Nach 3 Wochen Ruhe: 4 Raketen aus dem Gazastreifen

Erstmals im Jahr 2020 wurden wieder Raketen auf israelische Orte im Grenzgebiet zum Gazastreifen abgeschossen.

Iron Dome Raketenabwehr
Yonatan Sindel/Flash90

Eine dreiwöchige Ruhephase ist gestern durch den ersten Raketenbeschuss im neuen Jahr gestört worden, insgesamt vier Raketen wurden aus dem Gazastreifen auf die sich im Grenzgebiet befindenden israelischen Orte geschossen. Das Raketenabwehrsystem Iron Dome wehrte zwei von ihnen ab, die beiden anderen Raketen gingen auf freiem Feld nieder, ohne irgendwelche Schäden anzurichten.

Im Kibbutz Nahal Oz hielt gerade ein Schulbus. Um die 44 Kinder wurden von dem Raketenalarm überrascht und mussten schnell den Weg in die Sicherheitsräume finden. Wer es nicht rechtzeitig schaffte, man hat nur 15 Sekunden seit Beginn der Sirenen, um sich in Sicherheit zu bringen, legte sich auf den Boden und wartete auf das Ende des Alarms. Leider gehören Ereignisse wie diese noch immer zum Alltag im Süden des Landes.

Als Reaktion auf den Raketenangriff griffen später israelische Kampfflugzeuge Ziele der Hamas im Norden des Gazastreifens an. Dass die Hamas fähig ist, Raketenbeschuss vom Gazastreifen aus zu verhindern, auch wenn er von anderen Gruppen ausgeführt wird, hat sie schon mehr als einmal zu Beweis gestellt. Daher wird die Hamas weiterhin als alleinverantwortlich für das Geschehen in dem von ihr kontrollierten Gazastreifen angesehen. Berichten zufolge soll eine Gruppe des islamischen Jihad für den Raketenbeschuss verantwortlich gewesen sein.

Die Hamas scheint den Raketenabschuss geduldet zu haben, um damit die Situation wieder etwas eskalieren zu lassen, als Druckmittel gegenüber Israel und auch Ägypten, die beschlossenen Abmachungen für eine Beruhigung der Situation im Gazastreifen auch durchzuführen. Die Durchführung soll ins Stocken geraten sein, nachdem sich Ägypten über einen Besuch von Hamas-Führer Ismail Haniyya im Iran geärgert hatte (er nahm dort an der Beisetzungszeremonie des liquidierten Qassem Soleimani teil) und danach Schritte unternommen hatte, die nicht nur die Umsetzung der Vereinbarung zur Beruhigung der Lage, sondern auch zu Preisanstiegen der Waren in Gaza geführt hatten.

Überhaupt haben sich die Beziehungen zwischen Ägypten und der Hamas in den letzten Tagen seit Haniyyas Besuch im Iran sehr verschlechtert. Die Ägypter sagten einen Besuch einer Delegation im Gazastreifen ab, die sich mit der Hamas über die Umsetzung der Vereinbarung für eine Waffenruhe beraten sollte. Im Rahmen der Vereinbarungen hatte sich Ägypten verpflichtet, bei einer Beruhigung der Lage eine größere Einfuhr von Waren von ihrem Territorium aus in den Gazastreifen zu ermöglichen. Doch da dies noch nicht der Fall ist, steigen die Preise in Gaza weiter an.

 

Benny Gantz gegen Netanjahu

Und da sich Israel im Wahlkampf befindet, nutze Blau-Weiß-Vorsitzender Benni Gantz die Gelegenheit und kritisierte seinen Rivalen Benjamin Netanjahu mit einem Post auf Twitter: „Netanjahu hat in seinem Amt versagt, den Bürgern im Süden Sicherheit zu geben. Wir werden diesen Raketenfeiern und den Bargeld-Überweisungen, die er ermöglicht, ein Ende bereiten. Es ist Zeit für eine Entscheidung.”

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