„Wir sind alle Hamas!“, sagte mir vorgestern ein palästinensischer Kollege. Wir haben ihnen das Land gestohlen und das werden sie Israel immer vorwerfen. Aber solange es ruhig ist und sie mit den „Dieben“ Geld verdienen können, wird alles unter den Teppich gekehrt. Aber in Zeiten wie diesen platzt uns der Kragen – die Palästinenser sind Hamas und wir haben keine Ahnung, wem wir überhaupt noch vertrauen können. Gibt es überhaupt noch Partner für den Frieden?
Vorgestern kam Marwan aus der Altstadt von Jerusalem zu uns, um etwas aus der Redaktion abzuholen. Ich kenne Marwan seit über 20 Jahren. Er ist Palästinenser und Muslim. Seit Jahren kaufen wir bei ihm Produkte wie die Ledersandalen. Er ist einer von mehreren Händlern, mit denen wir im Ostteil Jerusalems zusammenarbeiten. Persönlich habe ich weniger Kontakt zu ihm, aber wenn er bei uns vorbeikam, um die neuen Bestellungen auszuliefern, haben wir uns oft auf einen Kaffee zusammengesetzt. Ich erinnere mich an unsere Gespräche von früher, und wir hüteten uns davor, uns in politische Ecken zu verirren. Aber diesmal krachte es, meine Mitarbeiterin Olga war dabei und auch mein ältester Sohn, der für ein paar Stunden in der Redaktion war und dann wieder in den Reservedienst musste.
Diesmal habe ich Marwan gleich am Eingang gefragt, wie es ihm und seiner Familie in der Altstadt geht. „Alles in Ordnung, hoffentlich ist der Krieg bald vorbei und es herrscht wieder Frieden.“
Nein, habe ich Marwan gesagt, so schnell wird es diesmal nicht gehen. Solange nicht alle Hamas-Terroristen und ihre Anhänger vernichtet sind, wird der Krieg weitergehen.
„Warum? Kriege sind schlimm und es sterben viele unschuldige Menschen“, sagt er.
„Marwan, diesmal machen wir Schluss mit der Hamas. Hast du gesehen, wie die Hamas-Terroristen unsere Frauen und Töchter vergewaltigt und abgeschlachtet haben?“
„Nein“, sagt er zu mir. „Ich habe keine Fotos oder Filme gesehen. Ich glaube euch auch nicht! Was ihr in Gaza macht, ist noch schlimmer. Ihr tötet massenhaft Kinder.“
„Aber Marwan, siehst du keinen Unterschied zwischen dem vorsätzlichen Abschlachten, Foltern und Vergewaltigen unschuldiger Menschen und den palästinensischen Zivilisten, die im Gazastreifen sterben, weil die Hamas sie als menschliche Schutzschilde im Kriegsgebiet festhält?“
„Nein, das sind alles Lügen. Das glaube ich nicht. Ihr tötet unsere Kinder in Gaza! Was ihr macht, ist Terror.“
Als mein Sohn im anderen Zimmer das hörte, meldete er sich sofort zu Wort.
„Wir töten keine Kinder. Die Hamas hält die Menschen auf und verschanzt sich hinter den Familien“, sagte mein Sohn wütend und mein Sohn weiß als Offizier ein bisschen mehr, was jetzt im Gazastreifen passiert. Seit zwei Monaten ist er dort unten. „Ihr seid alle Hamas und wir sind die Dummen. Aber jetzt räumen wir unten auf. So kann es nicht weitergehen. Wir werden die Hamas vernichten und keiner wird sich uns in den Weg stellen“, sagte mein Sohn laut und deutlich.
Es wurde lauter zwischen uns. Es hatte einfach keinen Sinn, Marwan die Filme zu erklären, die wir vom 7. Oktober gesehen hatten. Das Massaker der palästinensischen Nazis ist für Marwan, wie wahrscheinlich für die Mehrheit der Palästinenser, ein israelisches Hirngespinst. Alles, was ich ihm zeige, ist aus seiner Sicht gefälscht. Ich sagte ihm, er solle mit Mansour Abbas sprechen, dem arabischen Parteichef von Raam, der den IDF-Horrorfilm gesehen hatte. Abbas hat selbst gesagt, dass es ein schrecklicher Film war und dass das, was er gesehen hat, nicht menschlich ist und nichts mit dem Islam zu tun hat. Aber nein, das will er nicht. Marwan glaubt der Hamas und nicht der Wahrheit.
