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Israel Heute im Gespräch mit FDP-Politiker Thore Schäck

Nach seiner viel beachteten Rede spricht der Bremer FDP-Politiker Thore Schäck mit Israel Heute-Chefredakteur Aviel Schneider über Israel, Antisemitismus und deutsche Außenpolitik.

Thore Schäck, Pressefoto

In den letzten Tagen erreichten uns zahlreiche Zuschriften aus Deutschland, in denen Leser auf die Rede eines jungen Politikers aufmerksam machten, der klar, direkt und sachlich für Israel Stellung bezogen hatte. In den sozialen Netzwerken wurde Thore Schäck gelobt: „So geht sachlich Klartext zu #Israel, #Gaza und #Palästina.“ Andere sprachen von „mutigen Worten mit der bitteren Wahrheit“ und einer „wichtigen Stimme gegen Antisemitismus“. Grund genug für uns, mit dem FDP-Politiker Thore Schäck ein Gespräch zu führen.

Der 40-Jährige ist seit 2020 Landesvorsitzender der FDP Bremen und leitet seit Juni 2023 auch die Fraktion seiner Partei in der Bremischen Bürgerschaft. Als wir ihn per Zoom aus Jerusalem erreichen, macht er sofort klar, dass er mit den üblichen diplomatischen Formulierungen in Deutschland nichts zu tun haben will. „Für mich war klar: Wenn ich eine Rede halte, dann halte ich sie klar und mit meiner Meinung. Ich benenne die Dinge so, wie sie sind“, sagt er.

 

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Seine jüngste Rede in der Bremischen Bürgerschaft war eine Reaktion auf einen Antrag der Linkspartei, Flüchtlinge aus dem Gazastreifen nach Bremen zu holen. Schäck störte dabei weniger der Antrag selbst, sondern die Richtung, die die Debatte zu nehmen drohte. „Mich hat total gestört, dass sich die Diskussion im öffentlichen Raum immer weiter verschoben hat. Auf einmal gab es eine Täter-Opfer-Umkehr: Israel, das sich gegen einen brutalen Angriff auf wehrlose Zivilisten verteidigte, wurde selbst zum Angeklagten.“

Dass während seiner Rede auf der Besuchertribüne pro-palästinensische Gruppen saßen, schreckte ihn nicht ab. Im Gegenteil: „Es ist unsere Aufgabe als Politiker, die Dinge klar anzusprechen und nicht drumherum zu eiern.“ Dabei weiß er, dass viele seiner Kollegen vorsichtiger sind. „Manche ducken sich weg und halten Wischiwaschi-Reden, weil sie Angst vor Gegenwind haben. Aber wem nützt das? Für mich war klar: Ich halte meine Rede klar und mit Rückgrat.“

Besondere Aufmerksamkeit erregte sein Vergleich mit der deutschen Vergangenheit. Schäck erinnerte daran, dass die Bevölkerung im Gazastreifen nach den Terrorangriffen der Hamas jubelte, Geiseln verhöhnte und misshandelte. „Das sind keine Bilder eines unschuldigen Volkes, das sich von der Hamas abgrenzt“, erklärte er. „So wie in Deutschland damals nicht nur ein paar Nationalsozialisten handelten, sondern das deutsche Volk mitgemacht hat.“

Auch zur deutschen Außenpolitik fand Schäck deutliche Worte. „Ich finde die Position unserer Bundesregierung im Moment nicht klar und nicht glaubwürdig. Man kann nicht einerseits Israels Sicherheit beschwören und andererseits militärische Unterstützung einstellen. Das ist widersprüchlich.“ Von der Politik in Berlin erwarte er mehr Konsequenz: „Unser Platz als deutsches Volk muss an der Seite Israels sein – und nirgendwo anders.“

Seine Klarheit ist auch in Bremen nicht unbemerkt geblieben. Hunderte von Nachrichten hat er in den vergangenen Tagen erhalten, viele von jüdischen Gemeinden in Deutschland, aber auch aus Israel. „Die Menschen haben mir gedankt, dass ich diese Worte in aller Deutlichkeit gesagt habe. Es traut sich ja kaum noch jemand.“

Am Ende des Gesprächs bleibt der Eindruck eines Politikers, der keine Angst hat, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen. „Wir müssen vielleicht alle ein bisschen mehr Mut haben, aufzustehen, einen geraden Rücken zu haben und die Dinge anzusprechen“, sagt Schäck – und fasst damit das zusammen, was seine Rede in Deutschland ausgelöst hat.

 

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Patrick Callahan

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Ein Kommentar zu “Israel Heute im Gespräch mit FDP-Politiker Thore Schäck”

  1. Hans-Jürgen Rieth sagt:

    Auch ich habe diese bemerkenswerte Rede vor ein paar Tagen gesehen und kann nur sagen: Herr Schäcke verkörpert einen Politiker mit Rückgrat! Besonders seine Bewertung des palästinensischen Volkes bezüglich des Überfalls auf Israel!
    Ein Rundumschlag ist sicherlich nicht angepasst und so erhebe ich den Anspruch, dass es auch Palästinenser gegeben hat und noch gibt, die nicht damit einverstanden waren. Die Masse war dafür!

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