Israels irdisches Werk

Die Unterzeichnung am Meer, die die Legitimität des jüdischen Staates besiegelte

Israels irdisches Werk
Public Domain

Der weit verbreitete Mythos, dass Israel gestohlenes Land besetzt hält, wird durch einen wenig bekannten Vertrag, der am vergangenen Wochenende vor genau 100 Jahren unterzeichnet wurde und den Politiker und Medien lieber ignorieren, zerrissen.

Am 26. April 1920 einigten sich die alliierten Sieger des Ersten Weltkrieges im Kurort San Remo an der italienischen Riviera auf ein Dokument zur Schaffung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk. Damit gaben sie der Balfour-Erklärung von 1917 Rechtsstatus, mit der die britische Regierung versprach, zu diesem Zweck alles in ihrer Macht Stehende zu tun.

Wenige Wochen später setzte die Einnahme Jerusalems durch alliierte Truppen dem 400 Jahre alten Osmanischen Reich ein Ende und öffnete damit die Tür für die sofortige Umsetzung der Erklärung.

Was von Bibelgläubigen allgemein akzeptiert wird, nämlich dass Israel ein göttliches Recht auf das verheißene Land hat, wurde anhand dieses Vertrags zu einem irdischen Fakt. Und da er nie außer Kraft gesetzt wurde, hat er bis heute Bestand.

An der Konferenz in San Remo (heute Sanremo) nahmen die vier wichtigsten alliierten Mächte der Kriegszeit teil, vertreten durch die Premierminister Großbritanniens (David Lloyd George), Frankreichs und Italiens sowie durch den japanischen Botschafter Keishiro Matsui, wobei die USA Beobachterstatus hatten.

Ihr Zweck war es, über die Zukunft des Nahen Ostens nach dem Zerfall des oben erwähnten muslimischen Reiches zu entscheiden, wobei US-Präsident Woodrow Wilson die Idee der Gründung neuer souveräner Staaten anstelle des Erwerbs von Kolonien förderte. Libanon, Syrien, Mesopotamien (Irak) und das Gebiet Palästina (wie es damals hieß) waren die in Frage kommenden Regionen, und Großbritannien erhielt das Mandat für letzteres, verbunden mit einem Auftrag, das Gebiet aufgrund historischer Verbindungen, die über 3000 Jahre zurückreichten, für einen jüdischen Staat vorzubereiten.

Das Abkommen wurde 1922 vom Rat des Völkerbunds bestätigt, dem Vorgänger der UNO, wobei alle 51 Mitglieder dafür stimmten. Die fragliche Grenze wurde definiert als das gesamte Palästina westlich des Jordans, einschließlich des späteren sogenannten “Westjordanlands”. Letzteres entstand nach der illegalen Annexion von Judäa, Samarien und Ost-Jerusalem durch Jordanien im Jahr 1949. Nur zwei Länder weltweit erkannten Jordaniens Besatzung an, darunter Großbritannien. Die Gebiete wurden 1967 von Israel zurückerobert und gelten seither als umstritten.

Es sind diese Gebiete, die nach dem San-Remo-Vertrag ganz eindeutig zu Israel gehören. Wäre es nicht an der Zeit, dass unsere Politiker und Journalisten ihre Geschichte auffrischen? Schließlich kann ein Staat ein Gebiet, das ihm ursprünglich gehörte, nicht illegal besetzen!

Israel ist also völkerrechtlich gegründet worden, basierend auf einem Versprechen, das ursprünglich vom britischen Außenminister Lord Balfour gegeben wurde und das selbst eine Anerkennung von Gottes Wort war, nämlich dass das Land den Söhnen Abrahams als ewiger Besitz gegeben wurde (1.Mose 15,18ff; 17,8 und 22,17ff). Großbritanniens Politik war durch eine Reihe von evangelikalen Leitern ermutigt worden, die die Bedeutung der Rückkehr Israels in ihr altes Land, wie sie in der Heiligen Schrift prophezeit worden war, verstanden.

Weitere Schlüsselfaktoren waren die wiederholten Pogrome und die allgemeine Verfolgung der Juden, die auch den Journalisten Theodor Herzl dazu veranlasst hatten, die Anfänge der Wiederansiedlung durch die zionistische Bewegung voranzutreiben.

