Es gibt Stimmen, die die Israel aufgezwungene temporäre Waffenruhe mit dem Libanon als Einknicken interpretieren – als weiteres spektakuläres Scheitern von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und als Beweis dafür, dass letztlich die USA hier alles bestimmen.
Doch unter der Oberfläche zeigt sich ein deutlich komplexeres Bild, und nicht alles ist schwarz. Es gibt hier taktische Erfolge, die bei richtiger Handhabung zu strategischen Erfolgen werden können.
Auf den ersten Blick tritt der Staat Israel in diese Waffenruhe unter deutlich besseren Bedingungen ein als noch vor anderthalb Monaten – vor Beginn der Kämpfe am 2. März, die von der Hisbollah ausgelöst wurden, die den Tod von Ali Khamenei rächen wollte und den Libanon in einen blutigen Krieg hineinzog.
Israel hat seitdem zwei wichtige taktische Erfolge erzielt: Zunächst hat es die Panzerabwehrlinie eingenommen und sitzt etwa zehn Kilometer tief im libanesischen Gebiet. Der Süden des Libanon ist – mit Ausnahme christlicher Dörfer – weitgehend frei von Zivilbevölkerung. Die Hisbollah forderte als Bedingung für eine...
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