Es war eine Hochzeit am Freitagmittag, beginnend um 11:30 Uhr bis fast zum Beginn des Schabbat. Die Feier fand im Veranstaltungsort „Tzel HaChoresh“ in der Nähe der Stadt Kfar Saba statt.
Bei so wichtigen Lebensereignissen – Meilensteinen für das Paar und auch für die Eltern – ist es wichtig, gut auszusehen. Deshalb bin ich am Hochzeitstag schon um halb fünf morgens aufgewacht, denn um fünf kam Ofir, die Visagistin, zu mir nach Hause, um mich zu frisieren und zu schminken. Nach etwa zwei Stunden sah ich aus, als käme ich direkt aus einem Modemagazin.
Ich trug den gelben Hosenanzug, den ich für das Ereignis gekauft hatte – im Nachhinein verstehe ich, wie symbolisch und bedeutend die Aussage dieser Farbe im Zusammenhang mit den Geiseln ist. Ich fügte ein wenig Schmuck hinzu und war bereit für die dritte Hochzeit unserer Kinder.
Ich wartete auf meinen Liebling Aviel, bis auch er mit seinem nicht weniger eindrucksvollen Auftritt fertig war. Es stellte sich heraus, dass eine Frau – trotz all ihrer Vorbereitungen – doch schneller fertig ist als ein Mann. (Bemerkung: Da ich den Artikel meiner Frau editiert habe, mische ich mich ein. Stimmt nicht, in fünf Minuten war ich im Anzug, den ich für 90 € im Internet aus Italien gekauft habe, Aviel)
Wir machten uns um halb zehn auf den Weg. Die Fahrt sollte etwa eine Stunde dauern, und laut Statistik sollte die Straße an einem Freitagmorgen frei sein. Dachtet ihr, das wäre so gewesen?
Nach etwa einer halben Stunde Fahrt kam der Verkehr zum Stillstand – es hatte einen Unfall gegeben, und die Straßen waren gesperrt. Ein Lastwagen mit Früchten kippte und blockierte Highway 6.
Die Uhr tickte, und der Druck im Auto war unerträglich. Meine Mutter war mit uns im Auto. Um 11 Uhr sollten wir zum Familienshooting im Garten sein, kurz bevor alle Gäste eintreffen.
Aber wir standen im Stau fest, nichts bewegte sich – nur die Uhr und mein Herz, das wie wild schlug.
Irgendwann fuhr Aviel auf den Seitenstreifen und begann, alle zu überholen. Wir entschieden, dass wir keine Wahl hatten – und falls uns eine Streife anhält, würden wir ihr erklären, dass wir zur Hochzeit unseres Sohnes müssen. Es hat funktioniert – wir kamen ganz nach einigen Kilometern vorne an den Stau, genau als die Straße freigegeben wurde. Wir fuhren weiter und kamen nur 15 Minuten zu spät.
Und wie schön – wir kamen genau gleichzeitig mit dem Brautpaar an. Gott sei Dank.

Ich muss gestehen, nach diesem kleinen Wirbel wegen der Verspätung kam ich in einen echten Freudemodus – eine tiefe, wahre Freude, die ich schon lange nicht mehr gefühlt hatte.
Wir haben in den letzten eineinhalb Jahren so viel durchgemacht, dass für mich nichts mehr selbstverständlich ist. Der Krieg ist ständig der Schatten unseres Lebens. Er beeinflusst unsere Entscheidungen – in kleinen Dingen wie in großen. Unsere zweite Hochzeit im Krieg.
Und siehe da: Der Tag der Hochzeit kam, und es gab tatsächlich eine Hochzeit – Halleluja. Auch das war nicht selbstverständlich. Und alle kamen zum Feiern – Halleluja. Noch ein Wunder.

Die Chuppa war unglaublich bewegend. Der Rabbiner, der die beiden traute, war mit Eden im Reservedienst gewesen und erzählte ein wenig davon. Eden und Moran war es wichtig, dass der Rabbiner zu Beginn der Zeremonie ein Gebet für die israelischen Soldaten und die Geiseln spricht – dass sie alle bald gesund und wohlbehalten nach Hause zurückkehren. Und Gott seinem Volk Frieden und Ruhe schenkt. Das war herzzerreißend.

