Das Fest markiert den Beginn des neuen Fruchtzyklus in Israel und der Baumpflanzung. Überall im Land pflanzen Kinder und Erwachsene junge Bäume in den alten historischen Boden des Landes Israel. Wie viele Bäume haben hier in diesem Land gelebt, einem Land, in dem in tausenden Jahren Geschichte so viel Blut vergossen wurde. Ein Land, in dem sich Krieg und Frieden ständig abwechseln, wobei der Frieden kein wirklicher Friede ist, sondern oft nur ein Scheinfriede. Wir stellen uns oft alles viel friedlicher vor, weil wir Menschen sind und positiv denken, fühlen und bleiben wollen. In der Bibel symbolisiert der Baum tiefe Konzepte wie Leben, Segen, Sünde, Verbindung mit Gott und spirituelles Wachstum. Er erscheint als zentrales Symbol in Geschichten, Geboten und Prophezeiungen und vermittelt spirituelle und moralische Werte. „Denn der Mensch ist ein Baum des Feldes“ – כִּי הָאָדָם עֵץ הַשָּׂדֶה, stammt aus einem Bibelvers.
Das „Neujahr der Bäume“ erinnert mich immer an die hebräische Rockballade eines meiner Lieblingssänger, Shalom Chanoch. Guter israelischer Rock auf Hebräisch. „Denn der Mensch ist ein Baum des Feldes“ – „Ki Ha’Adam hu Etz Ha’Tzade„.
Denn der Mensch ist ein Baum des Feldes. Wie der Mensch wächst, so wächst der Baum, wie der Baum wird der Mensch gefällt, und ich weiß nicht, wo ich gewesen bin und wo ich sein werde, wie ein Baum des Feldes.
Denn der Mensch ist ein Baum auf dem Felde. Denn der Mensch ist ein Baum auf dem Felde, und wie der Baum wird er gefällt, und wie der Mensch wird er verbrannt, und ich weiß nicht, wo ich gewesen bin und wo ich sein werde, wie ein Baum auf dem Felde.
Ich habe geliebt und gehasst, von beidem habe ich gekostet, sie haben mich begraben in einem Stück Erde, und bitter ist es, bitter in meinem Mund, wie ein Baum des Feldes.
Denn der Mensch ist ein Baum auf dem Felde, wie der Baum dürstet er nach Wasser, wie der Mensch bleibt er durstig, und ich weiß nicht, wo ich gewesen bin und wo ich sein werde, wie ein Baum auf dem Felde.
Ich habe geliebt und gehasst, von beidem habe ich gekostet, sie haben mich begraben in einem Stück Erde, und sie ist bitter, bitter in meinem Mund, wie ein Baum auf dem Felde. Wie ein Baum des Feldes.
Denn der Mensch ist ein Baum des Feldes. Denn der Mensch ist ein Baum des Feldes. Ein Baum des Feldes. (Text: Natan Zach, Melodie: Shalom Chanoch)

Das Lied beschreibt die symbolische und emotionale Verbindung zwischen Mensch und Baum. Das Lied drückt die Ähnlichkeit zwischen dem Leben eines Menschen und dem eines Baumes aus – auch der Mensch ist wie der Baum verwurzelt, wächst, entwickelt sich, erlebt Zeiten des Aufblühens und des Vergehens und braucht Wurzeln und eine Verbindung zur Erde und ihrer Umgebung.
Das Lied erinnert daran, dass der Mensch von seiner Umwelt abhängig ist, so wie ein Baum Wasser, Sonne und Erde braucht, eine Botschaft, die mit dem Naturschutzgedanken des Neujahrsfestes der Bäume übereinstimmt. So wie Bäume zyklische Wachstumsphasen durchlaufen, durchleben auch Menschen Höhen und Tiefen, ein Aspekt, der in dem Lied hervorgehoben wird.
So wie die Bäume weiter wachsen und Früchte tragen, soll auch der Mensch sich entwickeln und Gutes hervorbringen, wachsen und sich erneuern. Das Fest symbolisiert die Verbundenheit, Verwurzelung und Identität des Menschen mit seinem Land, seinen Traditionen und Werten, die ihn stärken. So wie der Baum Früchte für andere trägt, wird auch der Mensch an seinen Taten und seinem Einfluss auf die Welt gemessen.
