(JNS) Der sogenannte Friedensrat (Board of Peace) von US-Präsident Donald Trump fordert, dass die Hamas bis Ende dieser Woche eine Vereinbarung zur Entmilitarisierung des Gazastreifens abschließt. Das berichtete die New York Times am Montag unter Berufung auf vier mit den Gesprächen vertraute Diplomaten.
„Vertreter des Friedensrats und der Hamas sollen sich am Dienstag in Kairo treffen, um bis zum Ende der Woche ein Abkommen zur Entmilitarisierung abzuschließen. … Obwohl die Frist von den Verantwortlichen klar benannt wurde, könnte sie sich noch ändern“, berichtete die Zeitung.
Die Forderung des Friedensrats, einer Übergangsverwaltung zum Wiederaufbau des Gazastreifens, sieht vor, dass die Hamas nahezu alle ihre Waffen abgibt, die Macht abtritt und Karten ihres unterirdischen Tunnelsystems vorlegt.
„Es gibt nur eine Partei, die einem besseren Leben für die Zivilbevölkerung in Gaza im Weg steht – und das ist die Hamas. Und für die Hamas läuft die Zeit“, schrieb Mike Waltz, US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, am Montag auf seinem X-Konto.
There is only one party standing in the way of a better life for civilians in Gaza – and it’s Hamas.
And Hamas is on the clock.https://t.co/Zod0UL3ZZP
— Ambassador Mike Waltz (@USAmbUN) April 6, 2026
Nickolay Mladenov, Generaldirektor des Friedensrats und Hoher Beauftragter für Gaza, habe den Vorschlag zur Entwaffnung im vergangenen Monat Hamas-Führern übermittelt, berichtete die Times.
In einem etwas kryptischen Beitrag am Freitag erklärte Mladenov: „Wer den Fluss nicht überquert, wird im Meer ertrinken.“ Dies wurde als Warnung an die Hamas verstanden, dass ihr im Falle einer Weigerung zur Entmilitarisierung ernsthafte Konsequenzen drohen.
Die Hamas wies am Sonntag Forderungen nach ihrer Entwaffnung im Rahmen des Waffenruheplans zurück.
In einer von Reuters übersetzten Fernsehansprache erklärte ein Hamas-Sprecher, die „plumpe“ Thematisierung der Entmilitarisierung sei inakzeptabel. „Was der Feind heute über unsere brüderlichen Vermittler gegen den palästinensischen Widerstand durchsetzen will, ist äußerst gefährlich“, sagte Abu Obeida, ein Kampfname, den Hamas-Sprecher verwenden.
Die Forderungen Washingtons nach Entwaffnung seien „nichts anderes als ein offener Versuch, den Völkermord an unserem Volk fortzusetzen – etwas, das wir unter keinen Umständen akzeptieren werden“, sagte er.
Abu Obeida forderte die Vermittler auf, sich zunächst mit angeblichen israelischen Verstößen gegen die erste Phase von Trumps Plan zu befassen, bevor über eine zweite Phase gesprochen werde. „Der Feind ist es, der das Abkommen untergräbt“, sagte der Sprecher der Terrororganisation.
Bereits am 2. April hätten Hamas-Vertreter den Vermittlern mitgeteilt, dass sie eine Entwaffnung erst dann erörtern würden, wenn garantiert sei, dass sich die israelischen Streitkräfte vollständig aus dem Gazastreifen zurückziehen.
Zudem wirft die Hamas Israel vor, nicht genügend Hilfslieferungen in den Gazastreifen zuzulassen. Laut New York Times waren im Rahmen des Waffenruheabkommens vom Oktober 2025 wöchentlich 4.200 Lastwagen vereinbart, diese Zahl sei jedoch „wiederholt unterschritten“ worden.
Das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center (ITIC), eine israelische Forschungseinrichtung, berichtet hingegen, dass die Hamas die Einfuhr dieser Lastwagen besteuert, um ihre Kassen aufzufüllen. Zusammen mit dem Schmuggel von Zigaretten und anderen Waren generiere die Organisation Millionen Schekel an Einnahmen.
Die Hamas bezeichnet zudem fortgesetzte israelische Angriffe im Gazastreifen als Verstoß. Berichten zufolge dringen Hamas-Terroristen nahezu täglich über die sogenannte „Gelbe Linie“, die den Gazastreifen in etwa zwei Teile teilt, ein, um Angriffe durchzuführen. Jüngste Berichte sprechen davon, dass die Terrororganisation versucht, israelische Soldaten zu entführen.
Israel kontrolliert weiterhin 53 bis 58 Prozent des Gazastreifens und hat eine Pufferzone eingerichtet, um seine südlichen Gemeinden zu schützen.
Seit Inkrafttreten der Waffenruhe hat die Hamas laut ITIC ihre militärische Wiederaufrüstung intensiviert. Dabei setzt sie auf lokal produzierte Waffen sowie auf Schmuggel aus Ägypten mithilfe von Drohnen. Tausende neue Kämpfer wurden rekrutiert und ausgebildet, terroristische Infrastruktur wurde wiederhergestellt.