„Yalla, es muss wieder Ruhe und Schalom einkehren“, versucht Marwan die Wogen zu glätten. Nein, haben wir gesagt, die Hamas muss vernichtet werden. Der Frieden muss jetzt erstmal in der Schublade warten. So lange bleibt auch die Jerusalemer Altstadt leer, denn Touristen meiden in Kriegszeiten das Heilige Land.

„Null Geschäft für dich Marwan“, habe ich ihm gesagt. „Glaub mir, Marwan, wir tun dir einen Gefallen, wenn wir die Hamas vertreiben, du willst doch Frieden, oder? Aber Hamas will keinen Frieden, Hamas will Israel zerstören.“
Und was sagte uns der liebe Marwan auf einmal?
„Wir sind alle Hamas. Die Mehrheit der Palästinenser ist Hamas, 70 Prozent-“
„Was? Hamas? Du hast uns immer gesagt, du bist Fatah. Jetzt bist du Hamas? Okay Marwan, dann kannst du auch nach Gaza gehen und mit der Hamas im Gazastreifen leben.“
Aber nein, er sei in Jerusalem geboren und dieses Land gehöre ihm, sagt er. „1948 habt ihr uns das Land gestohlen“, sagt Marwan wütend.
Gestohlen oder nicht, wir haben an diesem Nachmittag wieder einmal verstanden, dass wir keinen Partner haben, mit dem wir wirklich Frieden schließen können. Zwanzig Jahre lang haben wir mit Marwan gearbeitet, und jetzt wählt er die Hamas. Mein Sohn wurde langsam wütend und sagte zu mir: „Spar dir die Zeit, es hat sowieso keinen Sinn. „Die wollen nur unser Geld, das ist alles.“ Den Palästinensern geht es im Nahen Osten einfach zu gut, vor allem denen, die in Israel leben. Sie genießen Freiheit und Demokratie und beschweren sich ständig.
„Weißt du was?“, sagte ich zu Marwan, „der syrische Staatschef hat im syrischen Bürgerkrieg mehr als 500.000 Menschen seines eigenen Volkes abgeschlachtet. Das ist die arabische Welt, in der wir alle leben. In allen Kriegen, die Israel in den letzten 75 Jahren geführt hat, sind nicht einmal 100.000 Menschen umgekommen, weder auf der arabischen noch auf der israelischen Seite. Und weißt du warum? Weil wir zu nett zu unseren arabischen Feinden sind.“
Und dann fing er wieder an und beschwerte sich, dass wir die Palästinenser in Gaza töten. Immer das gleiche Mantra.
„Von mir aus kannst du denken und glauben, was du willst. Wenn dir die Hamas am Herzen liegt, dann schlage ich vor, dass du dich jetzt von der Hamas im Gazastreifen verabschiedest.“
Dann verabschiedeten wir uns und schüttelten uns die Hände. Marwan hat uns alle überrascht. Meinen Sohn weniger. Diese fünfzehn Minuten am Eingang unserer Redaktion haben mich noch einmal darüber nachdenken lassen, wem wir wirklich trauen können. Die Hamas ist in den Herzen der palästinensischen Mehrheit und das ist eine Tatsache, die wir verdauen müssen. In ruhigen Zeiten sagen uns die Palästinenser, was wir hören wollen, und in schlechten Zeiten sagen sie uns die Wahrheit ins Gesicht. Das dürfen wir nicht vergessen, und das muss Israel berücksichtigen, um politisch umzudenken.
Abschließend muss ich allerdings zugeben, dass nicht alle wie Marwan sind und nicht alle die Hamas im Herzen tragen. Arabische Soldaten, Beduinen und Drusen dienen Schulter an Schulter mit uns in der israelischen Verteidigungsarmee und sind sehr gute Soldaten und Kämpfer. Das hält die Hoffnung am Leben.





