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Ärzte ohne Grenzen zieht sich wegen bewaffneter Präsenz aus Gazakrankenhaus zurück

Hilfsorganisation bestätigt Sicherheitsverstöße im Nasser-Krankenhaus und stellt Teile ihrer medizinischen Arbeit ein.

Krankenhaus
Verletzte Palästinenser vor der orthopädischen Abteilung des Nasser-Krankenhauses in Khan Yunis im südlichen Gazastreifen, 29. Januar 2026. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

Die internationale Hilfsorganisation Médecins Sans Frontières (MSF), im deutschsprachigen Raum als Ärzte ohne Grenzen bekannt, hat ihre „nicht-kritischen“ medizinischen Dienste im Nasser-Krankenhaus in Khan Yunis im südlichen Gazastreifen ausgesetzt. Als Begründung nennt die Organisation Sicherheitsbedenken sowie die Gefährdung der Neutralität der Einrichtung.


Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, seien palästinensische Terroristen dabei beobachtet worden, vom Krankenhaus aus zu operieren. MSF selbst sprach von bewaffneten Männern innerhalb des medizinischen Zentrums und von Vorfällen, die den geschützten Charakter des Krankenhauses untergraben hätten. Mitarbeiter und Patienten seien wiederholt mit bewaffneten, teils maskierten Personen konfrontiert worden. Vor diesem Hintergrund entschied sich die Organisation, sämtliche nicht lebensrettenden Angebote vorerst einzustellen. Notfall- und Intensivversorgung würden jedoch weiterhin gewährleistet.

Krankenhäuser genießen nach internationalem humanitärem Recht besonderen Schutz. Sie gelten als zivile Räume, in denen medizinisches Personal unabhängig von politischen oder militärischen Interessen arbeiten kann. Wird dieser Schutz faktisch infrage gestellt, geraten humanitäre Organisationen in ein kaum auflösbares Dilemma zwischen Versorgungspflicht und Sicherheitsverantwortung.

Das Nasser-Krankenhaus zählt zu den wenigen größeren Einrichtungen im südlichen Gazastreifen, die trotz monatelanger Kämpfe noch funktionsfähig sind. Große Teile der medizinischen Infrastruktur im Gazastreifen sind seit Beginn des Krieges schwer beschädigt oder außer Betrieb. Entsprechend gravierend sind die Folgen, wenn internationale Hilfsorganisationen ihre Arbeit einschränken müssen.

Israelische Stellen verwiesen darauf, man habe seit Langem vor dem Missbrauch ziviler Infrastruktur durch die Hamas gewarnt. Die Hamas kontrolliert den Gazastreifen de facto und wird von Israel, den USA und der Europäischen Union als Terrororganisation eingestuft. Israel wirft der Organisation wiederholt vor, zivile Einrichtungen – darunter auch Krankenhäuser – für militärische Zwecke zu nutzen. Die Hamas weist diese Vorwürfe zurück.

Siehe: 10 Dinge, die man über die Hamas und Krankenhäuser wissen sollte

Dass nun eine international renommierte Hilfsorganisation selbst von bewaffneter Präsenz in einem Krankenhaus spricht, ist bemerkenswert. Internationale NGOs haben sich in vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit häufig zurückhaltend geäußert. Die aktuelle Entscheidung von MSF unterstreicht daher die Schwere der Vorfälle.

Wenn eine medizinische Einrichtung für terroristische Aktivitäten missbraucht wird, gerät ihr völkerrechtlich geschützter Status in Gefahr – mit unmittelbaren Folgen für Patienten und medizinisches Personal.

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Patrick Callahan

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