Guten Morgen Israel – Lockdown-Routine

Auch wenn wir uns daran gewöhnt haben, wir haben genug und wollen endlich wieder einmal an den Strand

Guten Morgen Israel – Lockdown-Routine
Nati Shohat/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Und wieder geht eine Woche zu Ende. Seit Beginn des Lockdowns geht die Zeit irgendwie viel schneller. Wir befinden uns mittlerweile in einer gewissen “Lockdown-Routine”. Manchmal überlege ich mir, wie ich reagieren werde, wenn alles wieder ganz normal sein wird, also so wie zu der Zeit, als das Wort Corona noch nicht erwähnt wurde. Ich kann mich noch ganz genau an einen Tag im Dezember im vergangenen Jahr erinnern. Ich war mit dem Auto unterwegs zur Busstation, von wo aus ich immer zur Arbeit nach Jerusalem gefahren bin. Als ich an einer Kreuzung vor einer roten Ampel wartete, hörte ich in den Nachrichten im Radio zum ersten Mal von einem mysteriösen Virus, das sich in China ausbreitet. Niemals hätte ich damals gedacht, dass auch wir von diesem Virus beeinflusst werden. Das Wort Lockdown war mir unbekannt. Hätte man mir damals erzählt, dass wir nur ein paar Monate später nicht mehr das Haus verlassen dürfen und mit Masken herumlaufen müssen, ich hätte es nicht geglaubt.

Lockdown-Routine in Jerusalem

Heute ist das alles ganz normal. So kommt es mir jedenfalls vor. Die Wohnung ohne Maske verlassen, so etwas gibt es nicht. Als ich einmal kurz aus dem Auto stieg, um etwas Geld vom Geldautomaten zu holen, fühlte ich mich plötzlich etwas seltsam. Auf dem Weg zurück zum Auto merkte ich dann, dass ich das Auto ohne Maske verlassen hatte, ich war total erschrocken. Zu Hause haben wir einen “Corona-Tisch” eingerichtet, wo eine Reihe verschiedener Masken liegen, für jeden eine andere Farbe. Unsere Tochter hat es gerne in Rosa, meine Frau begnügt sich mit den normalen blauen Masken, während ich das elegante Schwarz bevorzuge, wie oben auf dem kleinen Bild.

Am späten Nachmittag, nach meiner Arbeit, die ich von zu Hause aus erledige, sehen wir im Fernsehen die Nachrichten. Es gibt da ein Programm, wo der Moderator besonders gerne Vergehen gegen die Lockdown-Bestimmungen zeigt. Dann werden verbotene Massenveranstaltungen gezeigt, oder es wird gezählt, wie viele Menschen in einer bestimmten Straße mit Maske herumlaufen und wie viele auf die Anordnung noch immer pfeifen. Dann wurde immer wieder der Strand von Tel Aviv gezeigt, wobei man verstand, dass dieser Lockdown eigentlich gar kein richtiger Lockdown ist. Plötzlich  treiben alle Israelis Sport, denn das ist erlaubt und dann darf man sich auch weiter als 1000 Meter vom eigenen Haus entfernen. Oder es wird eine verbotene Hochzeit gezeigt mit viel zu vielen Menschen und die anschließende Aktion, die verbotene Hochzeit zu beenden mit Geldstrafen für die Veranstalter. Irgendwie klingt alles, was ich hier erzähle, unglaublich, stimmt’s?

Leider kam es gestern Abend bei einer dieser Aktionen zu sehr unschönen Szenen, als Polizisten eine Hochzeit mit viel zu vielen Menschen beenden wollten. Die Hochzeit fand in einem privaten Haus in Givat Ze’ev statt. Den Bestimmungen zufolge sind dabei zehn Teilnehmer erlaubt, doch in diesem Falle waren viel mehr anwesend. Die Situation eskalierte, als sich die Menschen der Polizei widersetzten und Gegenstände auf sie warfen. Es kam zu sehr unschönen Szenen mit zwei Verletzten, die medizinisch versorgt werden mussten.


Unschöne Szenen

Diese Aktion hat eine große Diskussion ausgelöst. Der Innenminister Arie Deri beschwerte sich beim “Corona-Projektor” Ronni Gamzu für die viel zu gewalttätige Aktion der Polizei, die wiederum sagte, dass man diejenigen verurteilen sollte, die sich gegen die Anweisungen verhalten haben. Jetzt soll der sehr unschöne Vorfall untersucht werden. Nach Verlassen der Polizei soll die Hochzeit übrigens fortgeführt worden sein.

Jetzt warten alle auf die angekündigten Erleichterungen. Dabei soll schon heute um 24 Uhr der Ben Gurion Flughafen wieder den normalen Betrieb aufnehmen, was immer das auch bedeuten mag. Vielleicht soll das uns erstmal ein besseres Gefühl vermitteln, als wollte man uns zeigen “guckt, wir machen was, die Lage verbessert sich…”. Aber viel wichtiger wird sein, was in der kommenden Woche geschehen wird. Wird es bedeutende Erleichterungen geben? Dürfen die Menschen wieder zur Arbeit gehen? Können wir uns endlich wieder frei im Land bewegen und uns endlich wieder mit unseren Familienangehörigen treffen?

Da wollen wir endlich wieder hin, der Strand von Tel Aviv

Ich hoffe, das das kommende Wochenende das letzte sein wird, an dem wir uns nicht mit unserem ältesten Sohn treffen dürfen, der in Tel Aviv wohnt. Und dann können wir auch endlich wieder an den Strand, ans Meer fahren. Und mit diesen optimistischen Gedanken kommen wir nun zum Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Auch für heute wird ein sehr angenehmer und meist sonniger Tag erwartet mit für die Jahreszeit normalen Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 33 Grad, am Toten Meer 33 Grad, Beersheva 31 Grad, Eilat am Roten Meer 34 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei – 209.86 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 106 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünscheich Ihnen einen wunderbaren Donnert sag und schon jetzt ein angenehmes Wochenende, morgen früh wird Sie mein Kollege Michael begrüßen. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

 

 

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