Morans Armeekameraden waren der Hit der Feier. Wie Moran sagte: „Sie kamen, um wahre Freude zu liefern!“ Moran ist ihr Offizier, und diese Jungs feierten das Leben, nach vielen Monaten im Krieg. Viele von ihnen kennen wir persönlich, und wir wissen, was sie durchgemacht haben: Kameraden verloren und Verletzte.
Sie sangen, tanzten und feierten ohne Pause – von der Chuppa bis zum Ende der Hochzeit um sechs Uhr abends.
Sie sorgten dafür, das besondere Gebot zu erfüllen: „Bräutigam und Braut zu erfreuen – Moran und Eden.“
Große Freude, nachdem das Glas zerbrochen wurde. Aus dem Liedtext: „Und Gott, gesegnet sei Er, liebt mich immer, und es wird mir immer nur Gutes widerfahren.“
Und wie ich schon sagte – wegen der schwierigen Zeit und weil sich alles so flüchtig anfühlt – waren die Gefühle der Freude und der Feier doppelt bedeutungsvoll.
Irgendwann während der Feier gab es noch einen Höhepunkt: Es wurden Hüte, T-Shirts und Fahnen Israels und ihrer Militäreinheit verteilt – und die Feier ging in anhaltender und wilder Freude weiter. Am Israel Chai ist kein Klischee, sondern wahre Realität. Was für ein Volk haben wir, was für eine junge Generation, die Hoffnung für Israel.

Wir kamen gegen sieben Uhr abends nach Hause, Aviel und ich ruhten uns etwas aus – und da merkten wir, wie hungrig wir waren. Vor lauter Freude und Aufregung hatten wir den ganzen Tag nichts gegessen. Da wir nichts zum Abendessen vorbereitet hatten, saßen wir um neun Uhr abends in einem Restaurant in Jerusalem, aßen, tranken und waren vor allem glücklich, zufrieden – und erzählten allen, die wir trafen, von der Freude, die uns Gott an diesem Tag erfüllt hatte. Das Leben ist ein Geschenk Gottes.
Ich wollte gleich nach der Hochzeit darüber schreiben, aber dann begannen die Vorbereitungen für das große Pessachfest – und die sind nicht ohne: Putzen, Einkaufen, Kochen usw. usw. …

Und wie man so schön sagt: „Mögen das unsere Sorgen sein“. Möge es von einer Freude zur nächsten gehen – und möge man sich bei guten Gelegenheiten wiedersehen. Amen.





Schöne Familie. Ich gratuliere von Herzen und wünsche dem jungen Paar alles Gute und Gottes Segen.
Masel Tov- Gottes Segen- für das Brautpar, ihre Zukunft und Familien!
Vielen Dank für den schönen Bericht und herzliche Glückwünsche und Gottes Segen an das junge Ehepaar!🌷🥂
Liebe Grüße nach Jerusalem,
One.
Dieser Bericht tut so gut – Danke.
Der Segen des Barmherzigen sei mit euch allen und besonders dem Brautpaar.
Shalom.
Dankeschön, das wir ein bisschen mit daran teilhaben dürfen, an eurem schönen Hochzeitsfest.
Wir sind inzwischen schon 43 Jahre verheiratet und es immer wieder spannend was wir wieder aneinander entdecken können.
Wir wünschen euch den Schalom Segen Adonais, der alles menschliche Denken und empfinden weit in den Schatten stellt und jegliche menschliche Vorstellung bei weitem übertrifft.
Lasst euch überaschen wie der HERR hift, auch wenn es mal schwer wird daran fest zu halten. Haltet dann erst recht an IHM fest und werft wirklich ALLE eure Sorgen auf den HERR, denn ER will für euch das Sorgen übernehmen.
Wir haben diese Vorgehen leider, leider oft nicht gemacht und fast Schiffbruch erlitten. Aber der HERR unser GOTT hat unser Rufen und die Bitten erhört und uns mächtig herausgeholfen. Baruch HaShem.
Psalm 50, Vers 15: Rufe mich an in deiner Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen, spricht der HERR !!
Mit lieben Grüssen und Shalom, Havershalom