Der Krieg gegen Iran und die Auseinandersetzungen mit der Hisbollah im Libanon haben das Thema Gazastreifen zuletzt etwas in den Hintergrund gedrängt. Doch hinter den Schlagzeilen entwickelt sich dort weiterhin die politische Kernfrage dieses Konflikts – und sie ist ungelöst.
Die Hamas macht deutlich, dass sie zu keiner echten Entmilitarisierung bereit ist. In Gesprächen mit internationalen Vermittlern knüpft die Terrororganisation jede Diskussion über eine mögliche Entwaffnung an eine zentrale Bedingung: Israel müsse sich zuvor vollständig aus dem Gazastreifen zurückziehen.
Medienberichten zufolge wurde diese Position bei jüngsten Gesprächen in Kairo gegenüber ägyptischen und katarischen Vermittlern vorgetragen. Damit reagiert die Hamas erstmals offiziell auf einen internationalen Vorschlag, der eine schrittweise Entwaffnung im Gegenzug für politische und wirtschaftliche Perspektiven für den Gazastreifen vorsieht.
Doch genau diesen Ansatz weist die Organisation zurück. Aus ihrer Sicht kann über die Abgabe von Waffen erst dann gesprochen werden, wenn Israel sämtliche militärischen Aktivitäten beendet, sich vollständig zurückzieht und alle Vereinbarungen eines möglichen Waffenstillstands umfassend umgesetzt sind.
Damit stellt die Hamas Bedingungen, die dem Kern des internationalen Ansatzes widersprechen. Denn aus israelischer Sicht ist die Reihenfolge eindeutig: Erst die Entwaffnung der Terrororganisation, dann ein möglicher Rückzug. Ein Abzug ohne vorherige Entmilitarisierung würde bedeuten, die Grundlage für eine erneute Aufrüstung und weitere Angriffe zu schaffen.
Die Positionen könnten kaum weiter auseinanderliegen. Während internationale Akteure versuchen, einen schrittweisen politischen Prozess in Gang zu setzen, beharrt die Hamas auf einem Szenario, das ihr faktisch erlauben würde, ihre militärischen Strukturen zu erhalten – zumindest bis zu einem vollständigen israelischen Rückzug.
Damit wird einmal mehr deutlich, woran viele Initiativen bislang gescheitert sind: Für die Hamas ist ihre Bewaffnung kein verhandelbares Detail, sondern Teil ihrer Existenz.
Führende Hamas-Vertreter wie Khaled Maschal und Musa Abu Marzuk haben in den vergangenen Monaten zentrale Elemente eines von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Plans zurückgewiesen, darunter insbesondere die Forderung nach einer Entwaffnung – obwohl die Organisation dem Vorschlag zunächst im Oktober zugestimmt hatte.
Maschal machte die Haltung der Hamas auch öffentlich deutlich. Bei einer antiisraelischen Konferenz in Istanbul erklärte er Anfang Dezember:
„Der Widerstand und seine Waffen sind die Ehre und der Stolz der Umma.“
Ohne militärische Stärke würde die Hamas nicht nur ihre Macht im Gazastreifen riskieren, sondern auch ihren Anspruch als führende Kraft im „Widerstand“ verlieren.
Für Israel hingegen bleibt genau das der zentrale Punkt. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre gilt eine Entwaffnung der Hamas als Voraussetzung für jede langfristige Stabilität. Ein Szenario, in dem die Organisation bewaffnet bleibt, während sich die israelischen Streitkräfte zurückziehen, kommt aus Sicht Jerusalems nicht infrage.
Vor diesem Hintergrund erscheint ein diplomatischer Durchbruch derzeit kaum realistisch. Die Gespräche laufen weiter, doch die grundlegende Frage bleibt ungelöst: Wer bewegt sich zuerst – und zu welchem Preis?





Die Hamas verlangt weiterhin die Kapitulation Israels. Wäre es da nicht besser, diesen Bestien ein Rendezvous mit dem Teufel zu verschaffen?