Israel

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Vom Agrarland zur High-Tech-Nation

Zur Wiedergeburt Israels vor 74 Jahren gab es Pioniere, die sich von eben jenem Land ernährten, das nur wenige Jahrzehnte zuvor noch als unfruchtbar galt.

Pferd und Pflug.
Foto: Kluger Zoltan / GPO

Jahrhundertelanger Raubbau der Waldflächen und Vernachlässigung hatten genau dazu geführt. Die Wasserknappheit war von Anfang an ständiger Begleiter. Trotz unglaublicher Herausforderungen und des Mangels an fast allen natürlichen Ressourcen hatten diese Pioniere durch harte Arbeit und Innovation dennoch Erfolg.

Ihnen gelang die Begrünung der Wüste und die Umwandlung von Sümpfen in Ackerland. Inzwischen hat sich die Anbaufläche in Israel von etwa 1600 Quadratkilometer auf 4330 fast verdreifacht. Die Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion hat sogar Israels rasantes Bevölkerungswachstum übertroffen.

All das ermöglichte die Kibbutz-Bewegung. Einzelne Landwirte hätten in so kurzer Zeit nie so viel erreicht wie hunderte Pionier-Kibbutzim. Viele sehen darin ein Wunder.

Es gelang den israelischen Bauernhöfen nicht nur, die junge Nation zu ernähren, sondern auch neue Nutzpflanzen zu entwickeln, man denke zum Beispiel an beliebte Sorten von Kirschtomaten und Pomelit, eine Kreuzung aus Grapefruit und Pomelo. Auf dem Gebiet der Agrartechnologie darf die Tröpfchenbewässerung nicht unerwähnt bleiben. Angesichts der begrenzten Größe und Ressourcen Israels wurde besonders darauf geachtet, dass nicht zu viele Erzeugnisse verderben. Israel entwickelte deshalb Sorten mit längerer Haltbarkeit. Davon profitieren Landwirte weltweit.

Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt fiel von fast 6 Prozent im Jahr 1979 auf nur noch 2,5 Prozent im Jahr 2008. Obwohl diese Rate gering scheint, produziert Israel noch immer fast 95 Prozent seines Eigenbedarfs an Lebensmitteln.

Heute ist Hochtechnologie das Juwel der Wirtschaft des jüdischen Staates, und der Ansatz ist dem der frühen Siedler sehr ähnlich. Die Früchte heutiger High-Tech-Innovationen verändern ebenfalls das Leben auf der ganzen Welt. Bio-Technologie und medizinische Forschung verhelfen buchstäblich dem Lahmen, zu gehen und dem Blinden, sehend zu werden. Einkommensschwächeren Bevölkerungen der Welt werden erschwingliche Therapien zur Verfügung gestellt. Auch Technologien wie GPS-Navigation in Echtzeit oder die Möglichkeit, große Datenmengen schnellstens zu verarbeiten, wurden durch israelischen Einfallsreichtum möglich. Immer wieder fielen bei der Lösung örtlicher Probleme globale Lösungen ab.

In nur 70 Jahren hat sich Israel von einer bunt zusammengewürfelten Agrargesellschaft, die sich damit abmühte, kargem Land Erträge abzuringen, zum hochtechnologischen globalen Kraftwerk entwickelt. Wer weiß, wohin Innovation und Fleiß diese Nation in den nächsten 70 Jahren bringen wird?

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Patrick Callahan

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