Eine Frage: Machen Sie weiter mit diesem „Herrn“ Geschäfte oder schmeißen sie ihn hochkant hinaus?
Danke – dieses Gespräch sagt mehr als hunderte kluge Kommentare/Artikel über die Problematik palästinensischer Araber/Hamas.
Es ist hoffnungslos – bis auf einzelne Ausnahmen – leider.
Das habe Ich vor ein paar Monaten hier gesagt, Ich würde wieder hetzen..
Ich bleibe dabei, Ich traue keinem Muslim, Keinem!
Alle sind Lügner.
Warum? Sie sagen ja selbst, sie dürfen lügen, wenn es zu Gunsten ihrer satanische Religion geht!
Pardon, aber ich bitte Sie, nicht so zu verallgemeinern. Es ist gut, dass Aviel am Schluß seines Artikels schreibt, dass nicht alle wie Marwan sind und nicht alle die Hamas im Herzen tragen usw. Ja, sie können lügen, so sagt es der Koran. Aber nicht alle tun es – und damit will ich nichts schön reden! Wenn wir verallgemeinern, sind wir nicht viel besser wie sie …; wir unterstellen dem Lügen, obwohl wir nicht wissen, ob er lügt.
Ich denke, wir finden es auch gar nicht gut, wenn es heißt: die Deutschen, die Christen, die usw. sind so und so, tun dies und dies … Und unser Gott will das schon gar nicht. Es fällt manchmal sehr schwer, ja – trotzdem …
Erklärbar ist alles nur geistlich:
Es gibt ein „Reich“. Das gehört Gott und SEINEN Menschen( kreativ, lebenserhaltend und schützend)
Und es gibt ein „Arm“ ( zerstörerisch, tötend, vernichtend)
Jeder wiedergeborene Christ lebt im Reich-die Juden von Geburt.
Jeder Mensch im „Arm“ ist unzufrieden und Schuld ist alles, nur er selbst nicht.
Jeder im „Reich“ ist zufrieden , denn er kennt den Schöpfer. Sein Leben ist gehalten selbst in aller Not.
Israel kann gar nicht verlieren…,weil ER lebt!!!
Israel handelt nicht aus Hass-sondern aus Notwendigkeit!
In Europa(besonders in Deutschland) breitet sich der Hass aus-eingeschüchtert von Gewalt…und demokratischen Schutzgesetzen, die den Tätern dienen.
Ein giftiger Trieb des Christentums ist Humanismus
Sprüche 18…19 ¶ Ein verletzter /rebellischer עשׁפ pasha‘ Bruder hält härter זע ‘oz oze denn eine befestigte Stadt , und Zank hält härter denn Riegel am Palast .
1/2
Lieber Aviel,
danke für diesen Beitrag. Er ist verstörend und deprimierend. Aber er ist auch gut, weil er Illusionen zerstört und damit zu einem neuen Anfang einlädt. So bitter die geschilderte Erfahrung sein mag, schlimmer wäre ein Weitermachen, so als ob nichts gewesen wäre. Nach dem 7.10. müssen zwingend Konsequenzen gezogen werden. Palästinensische „Zivilisten“ haben die Menschen dort verraten, ihren Mördern entscheidende Tipps gegeben. Wer dieses Massaker verharmlost, relativiert oder nicht verurteilt, muss hart und vor allem nachhaltig sanktioniert werden.
2/2
Mit Menschen, die nur darauf warten bis sich eine Gelegenheit gibt, das Messer gegen einen zu richten, kann es keine Zusammenarbeit mehr geben. Sie sind nicht bereit, eine Gesellschaft zu verteidigen, die ihnen in jeder Hinsicht nur Vorteile bietet. Sie sollen ihre Vorstellungen dann auch in Zukunft vollumfänglich auskosten. Marwan soll in Zukunft seine Geschäfte in der Altstadt unter seinesgleichen machen.
Israelische Araber scheinen größtenteils zu einer freien und demokratischen Gesellschaft ein rein taktisches Verhältnis zu haben. Ein Weiter-so bestärkt diese Haltung.