(JNS) Es ist ein Fehler, auf antisemitische Vorwürfe einzugehen. Hätte eine Reaktion zur Zeit der Rassengesetze und der Deportationen irgendetwas gebracht? Nein. Für Antisemiten ist die Absicht ist dieselbe: die Juden und ihren unabhängigen Staat Israel zu vernichten.
Es hat keinen Sinn, auf Behauptungen in den sozialen Medien einzugehen, wonach Kindern, die von Juden getötet wurden, Organe entnommen würden – ein Vorwurf, der an die uralte Blutverleumdung erinnert, wonach Juden Kinder wegen ihres Blutes ermorden würden.
Ebenso wenig hat es Sinn, mit Professoren zu diskutieren, die eine allmächtige „israelische Lobby“ beschreiben, die die Politik kontrolliere.
Wer soll schon mit dem Besitzer eines weiteren Schweizer Hotels diskutieren, der israelische Touristen des Hotels verweist? Oder mit den Schlägern, die eine Familie auf den Straßen von Athen verprügeln?
Wer will sich mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, anlegen, der kürzlich gemeinsam mit der Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, eine Gedenkflamme für verstorbene UN-Mitarbeiter entzündete, darunter Imad El Samhouri, einen Mitarbeiter des Hilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA), der zugleich ein Hamas-Terrorist war und dessen Videos den Tod als „Shahid“ verherrlichten?
Und wer will sich schon heiser schreien, um mit Hollywood, der Türkei, Kanada und den anderen zu streiten? Antworte ihnen gar nicht erst.
In Hollywood unterstützten mehr als 200 Persönlichkeiten aus Film, Musik und Kultur eine Kampagne, die die Freilassung von Marwan Barghouti aus einem israelischen Gefängnis forderte, darunter die Schauspieler Benedict Cumberbatch, Mark Ruffalo, Cate Blanchett und Tilda Swinton. Sie verschweigen dabei, dass Barghouti fünf lebenslange Haftstrafen verbüßt, nachdem ein israelisches Gericht ihn 2004 wegen fünf Morden und der Beteiligung an einer Reihe von Terroranschlägen während der Zweiten Intifada verurteilt hatte.
Wir müssen aufhören, uns verpflichtet zu fühlen, zu argumentieren, dass Juden gut sind, dass Juden unschuldig sind oder dass Israel das Recht hat, sich zu verteidigen. Wer sich ernsthaft für die Beweise interessiert, kann sie finden. Die Fakten stehen jedem zur Verfügung.
Die gegen Israel gerichteten Vorwürfe des Kolonialismus, des Völkermords, des Rassismus und der systematischen Grausamkeit werden durch die Geschichte und durch dokumentierte und quantifizierte Beweise widerlegt.
Nehmen wir die Vereinten Nationen als Beispiel.
Im Jahr 2025 verabschiedete die UN-Generalversammlung 15 Resolutionen, die sich speziell gegen Israel richteten, verglichen mit 11 Resolutionen, die alle anderen Länder der Welt zusammen betrafen, davon sechs gegen Russland.
Diese Diskrepanz verdeutlicht, wie Politik den Hass auf Juden schürt.
Antisemitismus ist heute nicht mehr nur eine Frage von Vorurteilen oder Unwissenheit. Er ist zu einem politischen Instrument geworden. Er wird genutzt, um Stimmen, Einfluss, Ämter, Geld und Macht zu erlangen.
Die Vereinten Nationen nutzen ihn im Rahmen ihrer Ausrichtung auf die Dritte Welt und islamische Blöcke aus. Die Türkei und der Iran nutzen ihn durch den Islamismus aus. Politische Bewegungen nutzen den Hass auf Israel aus, während sie vorgeben, sich für Menschenrechte einzusetzen.
In Wirklichkeit ist der Hass auf Israel sowohl zu einem Ersatz für Menschenrechte als auch zu deren Grab geworden.
Deshalb reichen Erklärungen nicht aus.
Was erforderlich ist, ist politischer Kampf: Strafanzeigen, wo Gesetze gebrochen werden, Gesetzgebung, wo der Schutz unzureichend ist, und eine ernsthafte Überprüfung der politischen und finanziellen Interessen hinter Kampagnen, die sich gegen Israel und Juden richten.
Es bedeutet auch, die Rechte zu verteidigen, die Israels Feinde so oft missachten: die Rechte von Kindern, Frauen, Homosexuellen und politischen Dissidenten.
Es bedeutet, die Sicherheit zu verteidigen, deren Hüter Israel nach wie vor ist.
Es bedeutet, Universitäten und politische Parteien von Ideologien zurückzugewinnen, die die Feindseligkeit gegenüber Israel in ein akzeptables politisches Credo verwandelt haben.
Und es bedeutet, institutionelle Grenzen für Unternehmen, Hotels, Medienorganisationen und Kulturfestivals zu setzen, die Israelis diskriminieren oder Antisemitismus legitimieren.
In Italien kam es sogar zu einem Generalstreik, der sich gegen Israel richtete. Es hat auch keinen Sinn, mit jenen zu diskutieren, die von einer allmächtigen „israelischen Lobby“ sprechen, die die italienische Politik kontrolliere und an deren Spitze angeblich kein Geringerer als der stellvertretende Ministerpräsident und Außenminister Antonio Tajani stehen soll.
Dies ist nicht mehr nur eine Debatte über Außenpolitik. Es ist ein politischer Krieg.
Der Kampf gegen den Antisemitismus kann nicht dadurch gewonnen werden, dass man endlos auf jede Lüge eingeht. Er muss dort geführt werden, wo der Antisemitismus heute wirkt: in der Politik, in Institutionen, an Universitäten, in internationalen Organisationen und in der Kultur.
Der Kampf gegen den Antisemitismus kann die Menschenrechte wiederherstellen, die unter dem genozidalen Slogan „Vom Fluss bis zum Meer“ begraben wurden.