Zu den vielen Beschränkungen, die den Juden im Laufe der Jahrhunderte auferlegt worden waren, gehörte die Verweigerung von Eigentumsrechten. So ist es kaum verwunderlich, dass das Recht auf ihr Land in einer stark vom Antisemitismus geprägten Welt nach wie vor umstritten ist. Für das Protokoll: Das Osmanische Reich verzichtete nach dem Ersten Weltkrieg auf seine gesetzlichen Rechte auf das Land.

Vielleicht ist die Corona-Krise eine perfekte Gelegenheit für die Nationen, das Unrecht in diesem ganzen Gebiet rund um Israels Legitimität zu korrigieren? Ich glaube, die gegenwärtige Plage könnte durchaus damit zusammenhängen, dass Nationen im Allgemeinen Blut an ihren Händen haben, insbesondere in Bezug auf Abtreibung. Auch Israel hat sich in dieser Hinsicht schuldig gemacht, aber es war auch ein Opfer der Nationen, die nicht schnell genug handelten, als die Schrecken der nationalsozialistischen Konzentrationslager bekannt wurden (siehe Jesaja 26,20ff). Erst in der vergangenen Woche hat Israel wieder einmal feierlich seinen Holocaust-Gedenktag begangen.

Die Dinge könnten noch schlimmer werden, wenn wir nicht Buße tun. Die derzeit in Großbritannien vorgeschlagene Abtreibungsgesetzgebung, die es erlaubt, ein Kind bei der Geburt zu töten, ist auf erschreckende Weise vergleichbar mit dem von den Nazis geführten Eugenikprogramm, das die europäischen Juden fast auslöschte.

Im vergangenen Jahr erkannte der damalige Außenminister Jeremy Hunt die schockierende Rolle Großbritanniens bei der Verweigerung des Zugangs nach Israel für Juden an, die vor dem Holocaust fliehen wollten. Eine vollständige Entschuldigung für unseren Verrat an dem heiligen Vertrauen, das uns zur Wahrung ihrer Interessen entgegengebracht wurde, ist längst überfällig.

1947 beendeten die Briten die Verwaltung ihres Mandats, aber es verhinderte nicht die Wiedergeburt Israels, die von der erforderlichen Zweidrittelmehrheit in der UNO gebührend anerkannt wurde, wobei sich Großbritannien der Stimme enthielt – und in der Folge sein Reich verlor!

Alle profitieren vom jüdischen Volk (1.Mose 12,3), außer denen, die es verfluchen. Zum Beispiel haben Nationen wie Großbritannien, die das Evangelium in bedeutendem Maße angenommen und im Ausland verbreitet haben, einen besonderen Aufschwung erlebt – bis vor kurzem, als sie sowohl Gott als auch sein Land im Stich ließen.

Sogar Araber, die unter Juden leben, geben verschiedenen Umfragen zufolge zu, dass sie – was Arbeitsplätze, Bezahlung und Lebensbedingungen betrifft – besser dran sind als jene unter der Herrschaft der Palästinensischen Autonomiebehörde. Und wir alle profitieren von Israels medizinischer und technologischer Expertise, wie Prinz Charles bei seinem jüngsten Besuch anerkannt hat.

Aber das wertvollste aller Geschenke, das Juden der Welt machen, ist das Wort Gottes und unser Erlöser Jesus, das fleischgewordene Wort.

Im Gegensatz zu weiten Teilen Europas war Sanremo und die umliegende Region ein Leuchtturm der Hoffnung und des Neuanfangs für das jüdische Volk – vom nahe gelegenen Hafen von La Spezia aus stach das erste Schiff mit Holocaust-Überlebenden nach dem Krieg nach Israel in See.

Vergangenes Wochenende war in Sanremo eine Konferenz zur Hundertjahrfeier geplant, und ich hatte gehofft, selbst daran teilnehmen zu können. Aus offensichtlichen Gründen wurde sie abgesagt, zumal der Norden Italiens von der Pandemie schwer betroffen ist. Online kann unter www.revelationtv.com eine einstündige Sondersendung zum Thema aufgerufen werden.

Kommentare:

Nur Mitglieder können Kommentare lesen und schreiben.