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Einige Dinge, die man über Tischa BeAv wissen sollte

Antike Trauerpraktiken und spirituelle Sühne verbinden sich zu einem der tiefgründigsten rituellen Paradoxe im Judentum.

Jüdische Männer beten in Meron am Vorabend von Tisha B'Av, dem 2. August 2025. Tisha B'Av, der neunte Tag des hebräischen Monats Av, erinnert an die Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels in Jerusalem. Foto: David Cohen/Flash90

(Israel Hayom) Am Samstagabend und Sonntag begehen die Juden das Fasten des Tischa BeAv. Dieser Tag gilt als bedeutender Trauertag wegen der Zerstörung des jüdischen Staates und beider Tempel. Daher umfasst das Ausmaß der Entbehrungen umfassende Einschränkungen: Essen und Trinken sind verboten, ebenso das Baden, das Salben mit duftenden Ölen, die Verwendung von Kosmetika und Parfums, das Tragen von Lederschuhen sowie ehelicher Verkehr.

Diese fünf Verbote entsprechen den fünf Einschränkungen, die auch an Jom Kippur eingehalten werden – was eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zwischen beiden Tagen schafft, obwohl sie ein grundlegender Unterschied voneinander trennt.

An Jom Kippur dienen diese Einschränkungen dazu, den Einzelnen im Gebet und bei der spirituellen Arbeit des Tages zu erhöhen. Sie sind kein Ausdruck der Trauer, sondern fördern einen Sühneprozess, der die Praktizierenden auf eine tiefgehende spirituelle Ebene hebt. Im Gegensatz dazu stehen dieselben fünf Entbehrungen an Tischa BeAv für tiefe Trauer und den Schmerz über die Zerstörung.

Ein noch bedeutenderer Unterschied betrifft den Ursprung dieser beiden besonderen Gedenktage. Jom Kippur erscheint explizit in der Tora und stellt einen fest verankerten Eckpfeiler im jüdischen Jahreskreis dar.

Tischa BeAv hingegen wurde erst nach den Zerstörungen eingeführt. Mit dem Ende des Exils des jüdischen Volkes wird dieses Fasten aufgehoben werden.

Wir haben daher die Quellen untersucht, aus denen die rabbinischen Autoritäten die Begründung für die fünf charakteristischen Verbote von Tischa BeAv ableiteten. Das Verständnis des Ursprungs dieser Entbehrungen zeigt, dass Gelehrte zumindest einige von den Trauergesetzen übernahmen – insbesondere solche, die für trauernde Personen gelten. Dies trifft besonders auf die Verbote des Badens und des Salbens zu, die Trauernde während der Trauerzeit einhalten.

Essen und Trinken – prophetische Andeutungen

Während das Fasten an Jom Kippur ausdrücklich in der Tora erwähnt wird, erscheint das Fasten an Tischa BeAv nur angedeutet in den Worten des Propheten Secharja, der vom „Fasten des fünften Monats“ spricht. Die rabbinischen Autoritäten deuten dies als einen Hinweis auf das Fasten am Tischa BeAv, da der Monat Av – vom Monatsbeginn Nissan gezählt – der fünfte ist. Laut rabbinischer Auslegung wird dieser Tag in der Zukunft zu einem Freudentag für das Haus Israel werden.

Tischa BeAv an der Klagemauer in Jerusalem. Foto: Yonatan Sindel/Flash90.

Sandalenverbot – Ausdruck von Trauer und spiritueller Demut

In der Antike galten Ledersandalen als Symbol für Reichtum und Ehre, während das Barfußgehen Trauer, Armut oder innere Demut ausdrückte. Das Verbot von Sandalen an Jom Kippur ist Ausdruck von Demut und spiritueller Niedrigkeit. An Tischa BeAv hingegen steht dieses Verbot primär für Trauer und Kummer. Trotz unterschiedlicher Motivation bleibt die Entbehrung inhaltlich vergleichbar, da ideologische Verbindungen zwischen spiritueller Demut und Gefühlen der Trauer bestehen.

Verbot ehelicher Beziehungen – Rückzug aus dem gewöhnlichen Leben

Das eheliche Leben steht für Freude, Intimität und Ausgeglichenheit. So wie Trauernde während der siebentägigen Schiwa-Zeit auf eheliche Beziehungen verzichten, ist auch an öffentlichen Fastentagen wie Tischa BeAv eine entsprechende Enthaltsamkeit geboten. Dieses Verbot drückt Schmerz und Verlust aus, die das Alltagsgefühl unterbrechen. In Zeiten öffentlicher Trauer wird diese Einschränkung verschärft, da ehelicher Verkehr im Kontrast zur allgemeinen Stimmung steht und wie eine Verleugnung des kollektiven Empfindens wirkt.

Baden und Salben – abgeleitet aus Trauergesetzen

Wie erwähnt, verbietet Tischa BeAv das Baden und Salben – ähnlich wie es für Trauernde gilt. Dabei geht es nicht nur um den Verzicht auf körperliches Vergnügen, sondern um den Ausdruck von Trauer und körperlichem Unbehagen als Teil des Trauerprozesses. Nach jüdischem Recht ist nicht nur genussvolles, sondern mitunter sogar reinigendes Baden untersagt – gemäß den etablierten Regelungen der Trauer.

Ursprünglich veröffentlicht von Israel Hayom.

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Patrick Callahan

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