In diesen Tagen jährt sich der Beginn der Spannungen zwischen Israel und der Türkei zum 20. Mal. Bis zum Sommer 2006 waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern sehr, sehr eng und sehr gut. Sie umfassten eine militärische und sicherheitspolitische Zusammenarbeit sowie enge politische und wirtschaftliche Beziehungen. Trotz des Aufstiegs der islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung an die Macht bereits im Jahr 2002 waren die Beziehungen sehr gut – ebenso die persönlichen Beziehungen zwischen Recep Tayyip Erdoğan und den Ministerpräsidenten Ariel Sharon und Ehud Olmert.
Die Lage begann sich im Sommer 2006 mit dem Zweiten Libanonkrieg zu verschlechtern. Damals gewann die Türkei den Eindruck, dass Israel in der gesamten Region, auch dort, wo die Türkei eindeutige Interessen hat – etwa in Syrien –, agiert, ohne sich mit ihr abzustimmen und ohne sie zu berücksichtigen. Dort begannen die Spannungen, deren Folgen wir bis zum heutigen Tag spüren.
Betrachtet man die Lage zwischen Israel und der Türkei unter dem Gesichtspunkt von Schuld oder Verantwortung, scheint es, als könne man die Verantwortung...
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Die ganze Welt schreit, dass Netanjahu Krieg führt, um von seinem Rechtsverfahren abzulenken, bzw. dieses möglichst über die Ziellinie der Verjährung zu bringen. Und jetzt kommt noch Itamar Eichner – den ich ansonsten mit seinen Beiträgen sehr schätze – und behauptet Netanjahu suche seit einiger Zeit einen Feind, weil dies Teil seiner politischen Logik sei. Es ist anzunehmen, dass der Iran und seine Proxys Israel ausreichend herausfordern; militärisch, logistisch und hinsichtlich jeder Art von Ressourcen. Ebenso ist anzunehmen, dass Netanjahu das genau weiss. Es wäre kriminell, wenn er um seiner persönlichen Interessen Willen und ohne Not nach Feinden sucht. Wir werden es sehen nach den Wahlen; obwohl ich es sehr begrüssen würde, dass Bibi weiterhin MP bleibt, wäre es doch gut, wenn die aktuelle Opposition zum Zug käme und sich beweisen könnte. Denn die Feindseligkeiten und Probleme, denen sich Israel gegenübersieht, enden nicht mit der Wahl. Und plötzlich finden sich die internen Kritiker Netanjahus in der Realität wieder, nun mit Verantwortung für ein Land und ein Volk.