Wasser für Elektrizität: Israel und Jordanien schließen Abkommen

Israel und Jordanien haben ein umfassendes und einzigartiges Abkommen über regionale Zusammenarbeit geschlossen

von Rami Dabbas | | Themen: Abraham Abkommen, Jordanien
Israel braucht mehr Energie, und Jordanien hat den Platz für neue Solarkraftwerke. Foto: Moshe Shai/Flash90

Vertreter Israels, Jordaniens und der Vereinigten Arabischen Emirate werden heute in Dubai zusammentreffen, um ein beispielloses Abkommen zu unterzeichnen, demzufolge Jordanien Israel im Gegenzug für entsalztes Wasser mit Strom versorgt.

Jordanien verfügt über große ungenutzte Flächen in seinen Wüstenregionen. Ein Unternehmen der Vereinigten Arabischen Emirate wird in der jordanischen Wüste ein riesiges Solarkraftwerk bauen, das dann das energiehungrige Israel mit Strom versorgen wird. Gleichzeitig wird Israel damit beginnen, Jordanien mit etwa doppelt so viel Süßwasser zu versorgen, wie es heute der Fall ist. Der jüdische Staat erwägt den Bau einer weiteren Entsalzungsanlage an seiner Mittelmeerküste als Teil des Projekts.

Das Abkommen wird unter der Schirmherrschaft der Biden-Administration abgeschlossen werden.

 

Wie wird es funktionieren?

Das Solarkraftwerk, das in Jordanien gebaut werden soll, wird etwa 1,2 Gigawatt Strom erzeugen. Es soll in fünf Jahren in Betrieb gehen. Das Abkommen ermöglicht künftige Erweiterungen des Kraftwerks, so dass es dann bis zu 5 Gigawatt Strom produzieren kann.

Bis zum Jahr 2030 soll dieses Kraftwerk Israel mit etwa 7-8 % der insgesamt genutzten erneuerbaren Energien und 2 % des gesamten Stromverbrauchs des Landes versorgen.

Die Anlage wird an das israelische Stromnetz angeschlossen, und die Hälfte der erzeugten Energie wird direkt und in Echtzeit in den jüdischen Staat geleitet. Die andere Hälfte wird in Jordanien gespeichert und über Nacht nach Israel geleitet. Das Projekt soll jährlich etwa 161 Millionen Dollar einbringen, die zwischen Jordanien und dem Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, das die Anlage baut (!) und betreibt, aufgeteilt werden.

Jordanien wird seine jährlichen Trinkwasserbezüge aus Israel auf 200 Millionen Kubikmeter erhöhen, was etwa dem Doppelten der derzeitigen Bezüge entspricht. Die beiden Länder erwägen die Möglichkeit, an der israelischen Mittelmeerküste eine eigene Entsalzungsanlage für das Projekt zu bauen.

Diese neue Zusammenarbeit ist ein weiteres Ergebnis der Abraham-Abkommen.

 

Wie kam es dazu?

Das Abkommen geht auf eine Idee zurück, die EcoPeace Middle East vor zwei Jahren vorgestellt hat. Es umfasst israelische, jordanische und palästinensische Umweltaktivisten, die versuchen, die Zusammenarbeit und den Kampf gegen den Klimawandel zu fördern und gleichzeitig die friedlichen Beziehungen zwischen den Parteien zu unterstützen.

Israel braucht mehr Energiequellen, und zwar vorzugsweise in Form von erneuerbaren Energien. Aber es fehlt der Platz, um große neue Solarkraftwerke zu bauen. Jordanien verfügt über viel ungenutzten Raum, hat aber gleichzeitig einen dringenden Bedarf an frischem Trinkwasser.

Aufgrund der angespannten Beziehungen zwischen Jordanien und Israel unter dem früheren Premierminister Benjamin Netanjahu wurde der Plan zunächst auf Eis gelegt. Doch seit der Bildung der israelischen „Regierung des Wandels“ sind die Beziehungen aufgetaut, und der Vorschlag „Energie gegen Wasser“ wurde erneut auf den Tisch gelegt.

Die Vereinbarung sollte eigentlich vor zwei Wochen auf der Klimakonferenz in Glasgow unterzeichnet werden, doch Premierminister Naftali Bennett bat um eine Verschiebung. Bennett soll befürchtet haben, dass die Kritik der Opposition an dem Abkommen seine Fähigkeit, einen neuen Staatshaushalt zu verabschieden, beeinträchtigen könnte.

Da der Haushalt nun von der Knesset genehmigt wurde, kann das Abkommen mit Jordanien nun umgesetzt werden.

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

KOSTENLOS in Ihrer Inbox