Ulrich Sahm war ein deutscher Journalist, der mehr als 50 Jahre lang aus dem Nahen Osten berichtete. Er wurde 1950 in Bonn geboren und studierte Politische Wissenschaften und Geschichte in München und Jerusalem.
1975 begann er seine journalistische Laufbahn in Israel und arbeitete zunächst für die Austria Presse Agentur. Im Laufe seiner Karriere berichtete er für verschiedene deutsche Medien, ich persönlich lernte ihn als Nahost-Korrespondent des Fernsehsenders N-TV kennen.
Seine Reportagen und Analysen zeichneten sich durch Sachkenntnis, einen ausgewogenen Blick und eine tiefe Verbundenheit mit Israel aus. Er avancierte zu einem der renommiertesten deutschen Nahostexperten und war ein gefragter Gesprächspartner in Politik und Medien.
Aus gesundheitlichen Gründen kehrte Sahm 2022 nach Deutschland zurück. Am 7. Februar 2024 starb er in Bremen.
Sahm lebte und arbeitete in Jerusalem und war somit Zeuge vieler wichtiger Ereignisse in der Geschichte des Nahen Ostens. Er berichtete über alle wichtigen Ereignisse wie den Libanonkrieg, die Intifada und den Osloer Friedensprozess. Er hat alles selbst gemacht, auf seine eigene Art und Weise.
Bei meinem ersten Besuch in seinem Haus zeigte er mir, wie er von seinem Arbeitszimmer aus seine Reportagen über den Fernsehsender NTV sendete. Ich war fasziniert. Ulrich Sahm war ein beeindruckender Mensch.
Mehr über ihn, seine besonderen Feiern an Heiligabend und seine Liebe zum Kochen können Sie in meiner Kolumne in der März April Ausgabe des Israel Heute Magazins lesen.





Bis bald Ulrich W. Sahm! Deine Reportagen lehrten mich viel! Danke!
26.04.2019
„Zweistaatenlösung“ und „Frieden“ – Deutschlands Tabus
Ein Kommentar von Ulrich W. Sahm
Deutschlands alternativlose Einseitigkeit
… Wenn nun Deutschland mit erhobenem Zeigefinger ausgerechnet den Israelis ins Gewissen redet, die Zweistaatenlösung ohne Wenn und Aber zu akzeptieren, weil das die „alternativlose Lösung“ für den Nahostkonflikt sei, wirft das einige peinliche Fragen auf.
….Wenn Deutschland sich so eifrig um Frieden in Nahost bemüht und speziell Israel ermahnt, ohne die Kriege in Syrien, Libyen oder im Jemen zu erwähnen, und ohne zu sehen, dass kein anderes Land in der Welt von allen Seiten mit der Auslöschung seiner puren Existenz bedroht wird, fragt sich, wie es eigentlich um Deutschland steht. … Quelle: focus-jerusalem.tv
Teil 2 U. Sahm 26.04.2019
Warum sollte Israel leisten, was Deutschland verweigert?
Wenn also ausgerechnet Deutschland allein von Israel Zustimmung zu einer Zweistaatenlösung fordert, weil sonst kein Friedensvertrag zustande kommen könne, muss man sich fragen, wieso Deutschland glaubt, selbst ohne Friedensvertrag gut existieren zu können. Das ist nicht nur eine Formalität, zumal in Deutschland viele Menschen leben, die als Vertriebene den Verlust ihrer alten Heimat im Osten bis heute beklagen, auch wenn sie sich nicht anbiedern, als Selbstmordattentäter auf polnischen Marktplätzen ihr Heil zu suchen.