einer der schlagkräftigsten Armeen – der IDF.
    Eine Frage mit so vielen Fragezeichen.
    Für mich bestätigt sich hier zum einen das Wort aus Sacharja 4,6: „Nicht durch Heer oder Kraft…“ – es ist letztendlich nicht die Stärke der IDF und nicht die Fähigkeit des Mossad oder Schin Bet die dem Volk Gottes vollkommenen Schutz bieten kann – sondern Gott selbst ist es – der ewige Fels der nicht außer Acht gelassen und nicht vergessen werden darf.

  4. Michael Hauser sagt:

    Und da kommen mir dann die Worte aus 5. Mose 32 ab Vers 15 in den Sinn. Gab es da nicht so etwas wie eine Buddha-Statue auf dem Festival? Wurde da nicht um diesen Nova(lateinisch – NEU)-Götzen getanzt? Wake up!
    Ich bete um Trost und Heilung für jeden, der von diesem Massaker betroffen ist.
    Und ich bete, dass Gott seinen Heiligen Geist über seinem Volk ausgießen und die Decke von den Augen so vieler nehmen möge.
    Gott segne und schütze Euch alle in Israel – meine lieben Geschwister.

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