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Raketenprogramm des Iran gebremst, nukleare Bedrohung bleibt

Israel scheint ein langfristiges Spiel zu spielen, indem es versucht, die unmittelbare militärische Bedrohung durch den Iran zu verringern und gleichzeitig Raum für künftige Schläge zu lassen.

Stealth-Kampfflugzeuge der IAF vom Typ F-35 fliegen im israelischen Luftraum. Foto: IDF.

Israels Luftangriffe auf militärische Ziele im Iran in der Nacht zum Freitag haben das Raketenprogramm und die Luftabwehr des islamischen Regimes beschädigt und gleichzeitig die fortschrittlichen Langstreckenfähigkeiten der israelischen Luftwaffe demonstriert.

Das iranische Atomprogramm blieb jedoch unversehrt, was darauf hindeutet, dass die israelische Regierung dem Druck der USA nachgegeben hat, um den Angriff in seinem Umfang zu begrenzen. Für die Zukunft stellt sich die Frage, ob die Schäden an der iranischen Raketen- und Luftabwehrinfrastruktur den Weg für künftige Angriffe geebnet haben.

Iranische Staatsmedien haben berichtet, dass Ziele in drei Hauptregionen angegriffen wurden: Teheran, Khuzestan (im Südwesten Irans) und Ilam (im Westen Irans).

Bei dem Angriff, den Israel als „Operation Tage der Buße“ bezeichnete, flogen Dutzende von IAF-Jets in Begleitung von Tankflugzeugen rund 1.600 Kilometer von israelischem Gebiet aus. Die IAF erlangte eine nahezu unangefochtene Luftherrschaft im iranischen Luftraum.

Auch wenn die iranischen Staatsmedien die Auswirkungen herunterspielen, hat der Angriff zumindest gezeigt, dass Israel in der Lage ist, tief im iranischen Hoheitsgebiet zuzuschlagen und komplexe Operationen in mehreren Wellen durchzuführen, ohne Verluste zu erleiden.

Der Stabschef der israelischen Streitkräfte, Generalleutnant Herzi Halevi, leitete die Operation vom IDF-Hauptquartier in Tel Aviv aus zusammen mit dem IAF-Kommandeur Generalmajor Tomer Bar.

Nach Angaben der IDF Pressesprecher Einheit war die Mission erfolgreich und alle Flugzeuge kehrten sicher zurück.

Nach den Angriffen zitierte Reuters einen hochrangigen Vertreter der US-Regierung mit den Worten, Washington sei zwar bereit, auf jeden iranischen Vergeltungsschlag zu reagieren, aber Präsident Joe Biden gehe davon aus, dass der Iran die Situation nicht eskalieren werde.

Dies fügt sich in ein breiteres Muster des Drucks der USA auf Israel ein, direkte Angriffe auf das iranische Atomprogramm zu vermeiden, insbesondere angesichts der in wenigen Tagen stattfindenden US-Wahlen und inmitten der laufenden diplomatischen Bemühungen der USA, eine direkte amerikanische Beteiligung an einem Krieg gegen den Iran zu vermeiden.

Der Angriff war also nicht nur ein militärisches, sondern auch ein diplomatisches Manöver Israels. Durch die Vermeidung einer direkten Konfrontation in der Nuklearfrage wurde dem iranischen Regime die Möglichkeit zur Deeskalation gegeben.

Die unmittelbare taktische Frage, die sich nach der Operation stellt, ist, ob die israelischen Angriffe die iranischen Raketen- und Luftabwehrfähigkeiten ausreichend geschwächt haben, um künftige Gefechte zu beeinflussen.

Wenn das iranische Luftverteidigungsnetz erheblich geschwächt wurde, könnte Israel bei einer möglichen Folgeoperation im Vorteil sein. Die Tatsache, dass sich die Operation über mehrere Stunden erstreckte und mehrere Angriffswellen umfasste, deutet auf eine nachhaltige und methodische Anstrengung hin, um die militärischen Reaktionsmöglichkeiten des Iran zu schwächen.

Der Schaden an den iranischen Raketenproduktionsstätten ist derzeit nicht bekannt, könnte aber auch Teherans Bemühungen um die Aufstockung und Verbesserung seines ballistischen Raketenarsenals verlangsamen und damit eine Schlüsselkomponente der iranischen Militärstrategie beeinträchtigen.

Die wichtigste strategische Frage ist nun, ob Israel mit einer „Phase B“ rechnet. Die jüngsten Angriffe brachten zwar taktische Vorteile, doch Israels Entscheidung, die iranischen Atomanlagen nicht anzugreifen, deutet darauf hin, dass ein künftiger Angriff von der Reaktion des Irans oder einer wahrgenommenen Entwicklung des Irans hin zum Bau einer Atombombe abhängen könnte.

Wenn der jüngste Angriff tatsächlich die iranische Luftabwehr und die Raketenfähigkeiten geschwächt hat, könnte es für Israel logischerweise einfacher sein, eine zweite Angriffswelle zu starten, die auf empfindlichere oder strategisch wichtige Anlagen abzielt.

Doch die nuklearen Fortschritte des Irans gehen weiter. Laut Sima Shine, der Leiterin des Iran and the Shi’ite Axis Research Program am Institut für Nationale Sicherheitsstudien in Tel Aviv, kann der Iran innerhalb von zwei bis drei Wochen genügend Uran für drei Kernwaffen anreichern. Die parallele Herstellung eines nuklearen Gefechtskopfes würde mehr Zeit in Anspruch nehmen, erklärte sie diesen Monat gegenüber JNS, obwohl sie anmerkte, dass der Iran auch beschließen könnte, nur eine Bombe ohne Raketensprengkopf herzustellen. „Wir sprechen hier von etwa sechs Monaten bis anderthalb Jahren“, sagte sie. „Was wir brauchen, ist eine politische Entscheidung“ auf Seiten Teherans.

Angesichts dieser Entwicklungen deutet die Konzentration auf die Raketenproduktion und die Luftverteidigung darauf hin, dass Israel ein längerfristiges Spiel spielt und versucht, die unmittelbare militärische Bedrohung durch den Iran zu verringern und gleichzeitig Raum für künftige Angriffe zu lassen.

Die „Operation Tage der Buße“ ist somit ein kalkuliertes Manöver, das jedoch kritische Fragen darüber offen lässt, was als Nächstes kommt und ob Israel die Weichen für eine entschiedenere Konfrontation mit dem iranischen Atomprogramm gestellt hat.

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Patrick Callahan

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