„In der Politik gibt es keine Werte wie im Judentum. Was die Politik bewegt und dreht, sind Interessen“, sagte Haim Jelin (65), Mitglied im Kibbuz Be´eri und ehemaliger Knessetabgeordneter der Partei Jesch Atid. Dies sagte er, als er gefragt wurde, warum sich der Geiseldeal so lange verzögerte, bis Eli Scharabi und Ohad Ben Ami aus seinem Kibbuz freigelassen wurden. „Das Volk Israel glaubt an Pidijon Schwuim, an die ‚Befreiung der Gefangenen‘, das ist in der Bibel von höchstem Wert. Es war das Volk Israel, das die Regierung dazu drängte, unsere Geschwister zu erlösen. In der Politik gibt es leider keine Werte oder nur sehr wenige.“ Das sei nicht speziell auf die jetzige Regierung gemünzt, vielmehr gelte das für alle Regierungen und alle Oppositionen. Jelins Worte, der als 18-Jähriger aus Argentinien nach Israel eingewandert war, machten mich nachdenklich. Ist das wirklich der Fall? Gibt es denn gar keine Werte in der Politik, gar kein Interesse am Glauben, an Religion? Macht es überhaupt Sinn, an Gott zu glauben, wenn wir dafür nicht belohnt werden? Ist Israel in dieser Hinsicht kein Vorbild für...
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