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Die Lösung aller Konflikte Israels ist sehr einfach, aber ebenso schwierig

Die Bibel gibt uns die Strategie für ein friedliches Leben in Israel vor.

Moses
Heute kann man mit dem Schlauchboot im Jordan paddeln. Foto: Michael Giladi/Flash90

In unserem Tora-Wochenabschnitt Waetchanan lauschen wir der Rede von Moses an das Volk Israel, das kurz vor dem Eintritt ins Gelobte Land steht. Das Volk lagert an der Ostseite des Jordan und bereitet sich darauf vor, unter Josua in den Krieg zu ziehen. In seinen letzten Tagen als Anführer der Israeliten spricht Moses sowohl über die letzten 40 Jahre in der Wüste als auch über die kommenden Jahre und Jahrtausende, wenn Israel in seinem Land leben wird.

Für uns Juden, die sich ebenfalls in einem Krieg um das Gelobte Land befinden, sind Moses’ Belehrungen besonders relevant und sogar sehr nützlich. Die folgenden Verse beziehen sich auf die Besitznahme des Landes und Moses beschreibt in ihnen den großen Rahmen, der das Leben in Israel erfolgreich machen wird:

„Und nun, Israel, höre auf die Satzungen und auf die Rechtsbestimmungen, die ich euch zu tun lehre, damit ihr lebt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das euch der Herr, der Gott eurer Väter, gibt. Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt auch nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote des Herrn, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete.“

(5. Mose 4:1-2)

Es klingt, als wurde uns das Land gegeben, um die Satzungen und Rechtsbestimmungen zu halten und tatsächlich gibt es jede Menge Gebote, die Juden nur im Land erfüllen können. Der Zweck ist jedoch nicht nur, ein Land zu besitzen, sondern die Möglichkeit, die das Land bei der Erfüllung der göttlichen Gebote bietet. Die Juden sollen kein „Volk wie jedes andere“ sein, sondern der Welt zeigen, wie man als Volk in einem Land eine gute, gerechte, gottgefällige Gesellschaft aufbauen kann. Diese Mission wird in den folgenden Versen beschrieben, in denen Moses sagt:

„Siehe, ich habe euch Satzungen und Rechtsbestimmungen gelehrt, so wie es mir der Herr, mein Gott, geboten hat, damit ihr nach ihnen handelt in dem Land, in das ihr kommen werdet, um es in Besitz zu nehmen. So bewahrt sie nun und tut sie; denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker. Wenn sie alle diese Gebote hören, werden sie sagen: Wie ist doch dieses große Volk ein so weises und verständiges Volk!

Denn wo ist ein so großes Volk, zu dem sich die Götter so nahen, wie der Herr, unser Gott, es tut, so oft wir ihn anrufen? Und wo ist ein so großes Volk, das so gerechte Satzungen und Rechtsbestimmungen hätte, wie dieses ganze Gesetz, das ich euch heute vorlege?“

(5. Mose 4: 5-8)

Der Tempel wird erbaut, wenn die Juden ihre Gebote erfüllen. Foto von Chaim Goldberg/Flash90
Der Tempel wird erbaut, wenn die Juden ihre Gebote erfüllen. Foto von Chaim Goldberg/Flash90

Der Fahrplan ist also ganz einfach, das Volk lebt im Land Israel, hält die Gebote ein, lebt in Frieden und Wohlstand, während die anderen Völker der Welt auf uns schauen und denken, „das sieht gut aus, vielleicht sollten wir auch versuchen so zu leben“.

Keine Kriege, keine Missionierung – einfach nur Friede, Freude und gefillte Fisch.

Wenn es so einfach ist, warum tun es die Juden dann nicht?

Das Problem ist, dass die Idee sehr einfach ist, aber die Ausführung sehr schwierig. Wenn es nur die rituellen Gebote wären, die wir Juden einhalten müssten, wäre das noch machbar. Es ist nicht allzu schwer, regelmäßig zur Synagoge zu gehen, am Sukkot eine Laubhütte zu bauen und so weiter. Es ist jedoch sehr viel schwieriger, die moralischen Gebote zu einhalten, deren Schlachtfeld das innere Leben des Menschen ist.

Gebote wie „Du sollst Vater und Mutter ehren“, oder „Du sollst nicht begehrlich (nach der Frau oder dem Auto des Nachbarn) sein“ sind schon weit schwieriger zu erfüllen, ganz zu schweigen von der Forderung den Nächsten zu lieben, wie sich selbst.

Es sind diese moralischen Gebote, die uns besonders schwerfallen und die, nach Meinung der jüdischen Weisen, vor 2000 Jahren zur Zerstörung des Tempels in Jerusalem führten. Zu unserer Verteidigung muss jedoch gesagt werden, dass wir, anders als viele andere Völker, diese moralischen Gebote zumindest haben.

