Jakob zeigt Laban seinen Aufbruch nicht vorher an. Vielleicht hat er Sorge, Laban würde nicht zustimmen? Vielleicht würden Rahel und Lea von ihrem Vater veranlasst, zu bleiben? Hier begegnen wir einem Jakob, der einen schwachen Moment hat. Diese Schwäche bringt ihn dazu, ein weiteres Mal den krummen Weg zu wählen.
Er läuft Hals über Kopf davon. Aber das hilft ihm nicht wirklich, Ärger zu vermeiden. Als er endlich mit seiner ganzen Familie und all seinem Besitz kurz vor Kanaan ankommt, schickt er Diener voraus, um den Weg zu erkunden. Diese melden ihm, dass sie seinen Bruder mit 400 Mann gesehen haben.
ANGST
Jakob versteht das so, dass Esau ihn umbringen will. Es ist das Einzige, woran er denken kann. Die nackte Angst raubt Jakob den Atem. Er sieht die Realität nur noch durch die Brille der Angst. Und hier kommt Jakobs nächste Prüfung. In 1. Mose 32 heißt es: „Jakob blieb allein zurück und rang mit einem Mann bis zum Anbruch der Morgendämmerung.“
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Liebe Anat,
herzlichen Dank für dein Nachdenken der Jakob- bzw. Israelgeschichte.
Dein Nachdenken ist sehr tiefgründig und auch von deiner Seite ehrlich: Die Schattenseiten eines Jakobs werden nicht relativiert oder gar verschwiegen.
Ich fühle mich der Person des Jakob auch sehr verbunden – ohne Bezug auf den „Gründungsvater“ des Volkes Israel: Am Anfang einer relativ langen Krankheitszeit habe ich Hüftgelenksbeschwerden bekommen, die mich sehr belasteten. Gott sei Dank, dass es wieder gut wurde.
Ich wünsche Israel von Herzen alles Gute und Gottes Segen.
Herzliche Grüße
Hans-Martin Zwanzger