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Tacheles mit Aviel – Warum muss Israel in Rafah operieren?

Darum! Tacheles, offen und unverblümt sage ich meine Meinung. Die Regierung und Premierminister Benjamin Netanjahu haben uns seit Monaten fast täglich hochheilig versprochen, die Hamas vollständig zu vernichten.

Palästinensische Flüchtlinge in einem Lager in Rafah im südlichen Gazastreifen, während im Hintergrund Rauch nach einem israelischen Luftangriff aufsteigt, am 7. Mai 2024. Foto: EPA-EFE/MOHAMMED SABER

So unrealistisch und pathetisch das auch klingen mag, Israel muss handeln, denn die anderen Möglichkeiten sind gefährlicher, solange die Terrororganisation am Leben bleibt. Die „humanitäre Gefahr“ für die palästinensische Zivilbevölkerung ist nur ein politischer Vorwand und kein Grund, nicht in Rafah zu operieren. Es gibt keine andere Armee auf der Welt, die so viel Rücksicht auf ihre Feinde nimmt wie die israelische.

In Rafah befindet sich die letzte Terroristenbrigade, und man vermutet dort auch die Hamas-Führung, die sich in den Tunneln hinter israelischen Geiseln verschanzt. Wer meint, vom „Tag nach dem Gaza-Krieg“ sprechen zu können, ohne die Hamas zerschlagen und den 12 Kilometer langen Grenzstreifen Philadelphia zwischen dem Gazastreifen und Ägypten erobert zu haben, muss wissen, dass Israel damit nichts erreicht hat. Ein Ende des Krieges muss über Rafah führen, weil die Lebensader der großen unterirdischen Terrortunnel zwischen Rafah und dem ägyptischen Sinai gesprengt werden muss.

Das israelische Militär hat von Militärflugzeugen aus Flugblätter über Ost-Rafah abgeworfen, in denen zur Evakuierung und zum Verlassen von West-Rafah und Khan Yunis aufgefordert wird. In dem Flugblatt heißt es, dass alle Bewohner von Ost-Rafah sofort evakuiert werden müssen. 6. Mai 2024, Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

Wieder einmal ist Israel in eine unmögliche Situation geraten, in der alle über Rafah reden. Ein Krieg in Rafah könnte zu einer humanitären Katastrophe führen. Als Folge der Bodenoffensive könnten Tausende von Palästinensern die ägyptische Grenze stürmen und in den Sinai eindringen. Es könnte auch passieren, dass Israel wegen der Bodenoperation in Rafah das Leben seiner Geiseln gefährdet. Das ist wahr, und darüber streiten sich die Menschen im Volk und in der Regierung. Israel geht damit ein Risiko ein, aber Israel geht in diesen Kriegsmonaten viele Risiken ein. Seit Tagen führt uns die Hamas an der Nase herum und gibt keine konkrete Antwort in den Verhandlungen über den Geiseldeal und den Waffenstillstand. Der letzte Hammer war, als die Hamas gestern von „33 lebenden oder toten Geiseln“ sprach. Es gibt schicksalhafte Missionen, ohne die es unmöglich ist, den Krieg zu beenden. Die Frage ist also nicht, ob die Bodenoperation intensiviert werden muss, sondern wann.

Palästinensische Flüchtlinge verlassen nach einem Evakuierungsbefehl der israelischen Armee die Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen, 7. Mai 2024. Foto: EPA-EFE/MOHAMMED SABER

Nach israelischen Angaben warten um die 4.000 Terroristen unter der Erde in den Tunneln auf den israelischen Bodenangriff. Terroristen, die entweder getötet oder gefangen genommen werden müssen. Es ist möglich, dass die Zahl höher ist, da einige der Terroristen, die zu den Terrorbrigaden in Khan Yunis gehörten, in den letzten Wochen geflohen sind, wahrscheinlich nach Rafah oder in andere Gebiete im Zentrum, wo Israel nicht operiert, weil alle Wege in den nördlichen Streifen von israelischen Soldaten blockiert sind. Der israelische Sicherheitsdienst Shin Bet versucht, alle Terroristen, die an dem Massaker vom 7. Oktober beteiligt waren, zu töten oder gefangenzunehmen. Das ist eine von vielen Aufgaben.

Was die Armee sehr überrascht hat, ist die Menge und Masse an Waffen und Raketen, die sie in den unterirdischen Tunneln im Gazastreifen gefunden hat. In dieser Hinsicht hat der israelische Sicherheitsapparat geschlafen und den Waffenschmuggel unter dem Grenzübergang Philadelphia über Jahre hinweg übersehen. Die gesamte Grenzstraße zwischen Israel und Ägypten heißt Philadelphia und ist wahrscheinlich die schönste Straße des Landes. Früher konnte man mit zwei Autos und bewaffnet bei Tageslicht von Nitzana nach Eilat fahren, direkt am Berg Karkom vorbei. 200 und noch ein paar Kilometer Wüste und nichts. Das ist alles vorbei. Diese 12 Kilometer sind das einzige Stück der gesamten Grenzstraße, wo Israel keine Sicherheitskontrollen hat, und das muss Israel jetzt ändern.