 

Anwendung für das moderne Israel

Leider haben wir heute keinen Moses oder Josua, die uns mit göttlicher Hilfe führen können, aber der Fahrplan bleibt der gleiche: Satzungen und Rechtsbestimmungen einhalten, um friedlich in Israel leben zu können.

Neben der Kriegsführung auf dem Schlachtfeld in Gaza, sollte es in Israel also eine Art Bewegung der Rückkehr zu den biblischen Geboten geben. Juden weltweit sollten versuchen, mehr biblische Gebote einzuhalten, was zu einer Verbesserung der politischen Lage in Israel führen sollte. Wer nicht an Gott oder die Bibel glaubt, sollte sich zumindest mit dieser Frage beschäftigen. Denn vielleicht führt dieser Weg eher zur Befreiung der Geiseln als Demonstrationen in Tel Aviv. Es wäre einen Versuch wert.

Für uns Juden, die bereits versuchen, die göttlichen Gebote so gut wie möglich einzuhalten, gibt es immer noch höhere Stufen, die wir anstreben können. Aber auch im Bereich der moralischen Gebote gibt es immer Potenzial zur Verbesserung. Niemand kann sich entspannt zurücklehnen und sagen, er sei bereits heilig genug.

Das wäre der einfache und gleichzeitig schwierige Weg zu Frieden und Glück in Israel. Ehrlich gesagt, bin ich nicht optimistisch, dass wir diesen Weg einschlagen werden. Wir sind zu sehr damit beschäftigt, der Welt zu erklären, dass wir keinen Völkermord in Gaza begehen. Aber wer weiß, vielleicht hat dieser Krieg einige Seelen im Volk wachgerüttelt und die Schrecken des 7. Oktober waren genau die Lektion, die wir zur Rückkehr brauchten.

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Patrick Callahan

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3 Kommentare zu “Die Lösung aller Konflikte Israels ist sehr einfach, aber ebenso schwierig”

  1. Theodor Fritz sagt:

    Die „Rückkehr zu den biblischen Geboten“ wäre zumindest mal ein erster guter Ansatz. Aber was sind perfekt eingehaltene Gebote ohne tiefe Ehrfurcht vor dem Gott Israels? Die permanente Kriegsnot und Angst um die noch verbliebenen Geiseln wäre wirklich Grund genug, wieder an den Gott der Bibel zu glauben, der in Jahrtausenden sein Volk immer und immer wieder gerettet hat. Er wartet darauf, helfen zu dürfen. Aber er wartet auch darauf, dass man ihm vertraut und um sein Eingreifen bittet. Insofern hat Michael Selutin recht, dass dieser Weg der Hinwendung zum Gott der Bibel eher hilfreich wäre.

  2. Jürgen Dold sagt:

    Es bleibt für mich die Frage, ob jemand allein durch Halten der Gebote hofft, „besser“ zu werden, Erlösung zu finden und dadurch von Gott angenommen zu werden. Was sagt denn die Schrift über das Einhalten von Satzungen für jüdische Menschen als Voraussetzung für die Rechtfertigung vor Gott?

    „..denn das Gesetz hat nichts zur Vollkommenheit gebracht —, zugleich aber die Einführung einer besseren Hoffnung, durch die wir Gott nahen können.“ Hebr. 7:19

    „Wir sind [zwar] von Natur Juden und nicht Sünder aus den Heiden;
    [doch] weil wir erkannt haben, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so sind auch wir an Christus Jesus gläubig geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden und nicht aus Werken des Gesetzes, weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch gerechtfertigt wird.“ Galater 2:15-16

    Auch im Alten Testament gibt es mehrere Stellen, die belegen, dass der Mensch nicht durch das Halten der Gebote gerettet wird. Zum Beispiel zeigt Jesaja 64:5, dass alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid ist, was darauf hinweist, dass menschliche Anstrengungen zur Einhaltung der Gebote unzureichend sind. Darüber hinaus wird in Jeremia 17:9 die Verderbtheit des menschlichen Herzens betont, was die Unfähigkeit des Menschen unterstreicht, durch eigene Werke gerecht zu werden. Schließlich wird in Psalm 143:2 erklärt, dass niemand vor Gott gerecht sein kann, was die Notwendigkeit eines Erlösers verdeutlicht.

    Diese Stellen zusammen zeigen, dass die Rettung nicht durch das Halten der Gebote, sondern durch den Glauben an Yeshua (Jesus Christus) und seine Gnade erlangt wird. Dies gilt sowohl für Juden, als auch für Heiden.

    (Recherchenhilfen: Biblegateway, BibleAi)

  3. Norbert Schlesinger sagt:

    Viel leichter wäre es für das Ganze Volk, wenn die Obrigkeit sich zu Jesus, ihren Messias, bekehren würde. Dann wäre nämlich schluss mit der Gerechtigkeit des Gesetzes und die Gerechtigkeit aus Gnade durch den Messias Jesus würde jeden inneren und äußeren Kampf beenden.

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