Fernando Marman (61) und Louis Har (70) sind in einer gemeinsamen Aktion der israelischen Armee, des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet und einer Spezialeinheit der israelischen Polizei befreit worden. Die beiden Geiseln waren am 7. Oktober von einer palästinensischen Familie aus dem Kibbuz Nir Itzchak im Gazastreifen entführt worden. Nach einer Stunde war die Aktion beendet und die Geiseln wurden per Hubschrauber ins Sheba-Krankenhaus in Israel gebracht. Ihr Gesundheitszustand ist gut.
Es war gegen 03:00 Uhr in der Nacht, als ich die Nachricht erhielt, dass zwei israelische Geiseln in Rafah befreit worden waren, kurz darauf berichteten wir darüber auf Telegram. Solche Befreiungsaktionen heben die Moral der Bevölkerung und das ist in solchen Zeiten sehr wichtig. Außerdem stärkt es Israels Position gegenüber der Hamas in den Verhandlungen über einen möglichen Geiselaustausch. Die Hamas versteht nur Gewalt, keine Worte, keine Philosophie.
Unsere Soldaten und Spezialeinheiten sind Helden.
Dank ihrer Tapferkeit konnten zwei der Geiseln, Fernando Simon Marman, 61, und Norberto Louis Har, 70, gestern Abend gerettet und mit ihren Familien vereint werden.
Wir müssen alles tun, um alle Geiseln nach Hause zu bringen.… pic.twitter.com/YjDCBdeNSU
— Botschaft Israel (@IsraelinGermany) February 12, 2024
Die Hamas steht nach der dramatischen Befreiungsaktion der Geiseln Fernando Marman (61) und Louis Har (70) in Rafah unter Schock. Von der erfolgreichen israelischen Rettungsaktion berichtete die Hamas nicht, sondern nur von den Verlusten auf palästinensischer Seite. In der offiziellen Erklärung der Hamas hieß es:
„Der Angriff der Nazi-Besatzungsarmee auf die Stadt Rafah in der vergangenen Nacht und ihre schrecklichen Massaker an wehrlosen Zivilisten und hilflosen Kindern, Frauen und älteren Menschen, von denen bisher mehr als hundert ihr Leben verloren haben, werden als Fortsetzung des Völkermords und der Zwangsvertreibung betrachtet, die gegen unser palästinensisches Volk durchgeführt werden. Die US-Regierung und Präsident Joe Biden tragen die volle Verantwortung für dieses Massaker, weil sie Netanjahu gestern grünes Licht gegeben haben und ihn ausdrücklich mit Geld, Waffen und politischer Rückendeckung unterstützen, um den Völkermord und das Massaker an unserem Volk fortzusetzen“.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte vorgestern gegenüber ABC: „Diejenigen, die uns sagen, dass wir in Rafah nicht handeln sollen, rufen uns in Wirklichkeit dazu auf, den Krieg zu verlieren. Wir werden gegen die Hamas-Terrorbataillone in Rafah vorgehen, der Sieg ist zum Greifen nahe“. Netanjahu betonte, dass Israel an einem „detaillierten Plan“ für die Evakuierung der palästinensischen Bewohner des Gazastreifens arbeite – und versprach, dass Israel einen sicheren Fluchtkorridor garantieren werde.
Die erfolgreiche Befreiungsaktion in Rafah erklärt vieles, was in den Medien bisher oft falsch interpretiert wurde. Der militärische Druck Israels im Gazastreifen ist der einzige Weg, Druck auf das Hamas-Regime im Gazastreifen auszuüben. Ohne ihn machen Verhandlungen in Katar, Paris oder Kairo über einen möglichen Geiselaustausch mit der Hamas einfach keinen Sinn. Die Hamas versteht nur eines: Gewalt! Alles andere ist gegenüber der Hamas sinnlos!

