(JNS) „Alles, was gesagt werden musste, ist bereits gesagt worden. Aber da niemand zugehört hat, muss es noch einmal gesagt werden.“ — André Gide, Literaturnobelpreisträger 1947
Die ursprüngliche Blutverleumdung – der Vorwurf, Juden hätten Nichtjuden entführt und ermordet, um deren Blut für religiöse Rituale zu verwenden – entstand in der Antike unter Griechen. Sie führte im Mittelalter zu Massakern an Juden, im 19. Jahrhundert zu Pogromen und wurde im 20. Jahrhundert von den Nationalsozialisten wiederbelebt.
Doch sie war nicht nur falsch, sondern eine Umkehrung der Realität. Die Tora gebot den Israeliten ausdrücklich, die Praktiken mancher Nachbarn zu meiden und kein Tierblut zu verzehren. Dieses Gebot wurde in den Kaschrut-Gesetzen präzisiert, darunter das Ausbluten und Salzen koscheren Fleisches.
Dennoch überdauerte die Verleumdung. Warum auch nicht, da sie sich gegen jene Juden als nützlich erwies – eine halsstarrige kleine Minderheit, die beharrlich darauf bestand, von Gott auserwählt zu sein, der Menschheit den ethischen Monotheismus zu bringen. Wie ein periodisch aktiver Vulkan brach sie in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen aus. Eine solche Zeit...
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