In den letzten Wochen wird häufig von einem Putsch in Israel geredet, ein Putsch im Rechtssystem, Militärputsch oder Medienputsch. Allen wird ein möglicher Putsch zugeschrieben, den Linken und Rechten, säkularen oder religiösen Juden. Jetzt werfen die Protestler der nationalreligiösen Regierungskoalition vor, im Blitzverfahren einen Rechtsputsch im Land durchzuführen. Die Mehrheit im Land ist gemäß diversen Umfragen gegen den aktuellen Plan der vorgeschlagenen Justizform. In diesen Tagen verspüren Menschen einen möglichen Putsch seitens der religiösen Rechtsregierung unter Benjamin Netanjahu.
Dieselben Israelis befürchten auch eine theokratische Militärdiktatur. Ist ein Militärputsch real? Könnte Israel eine theokratische Militärdiktatur werden? Dies hat vor Jahren der israelische Schriftsteller Zvika Amit in seinem Bestseller „Blauer Code“ vorgestellt. Die realistische Beschreibung eines Militärputsches, bei dem rechtsextreme Siedler den Staat Israel übernehmen, ließ viele Israelis erschaudern. Die meisten Israelis glauben jedoch, dass Israel trotz der beschriebenen gefährlichen Phänomene in der Lage sein wird, seinen Status als einzige Demokratie im Nahen Osten zu behalten.
Parallel haben auch die Rechten und religiösen Juden Angst vor einem Putsch. Diese behaupteten, dass seit Jahrzehnten ein juristischer Putsch des linken Obersten Gerichtshofes in Jerusalem herrscht.

Es gibt auch einen Medienputsch, denn die Medien sind links. Und diese leiten einen anderen Putsch, den Gender-Putsch der LGBT-Bewegung. Es gibt einen akademischen Putsch israelischer Dozenten, die einen Boykott Israels und der israelischen Wissenschaft unterstützen. Es gibt einen nationalistischen Putsch arabischer Knessetmitglieder. Siedler und Rabbiner werfen den Linken einen Militärputsch vor.
Rabbiner sehen in der Integrierung von Frauen in Kämpfereinheiten eine Art Militärputsch. Sie sind aus religiösen Gründen dagegen und erklären, dass dies sowohl operative Schäden an den Einheiten als auch schwere körperliche Schäden bei den Soldatinnen verursacht. „Leider führt die Linke-Sekte einen Militärputsch gegen die Bürger des Landes, die staatlichen Institutionen und die Sicherheitskräfte und ihre gewählten Vertreter durch“, schrieb in einem Kommentar der Rabbiner Moshe Hasdai. Für ihn und die religiöse Gemeinschaft in Israel drängt ein linker Untergrund zu einem Militärputsch im Land. „Einen politischen Kulturputsch gegen die herrschende Führung im Land, die rechst ist. Nicht nach den bestehenden Regeln für einen Regimewechsel, aber immer noch ohne eine radikale Änderung des Regimetyps.“

Die israelische Verteidigungsarmee ist eine Armee, in der ein gemischtes Volk dient, Juden, Moslems, Drusen und Christen. Und Israels Generalstab hat seit der Staatsgründung Israels dieses Menschenmuster in den Reihen der Soldaten und Soldatinnen bewahrt. Aus diesem Grund erreichen nur selten religiöse Offiziere den Rang der Generäle im Militärstab. Darüber wird nicht öffentlich geredet, aber ja, es besteht ein steigendes Gefühl, dass die Rabbiner einen größeren Einfluss in der israelischen Armee suchen. Und dies wird an der Militärspitze gebremst. Aus diesem Grund betrachten Rabbiner das Verhalten der israelischen Armeeführung als Putsch.
Ich möchte glauben, dass kein Militärputsch in Israel möglich ist, aus dem einfachen Grund: Israel ist eher eine Armee, die ein Land hat als ein Land, das eine Armee hat. Die Rekrutierung und israelische Wehrpflicht ist wie ein Bar-Mizwa der israelischen Identität. Jeder, der sich nicht meldet, ist kein wirklicher Israeli. Die israelische Armee ist die einzige Institution im Volk und Land, in der sich alle Menschen wirklich vereint fühlen und das muss bewahrt werden.

Die Armee sind wir, das Volk. Und dies kommt in etlichen Szenarien zum Ausdruck. Zum Beispiel beim Krieg im Gazastreifen. Wochenlang wurden auf Israel Raketen abgeschossen und alles, was die IDF erzielte war ein Unentschieden zwischen dem israelischen Elefanten und der Fliege im Gazastreifen. Und dennoch, in allen Umfragen ist das Vertrauen der israelischen Gesellschaft gestiegen. Es gibt keinen anderen Körper im Volk, der so beliebt ist wie die israelische Armee. Die Armee sind wir, die Menschen, das Volk. Wir alle machen unsere Erfahrungen, jede Generation erlebt etwas Neues.
Ein anderer Fall. Vor Jahren befahl Israels Premierminister Benjamin Netanjahu seinen Stabschef Gabi Ashkenazy und den damaligen Mossad-Chef Meir Dagan, Israels Streitkräfte für den Luftangriff auf den iranischen Reaktor vorzubereiten. Aber beide lehnten seinen Befehl ab. Dies hat Dagan damals auch zugegeben. Keiner der beiden wurde deswegen gefeuert oder vor ein Erschießungskommando gestellt. Dies ist nur ein Beispiel von vielen in Israels Militärgeschichte. Was sind wir also? Ein Land, das eine Armee hat oder eine Armee, die ein Land hat? In Israel schwebt immer wieder mal die Angst vor einem möglichen Putsch, ob diese real sind oder nicht, ist ein anderes Thema. Auch jetzt, während einer Krise in der israelischen Gesellschaft, halte ich am Glauben fest, dass ein Dialog zwischen allen Seiten im Volk die Uneinigkeit in Sachen Justizreform lösen wird.





Die einzigste Gefahr für die Demokratie wegen einem Militärputsch geht von den Linken aus. Israels Bürger müssen besser vor den Linken geschützt werden. Sonst kann es sein, dass die Bürger von den Linken eines Tages noch viel mehr unterdrückt werden, als von der Justizdiktatur momentan.
Ich bin kein Jude nd lebe nicht in Israel. aber ich bin begeistert von den Leistngen der Armee von Israel. Einen Putsch erwarte ich eher von den Linken, welche das oberste Gericht beherrschen. Leider sind auch in Deutschland die Die meisten Journalisten sind einseitig links. Aber gefährlicher ist das in Israel.
Ich verstehe, warum Siedler aggressiv werden. Im Gegensatz zu der anderen Bevölkerung erleben sie Mord und Terror hautnah,
Israel hat sehr wenig Fläche und meines Erachtens auch die Flächen in Samaria und Judäa. Wer einen Angriffskrieg verliert, verliert dann auch zugefallene Gebiete. Das gilt allgemein, nur für Israel soll es nicht gelten.
Moslems sollten als Bürger Israels nur akzeptiert werden, wenn sie voll zu Israel stehen. Denn bei ihren Glaubensbrüdern wollen die meisten ja ohnehin nicht leben.
Ich habe in Jerusalem mit meiner Frau gelebt, sie stammt aus Jerusalem. Ich fühle mich also nicht nur verbunden mit Israel, sondern ich betrachte Israel als meine Heimat. Ich bin von den Ereignissen sehr erschrocken. Es muss doch möglich sein das daß jüdische Volk zusammen hält so viel ist passiert und haben es gemeinsam bewältigen können. Es darf einfach nicht scheitern an ein paar Menschen die nicht das wohl des Staates Israel wollen.