(United Hatzalah) Unsere Feinde mögen versuchen, uns durch die Angst vor Raketen- und Terrorangriffen zu bezwingen – doch sie haben unsere Widerstandskraft falsch eingeschätzt.
Seit 18 Tagen bringt die Operation „Brüllender Löwe“ Israel weitgehend zum Stillstand – das Heulen der Sirenen ist seither allgegenwärtig.
Es durchdringt unsere Telefone, unterbricht Fernsehsendungen und hallt aus den Luftalarmsystemen in jeder Gemeinde des Landes. Es stoppt Mahlzeiten, erwischt einen mitten unter der Dusche mit Shampoo im Haar und reißt Familien mitten in der Nacht aus dem Schlaf – manchmal mehr als einmal.
Jedes Mal, wenn dieser schrille Alarm ertönt, übernimmt der Instinkt, und wir rennen in den Schutzraum.
Doch inmitten von Unsicherheit und Angst gibt es noch eine andere Konstante: die verlässliche Präsenz der Heldinnen und Helden in Orange.
Die Freiwilligen von United Hatzalah treffen innerhalb von Minuten ein – oft noch vor allen anderen. Sie reagieren auf alles: Herzstillstände, Verkehrsunfälle und Verletzungen, die beim hastigen Aufsuchen von Schutzräumen entstehen. In diesen Momenten sind sie die dünne Linie zwischen Chaos und Hilfe.
Doch es gibt noch einen weiteren Klang, der diesen Krieg begleitet. Leiser – und doch stärker: der unverkennbare Schrei neuen Lebens.
Seit Beginn der Kämpfe haben sich Dutzende von Geburten, die eigentlich in Krankenhäusern stattfinden sollten, stattdessen in Wohnzimmern, Schutzräumen und Krankenwagen ereignet. Die Umstände sind alles andere als ideal. Der Zeitpunkt ist fast immer ungünstig – und doch setzt sich das Leben durch.
Ein solcher Moment ereignete sich nach einer Raketen-Salve, die die Gegend um Beit Schemesch traf. Als die Bewohner vorsichtig aus ihren Schutzräumen traten, ging ein Notruf ein: Eine Frau befand sich in fortgeschrittener Geburt – es blieb keine Zeit, ein Krankenhaus zu erreichen.
Zwei Freiwillige von United Hatzalah, beide selbst Mütter, eilten zum Einsatzort. Sofort war ihnen klar, was zu tun war. Es würde keine Fahrt ins Krankenhaus geben, keine Verzögerung. Die Geburt würde genau dort stattfinden.
Routiniert, ruhig und präzise verwandelten sie ihren Krankenwagen in einen improvisierten Kreißsaal. Draußen lag die Spannung der gerade erst verklungenen Sirene noch in der Luft. Drinnen jedoch veränderte sich die Atmosphäre. Innerhalb weniger Minuten wurde ein Ort, der normalerweise von Dringlichkeit geprägt ist, zu einem Raum stiller Geborgenheit, in dem neues Leben zur Welt kam.
In diesem Moment war der Kontrast kaum zu übersehen: eine Realität geprägt von eingehenden Raketen – beantwortet durch die Ankunft neuen Lebens. Das ist kein Einzelfall. Es ist das Wesen des Lebens in Israel im Krieg.
Im ganzen Land, in Städten und Ortschaften unter Beschuss, tun die Freiwilligen von United Hatzalah das, was Israelis immer getan haben: Sie laufen dorthin, wo andere instinktiv fliehen würden. Nicht aus Ruhmsucht oder wegen einer Belohnung, sondern aus Verantwortung.

United Hatzalah verfügt über mehr als 5.000 Freiwillige im ganzen Land, die rund um die Uhr im Einsatz sind – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Mithilfe von GPS-Technologie und den charakteristischen Ambucycles erreicht das Netzwerk der Helfer eine durchschnittliche Reaktionszeit von weniger als drei Minuten.
Ziel der Organisation ist es, so schnell wie möglich am Ort eines medizinischen Notfalls einzutreffen und den Patienten bis zum Eintreffen eines Rettungswagens professionell und angemessen zu versorgen – wodurch mehr Menschenleben gerettet werden.
Da ist der Sanitäter, der mitten auf einem Friedhof einen Herzstillstand behandelte, während über ihm die Sirenen heulten. Oder ein Team von Rettungssanitäterinnen, das einer neuen Einwanderin aus Frankreich half, die nach einem Raketenangriff von Panik überwältigt war. Und unzählige andere, die Verletzte – körperlich wie seelisch – in Wohnungen, auf Straßen und sogar auf dem Weg in Schutzräume versorgt haben.
Das sind Geschichten von ganz gewöhnlichen Menschen, die Außergewöhnliches leisten – Lehrer, Eltern, Studenten, Geschäftsleute. Das ist die DNA Israels. Eine Stärke, die von denen, die uns zerstören wollen, allzu oft missverstanden wird.
Unsere Feinde mögen versuchen, uns durch Angst vor Raketen und Terror zu brechen – doch sie verkennen, was nach dem Sirenenalarm geschieht: den Instinkt zu helfen, das Gefühl gemeinsamer Verantwortung, den festen Willen, nicht nur zu überleben, sondern zu leben.
Sie sehen nicht das Orange, das sich durch das Gewebe unserer blau-weißen Nation zieht. Wir aber sehen es jeden Tag – im Krieg wie im Frieden. Es ist einfach das, was wir sind.
Und lange nachdem die Sirenen verstummt sind, wird es nicht das Echo der Angst sein, das bleibt. Sondern der Klang der Freude: der Schrei eines neugeborenen Kindes – lauter als jede Sirene.