Darüber hinaus hat die Befreiungsaktion einmal mehr bewiesen, dass die Regierung nicht beschlossen hat, die israelischen Geiseln im Stich zu lassen. Zwar sah es bei der Wahl zwischen dem Sieg über die Hamas und der Freilassung der israelischen Geiseln oft so aus, als hätte die Regierung jede Hoffnung aufgegeben, die israelischen Geiseln jemals freilassen zu können. Oft war in den Medien die Kritik zu hören, dass die rechtsgerichtete Regierung nichts für die linksgerichteten Israelis in palästinensischer Gefangenschaft im Gazastreifen tun würde. Das Einzige, was blieb, waren diese schockierenden Aussagen in den Medien.
Die Zeit läuft nicht nur gegen die Hamas, sondern auch gegen uns. Die Hamas steht wegen der israelischen Militäroperationen unter Druck, und auch Israel steht wegen der ausländischen Regierungen unter massivem Druck. In beiden Fällen spielt die Zeit gegen die israelischen Geiseln, die irgendwo im südlichen Gazastreifen versteckt sind und als menschliche Schutzschilde für Terroristen missbraucht werden. Die Operation in Rafah wurde schon seit einiger Zeit vorbereitet, aber bis jetzt waren die Bedingungen nicht reif, um sie durchzuführen. Die operative Kontrolle der israelischen Streitkräfte im Gazastreifen ist massiv, stark und erfolgreich. Nur so kann Israel seinem Ziel, die Geiseln zu befreien und die Hamas zu zerschlagen, näherkommen.

Jetzt wird auch deutlich, warum die Hamas Israel in den letzten Wochen mehrfach davor gewarnt hat, die Verhandlungen über einen Geiselaustausch einzustellen, sollte Israel in Rafah operieren. Die übrigen Hamas-Führer und Terroristen verstecken sich zusammen mit den israelischen Geiseln in der sogenannten Sicherheitszone westlich von Rafah, wo 1,4 Millionen Palästinenser in Flüchtlingszelten leben. Israel wird keine andere Wahl haben und trotz internationaler Kritik weiter in Rafah operieren. Und Israel wird dabei mehr Rücksicht auf die palästinensischen Flüchtlinge nehmen als es die eigene Hamas-Führung tut. Das posten sogar Palästinenser in den sozialen Netzwerken.
In den arabischen sozialen Medien heißt es, die Palästinenser vor Ort seien sprachlos über die erfolgreiche Rettungsaktion der IDF. Es wird berichtet, dass viele Palästinenser derzeit Rafah auf eigene Faust verlassen und sich in die von der IDF ausgewiesenen Sicherheitszonen im Zentrum des Gazastreifens begeben. Sie sind sich sicher, dass die israelische Armee in Kürze eine größere Operation in der Grenzstadt Rafah starten wird. Israel hat keine andere Wahl, wenn die Regierung ihr Versprechen an die Bevölkerung halten will.

Gestern hat US-Präsident Joe Biden dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu mitgeteilt, dass Israel „ohne einen glaubwürdigen Plan zum Schutz der Zivilbevölkerung keine Militäroperation in der dicht besiedelten Gaza-Grenzstadt Rafah durchführen sollte“. Bibi und Joe haben gestern 45 Minuten miteinander telefoniert. Es war das erste Gespräch zwischen den beiden, nachdem Biden letzte Woche gesagt hatte, Israels Reaktion auf Gaza sei übertrieben.
Ägyptische Politiker haben Israel davor gewarnt, in Rafah zu operieren. Das ägyptische Außenministerium:
„Wir betonen unsere Ablehnung der Äußerungen israelischer Politiker bezüglich der israelischen Militäraktion in Rafah. Wir warnen vor der Gefahr, dass dies die Katastrophe im Gazastreifen verschlimmern könnte. Wir rufen dazu auf, die internationalen Bemühungen zu verstärken, um die israelische Operation in Rafah zu verhindern. Wir setzen unsere Gespräche mit allen Parteien fort, um einen Waffenstillstand und eine Vereinbarung über den Austausch von Geiseln zu erreichen. Wir rufen die internationalen Gremien auf, den Druck auf Israel zu erhöhen.“
Was aber steht nicht in der ägyptischen Erklärung? Das Friedensabkommen ist nicht gefährdet. Es gibt keine militärische Bedrohung durch Ägypten. Was steht in der ägyptischen Erklärung? Vor allem ein Lippenbekenntnis gegenüber den Palästinensern, den arabischen Ländern und der internationalen Gemeinschaft. Mit anderen Worten: Die Ägypter billigen die israelische Operation oder haben nichts dagegen – ohne dies ausdrücklich zu erwähnen. Die Hamas kann nur durch Druck und Gewalt in die Knie gezwungen werden, und wer das nicht begreift, der gönnt Israel den Sieg nicht.