Das gesamte Tunnelsystem muss ein für alle Mal zerstört werden. Die Straße von Philadelphia ist die Trennzone zwischen dem Gazastreifen und Ägypten, über die Israel keine Kontrolle hat. Mit der Eroberung des Grenzübergangs Rafah hat Israel die oberirdische Lebensader der Hamas blockiert, jetzt muss Israel nach den unterirdischen Terrortunneln suchen, die wie breite Autobahnen unter der Erde verlaufen und sogar von Bussen befahren werden können. Alle zukünftigen Gespräche über den „Tag nach dem Gaza-Krieg“ sind sinnlos, wenn nicht auch diese unterirdischen Lebensadern entdeckt und gesprengt werden.

Und die wichtigste Aufgabe der israelischen Bodenoffensive in Rafah ist die Befreiung der israelischen Geiseln, von denen sich nach Angaben der israelischen Armee einige in Rafah befinden, zusammen mit Hamas-Führern, die sie als menschliche Schutzschilde unter der Erde missbrauchen. Woher weiß Israel das? Aus den Verhören von Hunderten von Hamas-Terroristen, die Israel in den Monaten des Krieges gefangen genommen hat. Ich möchte wirklich glauben, dass die israelischen Streitkräfte alles tun, um unsere Brüder und Schwestern nach Hause zu bringen. Ihre Familienangehörigen (nicht alle) sehen das anders und befürchten, dass die Geiseln bei den Kämpfen in Rafah getötet werden könnten. Das kann passieren und ist kein leichtes Dilemma für die Regierung. Was ist wichtiger, den Krieg nicht zu beenden, um die Geiseln zu retten, oder auf die Geiseln zu verzichten, nur um die Hamas zu vernichten? Das führt zur nächsten Frage: Was ist wichtiger, die verlorene Strategie der Abschreckung zurückzugewinnen und die Geiseln in einem Geiseldrama nach Hause zu bringen? Oder ist beides möglich? Das ist ein inner-israelischer Streit, in den sich ausländische Kräfte nicht einmischen sollten.

Die Welt drängt Israel zu einem Geiseldeal, und die Hamas nutzt das aus, um in den Verhandlungen das Unmögliche von Israel zu verlangen. Rafah ist nur ein Symptom für die gesamte Krise zwischen Israel und seinen Feinden. Die Welt spricht mit der Zunge der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit, als ob es ihr wirklich um Gerechtigkeit und Menschlichkeit im Nahen Osten ginge. Beides wird immer dann relevant, wenn es um Israel geht. Und warum? Weil das Auswirkungen auf die eigenen Länder hat, wie man an den pro-palästinensischen Protesten an den Universitäten in den USA und in Europa sehen kann. Das bereitet den westlichen Regierungen große Kopfschmerzen, wofür sie die Juden und Israel verantwortlich machen. Um das Feuer in ihren Ländern zu löschen, muss Israel ihrer Meinung nach zuerst das Feuer in Gaza löschen und kein neues Feuer in Rafah entfachen. Weder Europa noch die USA protestieren gegen das Leid der Flüchtlinge in arabischen Ländern. Aber sobald Israel auftaucht, flippen die Leute aus. Von mir aus sollen sie alle weiter ausflippen. Und wir werden tun, was wir für richtig halten, die Hamas vernichten. Ich weiß, dass das seinen Preis haben kann und dass die Welt Israel allein lassen wird. Aber genau davor hat Benjamin Netanjahu die Menschen vor zwei Tagen gewarnt und gesagt: „Wenn es sein muss, müssen wir alleine kämpfen“. Ich weiß, dass die Gegner Israels das nicht verstehen wollen, warum Israel in Rafah operieren muss, deshalb sage ich: „Darum“ und kein Wort mehr!

About the author

Patrick Callahan

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Ein Kommentar zu “Tacheles mit Aviel – Warum muss Israel in Rafah operieren?”

  1. Matthias Pletz sagt:

    Bin absolut bei Dir, Aviel. Israel muss in Rafah operieren, genau wie Israel unter Josua in Jericho operieren musste.
    Ich verstehe aber nicht, wieso Herr Netanjahu auf die Idee kommt, Israel müsse alleine kämpfen:
    Josua 5, 13-14: Und es geschah, als Josua bei Jericho war, da erhob er seine Augen und sah: und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, und sein Schwert war gezückt in seiner Hand. Da ging Josua auf ihn zu und sagte zu ihm: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden? 14 Und er sprach: Nein, sondern ich bin der Oberste des Heeres des HERRN; ⟨gerade⟩ jetzt bin ich gekommen.

    Israel ist nicht alleine. Schaut nicht zur Seite nach weltlichen Verbündeten. schaut nach Vorne, denn vor der IDF steht der HERR der Heerscharen, der Löwe aus Juda, an forderster Front. ER wird mit und für Israel siegen.
    Sicher? Ganz sicher. Amen!

    Matitjahu

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