Die Feier der Natur wie Tu Bi’Schwat erinnert an die Rolle des Menschen bei der Bewahrung der göttlichen Schöpfung und an die Einhaltung der biblischen Gebote im Umgang mit der Erde. Gott hat das Volk Israel an diese Erde und dieses Land gebunden, und das ist der Kern des israelisch-arabischen Konflikts im Nahen Osten. Das Neujahr der Bäume lehrt uns, dass der Mensch wie ein Baum in der Welt verwurzelt ist, aber nach geistigen Höhen strebt – und dass Wachstum Zeit, Geduld und Einsatz braucht.
Als Baum des Lebens erscheint er im Garten Eden als Symbol des ewigen Lebens (1. Mose 2,9). Als Fruchtbaum symbolisiert er Segen und Lebensunterhalt, wie in dem Vers „Denn der Mensch ist wie ein Baum auf dem Felde“ (1. Mose 20,19), der den Menschen mit einem Baum vergleicht. Aber halt! In welchem Zusammenhang steht dieser Vers? Kurz bevor Josua das Land einnimmt, spricht Mose zu seinem Volk und legt ihnen die Kriegsgesetze vor. Was sagt Mose zu ihnen: „Wenn du lange vor einer Stadt liegen musst, um sie zu erobern, so sollst du ihre Bäume nicht verderben, indem du die Axt an sie legst; denn du kannst von ihnen essen, darum sollst du sie nicht umhauen. Ist denn ein solcher Baum des Feldes ein Mensch, dass du ihn in die Belagerung einbeziehst?“ So diskutieren die Weisen, welche Bäume das sind und welche nicht. Die Obstbäume sicher nicht, denn während der Belagerung können die Israeliten von den Obstbäumen leben und nach der Einnahme der Stadt genießen. Die anderen Bäume dürfen gefällt und zur Eroberung gegen den Feind in der Stadt verwendet werden. Dieser Baum auf dem Feld ist wie ein Mensch, den man nicht mit der Axt für die Belagerung abschlagen darf. Natan Zach hat daraus ein wunderschönes Lied komponiert und neu interpretiert, das auf dem biblischen Text basiert.

Ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, ist ein Bild für den Gerechten, der seine Kraft aus dem Glauben schöpft (Psalm 1,3). Die Bibel spricht vom Sabbatjahr und enthält Gesetze zum Schutz von Obstbäumen, einschließlich Ruhezeiten für das Land und Anbauvorschriften (3. Mose 19).
- Der Baum wird auch im Zusammenhang mit Sünde und Prüfung erwähnt.
- Der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse symbolisiert freie Wahl, Sünde und moralische Verantwortung (1. Mose 3).
- Der Baum des Kreuzes Jesu im Neuen Testament symbolisiert auch Erlösung und Sühne.
- Der Baum bei Ezechiel (47,12) wird als Vision und Erlösung beschrieben, ein Baum, der immer Früchte trägt, als Symbol des göttlichen Segens.
Jesus verwendet Bäume als Metaphern für den Glauben, das geistliche Wachstum, die Umkehr, das göttliche Gericht und das kommende Reich Gottes. Der Baum steht für die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Ein fruchttragender Baum symbolisiert ein Leben in Gott, während ein dürrer oder unfruchtbarer Baum für geistlichen Stillstand oder Ablehnung Gottes steht.
„Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: ‚Entwurzle dich und verpflanze dich ins Meer!‘, und er würde euch gehorchen.“ (Lukas 17)
„Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter treibt, so erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.“ (Matthäus 24)
Jesus verwendet den Feigenbaum als Zeichen für das kommende Reich Gottes. Bei den Propheten und im Neuen Testament taucht der Baum als Quelle der Heilung auf, Bäume, die die Welt heilen, als Symbol der vollständigen Erlösung. Wie der Baum muss auch der Mensch seine Wurzeln im Glauben schlagen und in seinem Leben nach geistigen Höhen streben.
Das wünsche ich uns allen in unserem Leben, wo immer wir leben.




