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Jetzt auf einmal protestiert die UNRWA

Die UNRWA und die Flüchtlingslager, die immer noch als solche bezeichnet werden, sind das größte Hindernis für die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts.

UNRWA
Soldaten der libanesischen Armee stehen Wache am Eingang des palästinensischen Flüchtlingslagers Ain el-Hilweh während Zusammenstößen zwischen Anhängern der Fatah-Bewegung und rivalisierenden Gruppen in Sidon, Libanon, am 01. August 2023. EPA-EFE/WAEL HAMZEH

Nach Schießereien und Gewaltausbrüchen in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon hat die UNRWA am Wochenende beschlossen, alle Aktivitäten in dem Flüchtlingslager einzustellen. Damit will das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge gegen die zunehmende Gewalt und die Anwesenheit von Bewaffneten in seinen Einrichtungen im Flüchtlingslager Ain Al-Hilweh bei Sidon protestieren. Sehr interessant!

Was die Gewalt in palästinensischen Flüchtlingslagern im Gazastreifen oder in den palästinensischen Gebieten des biblischen Kernlandes Judäa und Samaria betrifft, so hat die UNRWA nichts beanstandet. Jahrelang lagerten Waffen und Raketen auf verschiedenen UNRWA-Geländen im Gazastreifen. Israelische Soldaten wurden von Terroristen aus UNRWA-Schulen heraus angegriffen. Wie oft haben wir darüber während der zahlreichen Operationen im Gazastreifen geschrieben. Aber die UNRWA hat mit keinem Wort öffentlich und operativ dagegen protestiert. In den vielen Kriegen im Gazastreifen hat die UNRWA großen Schaden erlitten, weil die Hamas ihre humanitären UN-Gebäude missbraucht hat und Israel in vielen Fällen keine Rücksicht auf die Gebäude nehmen konnte.

Siehe auch: Tacheles mit Aviel – wussten Sie, dass die UNRWA streikt?

Doch im Libanon verhält sich das private UN-Hilfswerk für die Palästinenser anders, vermutlich weil der Feind der Palästinenser nicht Israelis und Juden sind. Libanesische Quellen berichteten von tagelangen Straßenschlachten zwischen Fatah-Terroristen und zwei anderen „islamischen Milizen“, wie Dschund al Sham und Shabab al Muslim, die mit der Palästinenserführung unter Mahmud Abbas in Ramallah nicht einverstanden sind. Ende Juli kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, nachdem die Fatah ihre Rivalen beschuldigt hatte, ein hochrangiges Fatah-Mitglied erschossen zu haben. Bei den Schießereien sollen mindestens 13 Palästinenser ums Leben gekommen sein, Dutzende wurden verletzt und die UNRWA erlitt Schäden in Millionenhöhe. Das hat die UNRWA verärgert und deshalb den Protest ausgelöst.

Rauch steigt aus dem palästinensischen Flüchtlingslager Ain al-Hilweh während Zusammenstößen zwischen Anhängern der Fatah-Bewegung und rivalisierenden Gruppen in Sidon, Libanon, am 01. August 2023. EPA-EFE/WAEL HAMZEH

Die palästinensischen Ausschreitungen im Libanon haben arabische Staaten wie Saudi-Arabien und Bahrain dazu veranlasst, ihre Bürger zur sofortigen Ausreise aus dem Libanon aufzufordern, während andere Länder wie Kuwait ihre Bürger davor warnten, sich in die Unruhegebiete zu begeben. Der libanesische Premierminister Najib Mikati forderte Abbas in Ramallah auf, endlich für Ruhe in Ain Al-Hilweh zu sorgen und warnte, dass möglicherweise die Armee eingreifen müsse, um die Schießereien zwischen den palästinensischen Gruppen zu beenden. Laut UNRWA leben in dem Lager rund 60.000 Palästinenser. Allerdings ist die Zahl der Flüchtlinge seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien auf 120.000 gestiegen. Übersetzt heißt das Lager „Süße Wasserquelle“, wohl genau das Gegenteil von dem, was es in Wirklichkeit ist.

