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IDF-Chef: „Die Gelbe Linie ist eine neue Grenze“

Generalstabschef Eyal Zamir bezeichnet die neue Linie im Gazastreifen als dauerhafte Verteidigungsgrenze und warnt zugleich vor weiteren Überraschungsangriffen.

IDF-Generalstabschef Eyal Zamir im Gazastreifen. Bild: IDF

IDF-Generalstabschef Eyal Zamir hat bei einem Besuch im Gazastreifen die sogenannte „Gelbe Linie“ erstmals öffentlich als „neue Grenzlinie“ Israels bezeichnet. Die Linie markiert jene Gebiete, auf die sich die Streitkräfte im Rahmen der ersten Phase des US-Waffenstillstandsplans zurückgezogen haben. Zamir erklärte, Israel behalte weiterhin die operative Kontrolle über rund 53 Prozent des Gazastreifens und werde die dortigen Stellungen als vorgeschobene Verteidigungslinie für die Gemeinden im Süden nutzen.

Nach Angaben israelischer Sicherheitskreise handelt es sich bei der Gelben Linie um eine Kombination aus befestigten Übergängen, Beobachtungsposten und mobilen Einsatzpunkten, die darauf ausgelegt sind, erneute Überraschungsangriffe wie am 7. Oktober 2023 zu verhindern. Die IDF führt entlang dieser Linie weiterhin Aufklärung, Drohnenoperationen und punktuelle Bodenaktionen durch, um verbliebene Waffenlager, Tunnelabschnitte und mögliche neue Hamas-Strukturen zu identifizieren.

Zamir betonte, die Armee ziehe operative Lehren aus der Vergangenheit und bereite sich aktiv auf Szenarien vor, die „schneller und komplexer“ eintreten könnten als frühere Bedrohungen.

Er merkte an, dass Israel auf die Rückführung der letzten getöteten Geisel, des Yasam-Polizisten (Yasam: Spezialeinheit der Israelischen Polizei) Ran Gvili, wartet. Der größte Teil der Geiseln sei nach Israel zurückgekehrt, doch die Mission sei erst abgeschlossen, wenn auch die letzte gefallene Geisel nach Hause gebracht worden ist. Der Geiseln- und Vermissten-Familienverband rief die Regierung dazu auf, die zweite Phase des US-Waffenstillstandsplans auszusetzen, bis Gvilis Überreste übergeben werden. Medienberichten zufolge erhielt Shin-Bet-Chef David Zini bei Gesprächen in Kairo Hinweise, dass Gvili möglicherweise in Gaza-Stadt begraben wurde. In Zeitun sollen am Sonntag Suchteams erneut mit Bergungsarbeiten begonnen haben.

Politisch ist die Gelbe Linie auch deshalb bedeutsam, weil der Waffenstillstandsplan von Donald Trump vorsieht, dass terroristische Organisationen keinerlei Rolle in der Verwaltung des Gazastreifens haben dürfen und sämtliche militärische Infrastruktur dauerhaft zerstört werden muss. Sicherheitsanalysten sehen darin eine grundlegende Veränderung der Lage vor Ort, selbst wenn Gaza formell nicht neu abgegrenzt wird.

Die Hamas lehnt zentrale Bestandteile dieses Plans weiterhin ab. Ihr führender Funktionär im Ausland, Khaled Mashaal, erklärte bei einer Konferenz in Istanbul, die Entwaffnung der Organisation komme „nicht in Frage“. Waffen und Widerstand seien ein „Recht des palästinensischen Volkes“ und Ausdruck der „Ehre der Umma“.

Während internationale Vermittler an weiteren Verhandlungen arbeiten, deutet sich ab, dass die Gelbe Linie – unabhängig von politischer Terminologie – für Israel eine faktische neue Sicherheitsgrenze darstellt, die auf absehbare Zeit bestehen bleiben wird.

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Patrick Callahan

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