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Israel greift ein, um türkische Militärpräsenz in Syrien zu verhindern

Mit dem Angriff auf einen Militärflugplatz in Idlib zieht Israel eine neue rote Linie gegenüber Ankara. Itamar Eichner über den zunehmend offen ausgetragenen israelisch-türkischen Machtkampf um die Zukunft Syriens.

F-16-Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe. Foto: IDF

Am Dienstag kam es zu einem ungewöhnlichen Vorfall, der den „Kalten Krieg“ zwischen Israel und der Türkei um die Gestaltung der Zukunft Syriens offen zutage treten lässt – diesmal unter Einsatz offener militärischer Gewalt.

Israelische Kampfflugzeuge griffen mehrfach die Start- und Landebahnen des Militärflugplatzes Abu al-Duhur in der Provinz Idlib an, rund 70 Kilometer von der syrisch-türkischen Grenze entfernt.

Ziel des Angriffs: die Stationierung und den Aufbau türkischer Streitkräfte auf syrischem Boden zu verhindern – ein Vorhaben, das Erdogan in jüngster Zeit vorantreibt, um den militärischen Einfluss der Türkei in dem Land zu vertiefen.

In einem seltenen und ungewöhnlichen Schritt entschied sich Israel, öffentlich die Verantwortung für den Angriff zu übernehmen. Das Büro des Ministerpräsidenten veröffentlichte eine offizielle Erklärung auf Englisch, in der der Angriff bestätigt und zugleich eine neue, harte Gleichung gegenüber diesen beiden Regimen formuliert wurde.


In der Erklärung wurde klargestellt, dass Israel und Syrien sich auf die Wahrung des Status quo in Sicherheitsfragen verständigt hätten. Syrien sei jedoch im Begriff gewesen, diesen zu verletzen, indem es türkischen Streitkräften gestattete, sich auf einem Luftwaffenstützpunkt nahe Aleppo zu stationieren.

In Israel betonte man, dass Syrien sich trotz wiederholter israelischer Warnungen, wonach eine solche Stationierung eine Sicherheitsbedrohung darstellen würde, dafür entschieden habe, diese zu ignorieren.

An dieser Stelle ist wichtig zu erwähnen, dass dieses Thema bereits vor Kurzem bei Gesprächen hinter verschlossenen Türen zwischen Israel und den Vereinigten Staaten zur Sprache gekommen war.

Nach Bekanntwerden des Angriffs enthüllte der US-Botschafter in der Türkei und Sondergesandte für Syrien, Tom Barrack, dass die Türkei keinerlei Vorwarnung vor dem israelischen Angriff erhalten habe. Seinen Angaben zufolge hätten türkische Radarsysteme die sich ihrem Gebiet nähernden Flugzeuge erfasst, und die Türkei hätte sich sogar auf eine militärische Reaktion vorbereiten können. Doch „die Seiten, die mit Bedacht und kühlem Kopf handelten, verhinderten eine weitere Eskalation“.


Nach dem Vorfall erklärte er, Washington arbeite nun an der Einrichtung eines Mechanismus zur Verhinderung von Reibungen zwischen Israel, Syrien und der Türkei. Gleichzeitig verurteilte das türkische Außenministerium den Angriff umgehend. Auch Ägypten schloss sich in diesem Fall dieser Haltung an und verurteilte den israelischen Einsatz in Idlib.

Der Angriff verdeutlicht, wie Israel die Expansionsstrategie der Türkei aktiv bremst. Die Türken betrachten das Syrien der Nachkriegszeit als einmalige Gelegenheit, das Land zu ihrem Hinterhof zu machen, ihren Einfluss dort zu vertiefen und dauerhaft Streitkräfte zu stationieren.

Die israelische Operation sendet ein klares Signal, dass eine iranische Militärpräsenz nicht durch eine türkische Militärpräsenz ersetzt werden darf. Darüber hinaus macht der Vorfall eines der zentralen Risiken deutlich, denen Erdogan gegenübersteht: israelische Stärke und Dominanz in der Region.

Die Tatsache, dass Israel ohne Vorwarnung ein eindeutig türkisches Ziel angreift und die Türkei sich dafür entscheidet, den Vorfall hinzunehmen und nicht darauf zu reagieren, um nicht in eine Eskalation hineingezogen zu werden, stellt einen erheblichen Schlag für ihr Machtimage im In- und Ausland dar.

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Patrick Callahan

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