Im Libanon als „palästinensische Flüchtlinge“ registrierte Einwohner und ihre im Libanon geborenen Nachkommen leben in Wohnvierteln, die zwar als „Flüchtlingslager“ bezeichnet werden, aber nicht wie solche aussehen. In den meisten Fällen sehen diese Flüchtlingslager aus wie andere normale Wohnviertel in libanesischen Städten. Die libanesische Regierung verleiht ihren Bewohnern jedoch keine Staatsbürgerschaft. Nachdem die palästinensischen Flüchtlinge 75 Jahre lang von sozialen Kontakten, dem Arbeitsmarkt, dem Bildungssystem und der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen waren, sehen sie, insbesondere die jüngere Generation, in der Mitgliedschaft in terroristischen Organisationen oder bewaffneten Banden einen Weg, ihre Marginalisierung zu überwinden. Warum regt sich die Welt nicht darüber auf, dass die arabischen Regierungen die palästinensischen Flüchtlinge und ihre Nachkommen vernachlässigen?

Laut israelischen Historikern wie Gilad Beeri sind palästinensische Flüchtlingslager wie Ain Al-Hilweh stark befestigt, voller Bunker und Feuerstellungen. Die israelischen Soldaten im Libanonkrieg von 1982 waren auf diese Art des Kampfes nicht vorbereitet und erwarteten eher einen Einsatz im offenen Gelände. Das dicht besiedelte Gebiet behinderte die israelische Taktik und schuf eine Gleichheit zwischen den israelischen Panzern und den palästinensischen Panzerfäusten, die oft von 13- oder 14-jährigen Palästinensern bedient wurden. Willkommen in Ain Al-Hilweh. Die libanesischen Soldaten dürfen nicht einmal das palästinensische Lager, Flüchtlingslager oder Wohnviertel Ain al-Hilweh betreten.

In den zwölf Lagern im Libanon gibt es keine offiziellen Sicherheitskräfte. Die libanesische Polizei und Armee haben die Sicherheit in diesen Lagern gemäß dem Kairoer Abkommen von 1969 der palästinensischen Al Fatah überlassen. Das war ein taktischer Fehler, für den der Libanon heute teuer bezahlt. Die Lager sind zu einer palästinensischen Hochburg geworden, in der die Palästinenser das Sagen haben und nicht die libanesische Regierung. Ain Al-Hilweh gilt deshalb als „rechtsfreier Raum“, als Wilder Westen. Für gesuchte Personen ist das Flüchtlingslager Ain Al-Hilweh so etwas wie ein Zufluchtsort geworden, zumindest vermutet das die Regierung in Beirut.

Post: Das Palästinensische Flüchtlingshilfswerk (UNRWA) hat heute, Freitag, beschlossen, seine Dienste im Lager Ain Al-Hilwa im Südlibanon aus Protest gegen die Beschädigung seiner Gebäude einzustellen.

Plötzlich protestiert die UNRWA und stellt ihre Arbeit wegen der Gewalt und der Schäden im größten Flüchtlingslager im Libanon ein. Die UNRWA und die Flüchtlingslager, die immer noch als solche bezeichnet werden, sind das größte Hindernis für die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts. Die UNRWA hat über sieben Jahrzehnte Milliarden Dollar verschwendet und nichts gelöst. Die sogenannten palästinensischen Flüchtlingslager in den palästinensischen Gebieten, in Jordanien, Syrien und im Libanon sind die beste Propaganda gegen Israel. „Ein Markenzeichen, das am Leben erhalten werden muss, bis Israel verschwindet“, sagte mir vor vielen Jahren ein palästinensischer Journalist in Jerusalem. Und den besten Beitrag dazu leistet die UNRWA, und nun protestiert das „Hilfswerk“ und sein Patron zum ersten Mal gegen sein Schoßkind.

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Patrick Callahan

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